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Bischöfe aus aller Welt werden in Rom über Familien in Krisen sprechen

vor 2 Stunden in Familie, 1 Lesermeinung
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Vatikan gibt Infos über Konferenz von Bischofskonferenz-Vorsitzenden zum 10-Jahr-Jubiläum von "Amoris laetitia" - Papst will bei Konferenz vom 7. bis 14. Oktober Beratung im synodalen Stil - Der Vatikan-Text in voller Länge!


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Drei Monate vor dem Start einer weltweiten Konferenz von Bischöfen zum Thema Ehe und Familie hat der Vatikan die geplanten Inhalte bekanntgegeben. Aus der am Montag verbreiteten Mitteilung geht hervor, dass die Bischöfe Mitte Oktober in Rom auch über die angemessene Seelsorge in schwierigen familiären Situationen wie Trennung und Scheidung diskutieren wollen. Anlass des Treffens ist das zehnte Jubiläum der Veröffentlichung des innerkirchlich umstrittenen Dokuments "Amoris laetitia" von Papst Franziskus (2013-2025) im Jahr 2016.

In dem Text hatte der damalige Papst erstmals die Möglichkeit eröffnet, unter bestimmten Bedingungen auch Paare zu den Sakramenten zuzulassen, die nach einer Scheidung in zweiter Zivilehe verheiratet sind. Dies hatten vor allem konservative Kardinäle scharf kritisiert. Zudem hatte der Papst in dem Dokument gefordert, die Kirche solle sich Paaren zuwenden, die ohne Eheschließung zusammenleben. Diese Form des Zusammenlebens ist nach katholischer Sexualmoral nicht zulässig.

An der achttägigen Konferenz im Vatikan vom 7. bis 14. Oktober 2026 sollen die Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen sowie die Oberhäupter der mit Rom verbundenen Ostkirchen teilnehmen. Insgesamt sind das 132 Bischöfe, Erzbischöfe und Patriarchen. Nach dem Willen des Papstes sollen auch einige Familien teilnehmen und von ihrem Leben berichten.

Fünf Themenkomplexe auf dem Programm

Die Befassung mit "Familien in komplexen Situationen" ist laut der Mitteilung eines von fünf größeren Themen der Konferenz. Weitere Punkte lauten: "Familien heute: Realität, Schönheit und Herausforderungen", "Junge Menschen und die Entdeckung der Berufung zur Ehe", "Die ersten Jahre der Ehe: Eine entscheidende Zeit" und schließlich: "Christliche Familien als Subjekte kirchlicher Mission".

Der katholischen Morallehre entsprechend ist in der Mitteilung von der Ehe ausschließlich als Verbindung von einem Mann und einer Frau die Rede. Gleichgeschlechtliche Ehen gibt es aus Sicht der Kirche nicht.

Papst will Beratung im synodalen Stil

Veranstalter des in diesem Format ungewöhnlichen Bischofstreffens ist das vatikanische Dikasterium für Laien, Familie und Leben, gemeinsam mit dem an den Vatikan angegliederten Synodensekretariat. Papst Leo XIV. hatte unlängst vor Kardinälen aus aller Welt erklärt, das Treffen werde zwar keine Synode im engeren Sinne sein, doch würden die dort praktizierten Beratungs- und Klärungsmethoden dem von Bischofssynoden her bekannten "synodalen Stil" entsprechen.

Unklar ist, ob am Ende des Treffens ein gemeinsam beschlossener Text mit Empfehlungen an den Papst oder an die Ortskirchen stehen wird. Bei regulären Synoden der katholischen Weltkirche werden am Ende zahlreiche konkrete Vorschläge zur Abstimmung gestellt, die dann als Empfehlungen des Bischofskollegiums an den Papst gehen.

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

kath.net dokumentiert die Mitteilung „Zehn Jahre nach ‚Amoris Laetitia‘: Das Evangelium heute den Familien verkünden“ zum geplanten Treffen des Heiligen Vaters mit den Oberhäuptern der Ostkirchen und den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen am 7.–14. Oktober 2026 in voller Länge in Arbeitsübersetzung:

THEMATISCHER WEG

Das Treffen des Heiligen Vaters mit den Oberhäuptern der mit Rom verbundenen Ostkirchen („sui iuris“) und den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen zielt darauf ab, „im gegenseitigen Zuhören zu einer synodalen Unterscheidung darüber zu gelangen, welche Schritte zu unternehmen sind, um den Familien heute das Evangelium zu verkünden – im Licht von „Amoris Laetitia“ und unter Berücksichtigung dessen, was in den Ortskirchen bereits geschieht“[1]. Es handelt sich somit um einen eminent pastoralen Weg, der in die Dynamik der bereits im Gange befindlichen „pastoralen Umkehr“ eingebettet ist.


