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Pflichtschüler in Wien: 39 % Muslime, 36 % Christen, 25 % konfessionslos

vor 2 Stunden in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Andrea Pinz, Leiterin des Erzbischöflichen Amts für Schule und Bildung in Wien: Diese Verschiebung kein abrupter Bruch, sondern Ausdruck eines längerfristigen demografischen Wandels – Christlicher Reli-Unterricht steigend offen für alle Konfessionen


Wien (kath.net/KAP) In Wien wird der Religionsunterricht zunehmend kooperativ organisiert: In mittlerweile mehr als 160 Klassen an Pflicht- und höheren Schulen werden katholische, evangelische und orthodoxe Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet. Das bestätigte Andrea Pinz, Leiterin des Erzbischöflichen Amts für Schule und Bildung in Wien, am Montag im Ö1-Morgenjournal.

Als Hintergrund für diese Entwicklung nannte Pinz den deutlich veränderten Anteil religiöser Bekenntnisse an Wiener Schulen. Aktuell haben knapp 39 Prozent der Pflichtschüler ein islamisches Religionsbekenntnis (Tendenz steigend), rund 36 Prozent sind christlich (Tendenz sinkend), etwa ein Viertel ist konfessionslos. Diese Verschiebung sei kein abrupter Bruch, sondern Ausdruck eines längerfristigen demografischen Wandels. Insgesamt besuchen 44 Prozent der Wiener Pflichtschüler keinen schulischen Religionsunterricht.

Wien als Österreichs zentraler Zuzugsort

Mit dieser Entwicklung verbinden sich auch bildungs- und integrationspolitische Debatten. Der Integrationsexperte Kenan Güngör verwies in derselben Ö1-Radiosendung auf Wiens Rolle als zentrale Zuzugsregion Österreichs. "Wien übernimmt mehr als die Hälfte der Zuwanderung und damit eine gesamtösterreichische Aufgabe", so Güngör, der einen besseren Verteilungsschlüssel einforderte. An einzelnen Schulstandorten verdichteten sich dadurch soziale, kulturelle und religiös geprägte Milieus, was zu besonderen Herausforderungen führen könne.


Erst am Freitag hatte Güngör eine Studie vorgestellt, derzufolge sich rund zwei Drittel der muslimischen Jugendlichen in Wien als religiös bis sehr religiös verstehen. Religion spiele im Alltag vieler eine wichtige Rolle, strengreligiöse Positionen würden sichtbarer. In einzelnen Klassen zeigten sich auch Jugendliche mit einem ausgeprägten Anspruch, religiöse Normen stärker durchzusetzen. Diese Prägungen entstünden jedoch vor allem im Elternhaus und familiären Umfeld, während innerhalb muslimischer Communities auch Spannungen zwischen konservativen und progressiveren Strömungen bestünden, wobei letztere oft weniger Gehör fänden.

Güngör warnte zugleich vor monokausalen Erklärungen: Problematische Einstellungen entstünden weniger aus Religion selbst, sondern aus dem Zusammenspiel mit sozialen Faktoren wie Bildungsferne, fehlender Teilhabe und psychosozialen Belastungen. Diese wirkten sich besonders dort aus, wo sie sich gegenseitig verstärkten. Nötig seien seiner Ansicht nach mehr Elternarbeit, gezielte Sensibilisierung sowie ein verpflichtender Demokratie- und Ethikunterricht. Zusätzlich müssten auch islamische Organisationen stärker in Verantwortung genommen werden, da Schulen allein diese Aufgaben nicht bewältigen könnten.

Debatte um Demokratie- und Werteunterricht

Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) fordert vor diesem Hintergrund einen verpflichtenden Demokratie- und Werteunterricht für alle Schülerinnen und Schüler in Form eines gemeinsamen Pflichtfachs Ethik bzw. Demokratiebildung. Eine Expertenkommission arbeitet derzeit an Umsetzungsmodellen für die Sekundarstufe I.

Empirische Grundlagen für diese Debatte liefert Güngörs aktuelle Studie. Demnach teilt die große Mehrheit der Jugendlichen demokratische Werte, zugleich bestehen jedoch bestimmte Risikokonstellationen. Religion wird darin nicht als Ursache problematischer Einstellungen dargestellt, sondern als möglicher Kontextfaktor unter mehreren. Entscheidend seien vor allem Bildung, soziale Einbindung, Stabilität im Lebensumfeld und Mediennutzung. Jugendliche mit guter schulischer Integration und stabilen sozialen Beziehungen zeigen demnach unabhängig von Religion oder Herkunft deutlich seltener antidemokratische Haltungen.

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 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 modernchrist vor 1 Stunden 
 

Als Einstieg für diese Jugendlichen

in die höhere Schulbildung würde sich vor allem die Fremdsprache Latein eignen: Warum? Latein spricht man so, wie man es schreibt! dh. die Mütter zuhause können ihre Kinder abfragen! Man muss bedenken, dass Deutsch für diese Kinder ja schon die erste Fremdsprache ist, eine sehr schwere noch dazu! Ermutigt man die Mütter mit Migrationshintergrunie den Kinder Latein zuhause abzufragen, die Fälle zu lernen usw., so ist der Aufstieg in die höhere Schulbildung leichter möglich. Auch verstehen die Leute viele Ausdrücke und Fremdwörter dann viel besser, dh. sie haben mehr Anschluss an den deutschen Level. Englisch und Französisch sind für Kinder aus Migrantenhaushalten dann ja schon die 2. schwere Fremdsprache! Ohne Hilfe zuhause praktisch nicht möglich. Ich bin seit Jahrzehnten Lateincoach und sehe die Vorteile von Latein. In England gab es mal einen Versuch für benachteiligte Jugendliche mit Latein, der sehr positiv verlief. Latein hebt das Selbstwertgefühl, man kann es mit der Mutter üben!


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