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„Wenn ich mich nicht täusche, gibt es in der Geschichte keine vergleichbare Institution“

24. August 2026 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Kardinal Schönborn schreibt auf X einige Gedanken zum Papsttum auf – „Das Papsttum scheint keine Altersgrenze zu kennen, es existiert seit 2000 Jahren“


Wien-Vatikan (kath.net/pl) „Zweimal durfte ich an einer Papstwahl teilnehmen: im Jahr 2005 an der Wahl von Papst Benedikt XVI., im Jahr 2013 an der von Papst Franziskus. Bei der Wahl von Papst Leo hatte ich bereits die Altersgrenze überschritten. Das Papsttum scheint keine Altersgrenze zu kennen, es existiert seit 2000 Jahren. Wie ist das möglich?“ So leitete der emeritierte Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, seine Gedanken auf X über das Papsttum ein. Er ging dabei vom Sonntagsevangelium aus.

Seines Wissens gebe es „in der Geschichte keine“ dem Papsttum „vergleichbare Institution“. Dabei habe sich zwar die äußere Form des Papsttums „in dieser langen Zeit oft und tiefgreifend gewandelt“, doch sei sie „im Kern … sich gleich“ geblieben: „Immer ging es um den Nachfolger des Apostels Petrus“, schildert der international renommierte Theologe. Dies sei „nirgendwo … greifbarer als in Rom, am Petersplatz, im und unter dem Petersdom. Eines ist sicher: Der Petersdom ist über dem Grab des Petrus erbaut. Es liegt genau unter dem Altar, an dem seine Nachfolger Gottesdienst feiern. Der Obelisk, der in der Mitte des Petersplatzes steht, war ‚Augenzeuge‘ der Kreuzigung des Petrus. Er stand im Zirkus des Kaisers Nero, unter dem Petrus das Martyrium erlitten hat. Papst Leo XIV. ist sein 267. Nachfolger.“


Der Wiener Kardinal, der selbst auch maßgeblich am 1992 erschienenen „Katechismus der Katholischen Kirche“ mitgearbeitet hatte, fragte nach dem „Grund für die Jahrhunderte überdauernde Beständigkeit des Papsttums“, nach dem „Geheimnis des Simon Barjona, dem Jesus den Beinamen Kephas, Petrus, Fels gegeben hat?“

Unter Verweis auf das Bekenntnis des Petrus, „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“, und die darauf reagierenden Worte Jesu, „Du bist Petrus – der Fels – und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen“, erläutert Kardinal Schönborn wörtlich: „Im Klartext sagt Jesus, dass seine Kirche nicht untergehen wird, weil er selber sie auf einen Felsen baut, und dieser Felsen ist kein anderer als eben Simon, der Sohn des Jona, den Jesus Kephas, Petrus, Fels nennt. Ist diese Verheißung der Grund dafür, dass es bis heute Nachfolger des Petrus gibt?

Weiterhin verweist Schönborn auch auf das nächste Jesuswort: „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben.“ Dazu führt der Kardinal abschließend aus: „Das heißt doch, dass Jesus dem Petrus mit den Schlüsseln auch die Leitung übergeben hat, die Binde- und Lösegewalt hier auf Erden und bis in den Himmel. Hat also Jesus den Petrus zu einer Art allmächtigen irdischen Herrscher machen wollen? Darf sich der Papst auf die Worte Jesu berufen, um für sich solche Macht zu beanspruchen? Sicher nicht, wenn wir auch wörtlich nehmen, was Jesus dem Petrus auf sein Bekenntnis antwortet: ‚Selig bist du, Simon Barjona, denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.‘ Im Klartext heißt das: Nicht aus dir selbst hast du es, mich als Christus und Sohn Gottes zu bekennen. Das hat dir Gott geschenkt. An mich glauben ist nicht deine Leistung, sondern Gabe Gottes. Damit macht Jesus auch klar, was der Felsen ist, auf den er selber seine Kirche bauen wird: der Glaube des Petrus. Nicht weil die Kirche eine so solide Institution ist, gibt es sie bis heute. Sie lebt aus dem Glauben aller, die wie Petrus Jesus als den Christus, den Sohn Gottes bekennen. Wie schwach im Glauben gerade dieser Petrus sein kann, wird im nächsten Sonntagsevangelium klar werden.“

Archivfoto: Kardinal Schönborn vor dem Petersdom (c) kathpress/Paul Wuthe


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