Auf diesem Weg sind wir eingeladen, den Herrn um „den Mut zu bitten, den durch „Amoris Laetitia“ eröffneten Weg fortzusetzen“ und „uns das Evangelium immer wieder neu zu eigen zu machen, in der Freude, es allen verkünden zu können“. In diesem Kontext sind die Familien nicht bloße Empfänger der pastoralen Arbeit der Kirche, sondern aktive Akteure ihrer Sendung; durch sie gewinnt das Evangelium Gestalt in den täglichen Beziehungen, Entscheidungen, der Zerbrechlichkeit und der Hoffnung.

Die Arbeitstage sollen einen echten Raum für Begegnung, Zuhören und Unterscheidung bieten: Es gilt, die gelebten Erfahrungen der Familien aufzugreifen, konkrete Lebensgeschichten zu teilen, über die Initiativen zur Begleitung nachzudenken, die die kirchliche Gemeinschaft mit der Hilfe der Gnade Gottes umsetzt, und in den Dialog mit Fachleuten zu treten. Ziel ist es, zu unterscheiden, in welche Richtung der Heilige Geist uns heute führt, um das zu erkennen, zu unterstützen und zu fördern, was Er bereits in den Familien wirkt, und um ihren Beitrag zur Sendung der Kirche zu würdigen. 

1. Familien heute: Realitäten, Schönheit und Herausforderungen
Die Zeichen der Zeit erkennen – ausgehend von den Erfahrungen der Familien und dem heutigen Engagement der Kirche

Ausgangspunkt der Begegnung ist ein Blick auf die Realität, der vom Evangelium erhellt und in Christus verwurzelt ist: „Unsere Zeit ist von raschen Veränderungen geprägt, die es – noch mehr als vor zehn Jahren – erforderlich machen, den Familien besondere pastorale Aufmerksamkeit zu widmen; ihnen vertraut der Herr die Aufgabe an, an der Sendung der Kirche teilzuhaben, das Evangelium zu verkünden und Zeugnis davon abzulegen.“

Im Anschluss an „Amoris Laetitia“ gilt es, „jene Zeichen der Liebe zu würdigen, die auf irgendeine Weise die Liebe Gottes widerspiegeln“, und die Menschen „mit Geduld und Sanftmut“ zu begleiten (AL 294). Dies erfordert, auf die konkrete Lebenswirklichkeit der Familien und die Erfahrungen derer zu hören, die sie begleiten. Dabei gilt es, sowohl die Schönheit der Liebe, die im Alltag Gestalt annimmt, als auch die Zerbrechlichkeit wahrzunehmen, die diesen oft durchzieht – etwa durch Unsicherheit in Bezug auf Arbeitsplatz und Wohnraum, Krankheit, die Herausforderungen der Kindererziehung, emotionale Einsamkeit sowie die Pflege von Familienangehörigen mit Behinderung, im Alter oder bei Hilfsbedürftigkeit.

Welche Zeichen der Hoffnung, Herausforderungen und kritischen Fragen ergeben sich heute aus dem Familienleben in unterschiedlichen kulturellen und sozialen Kontexten? Wie wirken sich die Veränderungen unserer Zeit auf das Erleben der Liebe zwischen Mann und Frau, auf die Zeugung von Leben, auf die Fürsorge, die Glaubensweitergabe und die Sendung der Kirche aus? Welche pastoralen Ansätze sind am hilfreichsten, um Gottes Wirken im konkreten Leben der Familien zu erkennen und ihre menschlichen und geistlichen Ressourcen zu würdigen? Was lernen wir aus dem Zuhören bei Familien und aus den Erfahrungen der Ortskirchen? Wie kann der Dialog zwischen gelebter Erfahrung, kirchlicher Unterscheidung, theologischer Forschung und Humanwissenschaften dazu beitragen, die Realität der Familien tiefer zu verstehen und sie zu begleiten? 

