Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ZDF hasst Katholiken
  2. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  3. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  4. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  5. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  6. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  7. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  8. Es gibt keine zweite Chance mehr
  9. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  10. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  11. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  12. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  13. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  14. Technisch brillant, geistig obdachlos
  15. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“

Seine Liebe mit Liebe erwidern. Das Herz Christi, die Würde des Menschen und der Weg zum Frieden

vor 1 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leo XIV. in Gran Canaria: Die unentgeltliche Liebe Gottes. Die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu und der Einsatz für die Leidenden und der Ruf zum Frieden. Von Armin Schwibach


Gran Canaria (kath.net/as) Bei der Heiligen Messe im Stadion von Gran Canaria befasste sich Papst Leo XIV. mit dem Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, dem ganz Spanien geweiht ist. Zu Beginn der Feier brachte er seinen Dank für das Gute zum Ausdruck, das auf den Kanarischen Inseln Tag für Tag geschehe. Zugleich vertraute er dem Herrn das Engagement vieler Menschen sowie die Leiden an, die das Land erlebe. Besonders gedachte er der Menschen, die auf dem Meer ihr Leben verloren hätten, und lud die Gläubigen ein, für ihre Seelen zu beten. Gemeinsam mit den Gaben von Brot und Wein werde all dies zum Altar getragen. Der Papst bat darum, dass im Herzen der Gläubigen jene Gefühle lebendig würden, die das Herz des Erlösers kennzeichneten: Menschlichkeit, Erbarmen und Mitleid.

Ausgehend von der ersten Lesung erinnerte Leo XIV. daran, dass Gott Israel nicht wegen besonderer Vorzüge, Verdienste oder Fähigkeiten erwählt habe, sondern allein aus Liebe. Diese Liebe bleibe bestehen, auch wenn der Mensch sie nicht erwidere. Darin liege die Grundlage jeder christlichen Berufung.  Der Papst beschrieb die Liebe Gottes als Wirklichkeit, die den ganzen Menschen erfasse. Sie gründe weder auf Berechnung noch auf bloßen Gefühlen und lasse sich auch nicht auf Philanthropie reduzieren. Diese Liebe sei „Feuer für die Seele, Licht für den Verstand, unwiderstehlicher Antrieb für die Freiheit“, zugleich Friede und eine Bewegung des Herzens, die den Menschen mit anderen Menschen verbinde. Zu lieben entspreche der Natur des Menschen und sei Voraussetzung für ein erfülltes Leben.


Im Herzen Christi werde diese Liebe sichtbar. Der Erlöser bleibe treu, auch angesichts von Ablehnung, Angst, Traurigkeit und menschlichem Widerstand. Im Antlitz Gottes erkenne der Mensch den Weg des Lebens. Dort lerne er eine neue Weise des Zusammenlebens, einen neuen Maßstab für Entscheidungen und eine neue Form der Gemeinschaft. An dieser Stelle griff Leo XIV. Worte von Papst Franziskus aus der Enzyklika Dilexit nos auf. Franziskus habe erklärt, dass „die beste Antwort auf die Liebe seines Herzens die Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern ist“. Ebenso habe er betont: „Es gibt keine größere Geste, die wir ihm anbieten können, um seine Liebe mit Liebe zu erwidern“. Genau darin erkannte Leo XIV. die Einladung des Evangeliums. Der Mensch sei dazu berufen, die unendliche Liebe Gottes in den täglichen Dienst an den Brüdern und Schwestern zu verwandeln, besonders an den Bedürftigen, Schutzlosen und jenen, die nichts zurückgeben könnten. Der Papst verwies auf die Wirklichkeit der Kanarischen Inseln, wo Aufnahme, Teilen und selbstloses Geben vielerorts konkret gelebt würden.

Die Liebe des Herzens Christi erschöpfe sich jedoch nicht darin, Menschen das Überleben zu ermöglichen. Sie helfe ihnen vielmehr, Vertrauen zurückzugewinnen, ihren Weg fortzusetzen und ihre eigene Berufung zum Wohl aller zu entfalten. In diesem Zusammenhang erinnerte Leo XIV. an Worte von Papst Benedikt XVI. (vgl. Caritas in veritate 1), wonach „die Liebe, die Jesus Christus mit seinem irdischen Leben […] bezeugt hat, der hauptsächliche Antrieb für die wirkliche Entwicklung eines jeden Menschen und der gesamten Menschheit“ sei.

