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20. Februar 2013 in Aktuelles, 14 Lesermeinungen
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Am letzten Geläut für den Papst scheiden sich die Geister. Von Christoph Renzikowski (KNA)


München (kath.net/KNA) Wenn ein Papst stirbt, läuten die Glocken katholischer Kirchen auf der ganzen Welt. Für viele Gotteshäuser existiert sogar eine Läuteordnung, in der genau festgelegt ist, wie lange welche Glocke ertönen soll und in welcher Reihenfolge. Was das für den ungewöhnlichen Fall eines Amtsverzicht des Petrusnachfolgers bedeutet, ist allerdings unklar. Nach dem, was aus der Vollversammlung der deutschen Bischöfe in Trier zu hören ist, werden die Glocken hier zu Lande in der Mehrzahl schweigen, wenn am 28. Februar um 20 Uhr das Pontifikat von Benedikt XVI. offiziell endet.

«In Bamberg läuten die Glocken definitiv nicht, weil der Papst ja noch lebt», erläutert Bistumssprecher Harry Luck. In Trier sei die Frage kurz erörtert worden, hat er erfahren. Und dass die Bischöfe, die sich bei der Frühjahrsvollversammlung zu Wort gemeldet hätten, auch in diese Richtung tendierten.

Eine kleine Umfrage ergibt kein einheitliches Bild: Im Bistum Eichstätt wird ein flächendeckendes Geläut angestrebt, im Erzbistum München-Freising dagegen nicht. Auch in den baden-württembergischen Diözesen wird es voraussichtlich kein großes Abschiedsläuten für Benedikt XVI. geben. «Ein Geläut von allen Kirchtürmen ist nur für den Todesfall üblich», sagt der Glockeninspektor des Erzbistums Freiburg, Johannes Wittekind.


Möglicherweise wird am 28. Februar aber die Papstglocke der Mannheimer Pfarrei St. Peter läuten. Die 1,4 Tonnen schwere Bronzeglocke wurde 2011 eigens zum Deutschlandbesuch des Kirchenoberhaupts gegossen und ist mit seinem Wappen verziert. Von den Regensburger Domtürmen werden die Glocken in der letzten Viertelstunde des Pontifikats erschallen. Was darüber hinaus den Gemeinden nahegelegt wird, entscheidet die Ordinariatskonferenz erst nächste Woche.

Der Karlsruher Diplomingenieur Kurt Kramer (69) wundert sich über solche Vielstimmigkeit. Jahrzehntelang hat der Experte den «Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen» geleitet. Sein weltweit anerkanntes Fachwissen trug ihm den Ehrentitel «Glockenpapst» ein. Für ihn ist ganz klar, dass am 28. Februar um 20 Uhr geläutet werden sollte. Dies sei genau der richtige Zeitpunkt, um Gott zu danken und zu beten «für diesen in seiner Einfachheit großen Papst». Die gleichen Glocken, die ihn vor acht Jahren freudig schwingend im Amt des Kirchenoberhaupts begrüßt hätten, sollten auch jetzt erklingen.

Dass ein solches «letztes Geläut» auch missverstanden werden könnte, will Kramer nicht gelten lassen. «Das ist mir zu weltlich gedacht.» Er verweist auf die älteste und wichtigste Bedeutung der Glockenschläge: Sie hätten stets zum Gebet gerufen und seien früher das einzige Mittel gewesen, unter den Gläubigen Gleichzeitigkeit herzustellen. Diese Tradition sei rund 1.000 Jahre alt. Im Übrigen lasse sich bei größeren Glockenstühlen ein freudig-festlicher von einem traurig-ernsten Klang deutlich absetzen. Im aktuellen Fall «sollte man das Geläut von Ostersonntag oder Weihnachten nehmen».

Kramer fühlt sich an eine Diskussion vor 23 Jahren erinnert. Am Tag der Deutschen Einheit 1990 seien sich die Bischöfe auch uneins gewesen, ob sie aus diesem außergewöhnlichen Anlass läuten lassen sollten. Die Mehrheit hätte sich zwar dafür entschieden, aber erst nach dem 3. Oktober 1990 hätten alle eingesehen, dass dies auch richtig gewesen sei.

So ganz sang- und klanglos wird die Amtszeit des deutschen Papstes in seiner Heimat allerdings nicht enden. In nahezu allen Diözesen wurden rund um den Ablauf der Frist inzwischen Dankgottesdienste in Kathedralen und Pfarrkirchen angesetzt.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto: Petersdom © kath.net


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