2. Junge Menschen und die Entdeckung der Berufung zur Ehe
Jungen Menschen zuhören und sie bei der Entdeckung des Wertes der Ehe begleiten

In vielen Teilen der Welt leben junge Menschen in einem Umfeld, in dem das Vertrauen in die Möglichkeit, eine stabile Ehe und ein stabiles Familienleben aufzubauen, durch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Faktoren geschwächt wurde. Junge Menschen suchen nach Sinn, nach Zeugen – treuen und glaubwürdigen Paaren – und nach Menschen, die ihnen zuhören und ihnen helfen können, die Schönheit und Verheißung der christlichen Ehe zu entdecken: „Daher muss der Einsatz der Kirche […] erneuert und vertieft werden, damit […] sich junge Menschen von der Intensität der Berufung zur Ehe in der Kirche angesprochen fühlen.“

Welche Sprachen, Erfahrungen sowie Bildungs- und Glaubenswege helfen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen heute, den Wert der Ehe zu erkennen? Welches Zeugnis können Paare und Familien geben? Wie können sie dazu beitragen, diese jungen Menschen in ihrer emotionalen, relationalen und sexuellen Reifung zu begleiten? Welche Schritte der Aufmerksamkeit und der pastoralen Umkehr können der Kirche helfen, Paare, die ohne Trauschein zusammenleben, auf ihrem Weg der Liebe und des Familienlebens zu begleiten, damit sie in der Entscheidung für die Ehe und die Annahme von Kindern reifen?

3. Das Eheleben. Die ersten Ehejahre: eine entscheidende Zeit
Begleitung von Paaren in den ersten Ehejahren und in allen Lebensphasen – einander zuhören

Die Situation von Paaren in den ersten Ehejahren erfordert besondere Aufmerksamkeit; es ist eine entscheidende Phase, um das Eheband zu festigen und gemeinsam die Veränderungen zu bewältigen, die mit dem Beginn des Familienlebens einhergehen – wie etwa die Geburt von Kindern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf –, und um der ehelichen und familiären Liebe zugleich eine neue Bedeutung zu verleihen. Es ist eine Zeit, in der die Eheleute lernen, ihre Erfahrungen immer wieder im Licht des Evangeliums zu deuten, ihre Liebe in Christus zu verwurzeln und in Freiheit sowie gegenseitiger Verantwortung zu reifen. Tatsächlich werden gerade in diesen ersten Jahren viele jener menschlichen und geistlichen Ressourcen entwickelt, die den Eheleuten helfen, die verschiedenen Phasen des Familienlebens zu meistern.

„Daher muss der Einsatz der Kirche […] erneuert und vertieft werden, damit jene, die der Herr zur Ehe und zum Familienleben beruft, ihre eheliche Liebe in Christus leben können“, wobei auch zu prüfen ist, wie sich enge Beziehungen zwischen Familien, gegenseitige Unterstützung und konkrete Formen der Mitverantwortung im Leben der kirchlichen Gemeinschaft fördern lassen.

Welche Formen der Begleitung sind für Paare, insbesondere in den ersten Ehejahren, am hilfreichsten? Wie lassen sich enge Beziehungen zwischen Familien, gegenseitige Unterstützung und konkrete Formen der Mitverantwortung im Leben der kirchlichen Gemeinschaft fördern? Wie kann man Eheleuten helfen, ihre eigenen Ressourcen in den Bereichen Beziehung, Spiritualität, Zeugung und Erziehung zu erkennen und wertzuschätzen? Welche Erfahrungen zeugen von der Fruchtbarkeit familiärer Netzwerke, die zu gegenseitiger Unterstützung fähig sind und ihrerseits zu einer Präsenz werden, die anderen Begleitung und Zeugnis anbietet? 

4. In den Schwierigkeiten des Lebens: Begleiten und Unterstützen
Familien in komplexen Situationen begleiten

Besonderes Augenmerk gilt Paaren und Familien, die – in jeder Phase des Ehelebens – auf zwischenmenschliche, soziale oder geistliche Schwierigkeiten stoßen; Situationen, in denen das Evangelium dazu aufgerufen ist, noch näher zu sein: „Wir müssen lernen, die Schönheit der Berufung zur Ehe gerade durch die Anerkennung ihrer Zerbrechlichkeit zur Geltung zu bringen, um so das ‚Vertrauen auf die Gnade‘ (AL 36) und das christliche Verlangen nach Heiligkeit zu wecken. Wir müssen auch die Familien unterstützen, insbesondere jene, die unter den vielfältigen Formen von Armut und Gewalt in der heutigen Gesellschaft leiden.“ Selbst Scheitern, Zerbrechlichkeit, die Kluft zwischen Ideal und Wirklichkeit sowie komplexe Situationen werden zu Orten, an denen wir das Wirken der Gnade Gottes erkennen und Menschen mit Respekt, Geduld und Hoffnung begleiten können.