Mit Blick auf die zweite Lesung aus dem ersten Johannesbrief hob der Papst hervor, dass Gott seinen Sohn gesandt habe, „damit wir durch ihn leben“. Er verband dies mit den Worten Jesu über das Leben in Fülle sowie mit dem Auftrag an den Gelähmten: „Steh auf, nimm deine Liege und geh!“.  Leo XIV. betonte so eine doppelte Aufgabe der Kirche. Sie solle die Leidenden mit mütterlicher Zuwendung umarmen, zugleich aber auch dazu beitragen, dass sie aufstehen und ihren Weg in Freiheit und Würde fortsetzen könnten. Christliche Nächstenliebe dürfe daher nicht bei bloßer Wohlfahrt stehen bleiben. Sie müsse den Menschen helfen, sich geistig, intellektuell und körperlich zu entfalten und einen eigenen Beitrag zum Leben der Gesellschaft zu leisten. Auf diese Weise könnten selbst schmerzhafte Erfahrungen zu Gelegenheiten werden, „Samen der Hoffnung“ für die Zukunft auszusäen.

Im weiteren Verlauf seiner Predigt wandte sich Leo XIV. einem Merkmal des Herzens Jesu zu, das er als entscheidend bezeichnete: der Demut. Das Herz Jesu sei demütig. Deshalb nähmen jene seinen Herzschlag nicht wahr, die sich selbst genügten, alles zu wissen glaubten und weder Gott noch andere Menschen benötigten. Wer vom Lärm eines aufgeblähten und rastlosen Ichs beherrscht werde, verliere die Fähigkeit, die verborgene Gegenwart der Liebe wahrzunehmen. Unter Bezugnahme auf Dilexi te erinnerte der Papst daran, dass Wohlstand den Menschen nicht selten blind mache und ihn glauben lasse, Glück könne ohne die anderen erreicht werden. Christus lehre das Gegenteil. Wer die wahre Freude erfahren wolle, müsse von den Podesten der Arroganz herabsteigen und dem anderen in Demut begegnen. Der Papst zitierte sodann den heiligen Augustinus: „Wo Liebe ist, da ist Friede, und wo Demut ist, da ist Liebe“. In diesen Worten sah er eine Zusammenfassung des christlichen Lebens. Nur in der Demut erkenne der Mensch, wer er wirklich sei. Erst dadurch werde er fähig, den anderen wahrhaft zu lieben, ihm zu begegnen, zu schenken und zu vergeben:

„Heute verehren wir das Heiligste Herz Jesu, das wir oft mit einer Dornenkrone und einer brennenden Flamme dargestellt sehen, gemäß den Visionen der heiligen Margareta Maria Alacoque. Denken wir daran, dass wir die lebendige Gegenwart des Herrn in der Welt sind. Blicken wir daher - nicht nur an diesem Tag, sondern immer - mit Achtung und Vertrauen aufeinander, und erneuern wir in diesem Bewusstsein die Verpflichtung, in unserem Leben zum Wohl der Kirche in Liebe das zu ergänzen, was an den Bedrängnissen Christi noch fehlt. Lasst uns, entflammt von der Liebe seines Herzens, zu Boten seiner Barmherzigkeit und seines Friedens werden, damit die Kriege in der Welt aufhören und um uns herum eine neue, in der Liebe versöhnte Menschheit heranwächst“.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  4. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  5. "Ich musste ihm unglücklicherweise ein paar Schläge verpassen"
  6. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  7. Östereichische Bischofskonferenz: Lackner bleibt Vorsitzender, Scheuer wieder Vize
  8. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  9. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  10. Polen: Fußballer Bartosz Sobczyk gab seine Karriere auf, um Priester zu werden
  11. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  12. Papst kommt unpünktlich und scherzt auf Deutsch: "Ich bin Ausländer"
  13. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  14. Aus der Liebe geboren, zur Einheit berufen - Ein Leib, ein Geist, eine Sendung
  15. Das Maß vor dem Gesetz. Würde, Recht und die Grenzen der Macht

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz