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| ![]() Vivat, crescat, floreat9. April 2010 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen Der Latein-Unterricht ist wieder auf dem Vormarsch. Von Veronika Schütz (KNA) Freiburg (kath.net / KNA) Man kann mit ihr kein Getränk bestellen und sich schon gar nicht «mal eben so» auf der Straße unterhalten. Denn sie ist tot, sagt man. Die alte Sprache Latein. Aber Totgesagte leben bekanntlich länger und das gleichnamige Schulfach erlebt seit einiger Zeit einen neuen Zulauf. Innovative Lehrformen und bunte Bücher hauchen der Sprache Ciceros frischen Wind ein. Darin geht es nicht mehr um Krieg und Karthago, sondern um Alltag und Antike im Allgemeinen. Welche Chancen die neuen Methoden für Lehrer und Schüler bieten, diskutiert in diesen Tagen der Deutsche Altphilologenverband in Freiburg. «Bildung durch Sprache - Latein und Griechisch im Kontext der Schulsprachen» lautet das Thema des Bundeskongresses, der noch bis diesen Samstag andauert. Unter den Experten für alte Sprachen herrscht weitgehend Einigkeit: Auf unterhaltsame Weise geht es mit den beiden durch die bunte Welt der Antike und die oftmals nicht ganz so bunte lateinische Grammatik. Zu vielen Vokabeln werden Zusammenhänge zu anderen Sprachen herausgearbeitet, was dann auch im Unterricht Thema ist. «Trockene Grammatik und alte Kriege, die Zeiten sind vorbei», sagt Karl Boye, Sprecher des Altphilologenverbandes. «Die Identifikationsfiguren in den Büchern, ermöglichen eine emotionale Nähe». Auch deshalb habe gerade das Fach Latein einen enormen Zulauf erfahren. In den letzten neun Jahren stieg die Zahl der Schüler laut Angaben des Verbandes bundesweit um rund 30 Prozent auf rund 832.000 Schüler im Schuljahr 2008/2009. Damit liegt Latein nach Englisch und Französisch auf Platz drei in der Fremdsprachenrangliste. Ein weiterer Grund für diese Entwicklung ist, dass an vielen Gymnasien oder Gesamtschulen Fünftklässler mittlerweile gleichzeitig mit Englisch und Latein einsteigen können. Dadurch werde den Eltern und Schülern die Entscheidung zwischen der «Kommunikationssprache Englisch» und der «Reflexionssprache Latein» abgenommen. «Gerade in heutiger Zeit ist Latein besonders wichtig, da es das Sprachbewusstsein schult und die Kinder schon früh lernen, Sätze in ihrer Muttersprache nicht einfach unüberlegt zu formulieren», so Boye. Latein vermittle darüber hinaus ein kulturelles, religiöses und philosophisches Wissen. Viel hänge dabei aber auch vom Lehrer ab. «Er muss Pfeffer im Hintern haben, um den Kindern diesen Bezug vermitteln zu können», sagt Boye. Dann, so das Credo des Experten, könne aus dem Lateinunterricht ein Kulturunterricht werden. Ein interessanter und vergleichsweise neuer Aspekt für die Altphilologen ist, dass Kinder mit Migrationshintergrund Deutsch offenbar besser lernen und verstehen, wenn sie auch Latein beherrschen. «An Latein geht man analytisch ran, das hilft bei der Entwicklung des Bewusstseins für die deutsche Sprache», sagt Boye, der selbst Lateinlehrer ist. Diese These sei bislang wissenschaftlich zwar noch nicht unterfüttert, aber der Berliner Professor Stefan Kipf wolle der Frage in einem eigenen Forschungsprojekt an der Humboldt-Universität auf den Grund gehen. Und auch wenn Latein heute - außer im Vatikan - nicht mehr aktiv genutzt wird, ist die Sprache noch lange nicht untergegangen. Egal ob in Filmtiteln oder Comics: Lateinisches ist mehr und mehr im Alltag zu finden - ganz ohne verstaubten Touch oder die Patina aus zwei Jahrtausenden. Und das alte lateinische Sprichwort scheint auch für die Sprache selbst und ihre Freunde zu gelten: Tempus fugit - amor manet. Die Zeit vergeht - die Liebe bleibt. (C) 2010 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() Lesermeinungen
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