Welche Schritte wurden unternommen, um diejenigen zu unterstützen, die in Situationen der Zerbrechlichkeit oder der Not leben? Welche Widerstände treten auf? Wie können wir christliche Gemeinschaften aufbauen, in denen sich Menschen, die Leid, Verlassenheit, Trennung oder Scheidung erfahren haben, wirklich gehört, einbezogen und mitverantwortlich fühlen können? Welche konkreten Erfahrungen lassen bereits das Gesicht einer Kirche erkennen, die zunehmend zu Nähe, Unterscheidung, Begleitung und Bestärkung fähig ist – und so Einzelnen und Familien hilft, wieder Zuversicht zu gewinnen, sich als Teil der Gemeinschaft zu begreifen und Gottes Barmherzigkeit zu erfahren?

5. Christliche Familien als Träger der Sendung der Kirche
Die eheliche und familiäre Liebe als Impuls für die Sendung annehmen

Mit den Worten des heiligen Paul VI.: „Die Eheleute selbst sind es, die zu Aposteln und Wegweisern für andere Ehepaare werden“ („Humanae vitae“, 26). Sie legen Zeugnis davon ab, dass Liebe keine statische Realität ist, sondern ein dynamischer Weg der ständigen Selbsthingabe: „Wir sind nicht für ein Leben geschaffen, in dem alles selbstverständlich und statisch ist, sondern für eine Existenz, die sich durch das Geben und durch die Liebe ständig erneuert.“

Ehepaare wissen sehr wohl, dass man nie aufhört, die Sprachen der Liebe zu lernen – Tag für Tag. Innerhalb der christlichen Gemeinschaften haben Paare eine ganz eigene Art, auf die gemeinsame Berufung zur Liebe zu antworten. In einer sich rasch wandelnden Welt ist der Beitrag der Familien zur Sendung der Kirche notwendiger denn je, um eine „Schule der beständigen Liebe“ zu erhalten – samt der Früchte, die dies für das persönliche, kirchliche und gesellschaftliche Leben hervorbringt.

Trotz der Herausforderungen, die das Tempo des heutigen Lebens mit sich bringt, bleiben Familien der vorrangige Ort, an dem der Glaube an neue Generationen weitergegeben wird (vgl. „AL“ 287); ihre Sendung kommt auf vielfältige Weise zum Ausdruck: durch das tägliche Zeugnis für das Evangelium, durch die Begleitung anderer Familien, durch die Teilhabe am Leben der christlichen Gemeinschaften und durch ihren Beitrag zur Gesellschaft, geprägt von Erfahrungen der Liebe, der Fürsorge und der Solidarität.

Wie können wir die Erfahrung von Paaren und Familien als Ort menschlicher, geistlicher, kirchlicher und gesellschaftlicher Reifung wertschätzen? Wie können wir einen Weg begleiten, auf dem die Beziehung des Paares zu einer lebendigen Erfahrung des Wachstums im Glauben und im gesellschaftlichen Leben wird? Wie können wir den Beitrag der Familien zur missionarischen Sendung und zur pastoralen Umkehr der christlichen Gemeinschaften erkennen und unterstützen? 

Vatikan, 6. Juli 2026

[1] Sofern nicht anders angegeben, stammen die Zitate aus der Botschaft des Heiligen Vaters Leo XIV., veröffentlicht am 19. März 2026 anlässlich des 10. Jahrestages von „Amoris laetitia“; darin rief er zur Einberufung dieses Treffens auf.


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Lesermeinungen

 Cosmas vor 34 Minuten 
 

Die Dubia-Kardinäle Brandmüller und Burke haben immer noch keine Antwort bekommen!

Papst Leo hat zwar zum Dialog mit dem Islam aufgerufen. Die noch lebenden Dubia-Kardinäle sind aber offenbar weiterhin von einem Dialog ausgeschlossen.


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