Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  4. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  5. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  6. Bätzing gegen Papst Leo
  7. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  8. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  9. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  10. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  11. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  12. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  13. „Wir werden erwartet“
  14. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  15. ‚Entschuldigung, aber … was?‘

Papst Franziskus verteidigt katholische Tradition und Rechtgläubigkeit

2. April 2013 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Philosoph Robert Spaemann setzt große Hoffnung auf den neuen Papst, kritisiert "Modernisten" in der Kirche und begrüßt den Kirchenaustritt von Leuten, die die katholische Lehre ablehnen


Berlin (kath.net) Der bekannte Philosoph Robert Spaemann hat in einem aktuellen Interview mit der "Jungen Freiheit" vor einer Kirchenrevolte und einer Abspaltung von Rom gewarnt und dabei an den historischen antirömischen Affekt erinnert, der auf den Dualismus von Kaiser und Papst zurückging. "Die Säkularisierungstendenz ist weltweit, aber wo gibt es so etwas wie das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, das aus Kirchensteuern finanziert wird? Tatsache ist, daß bei einem Kurienbischof oder Privatsekretär des Papstes kaum die Chance besteht, daß ein deutsches Domkapitel ihn als Diözesanbischof akzeptiert", so Spaemann. Für ihn stehe auch fest, dass die Entkatholisierung eine Folge der Entchristlichung sei und dass der Protestantismus schneller erodiere.

Überraschend sei der Prozess aber nicht. Der Philosoph erinnerte dazu an den Timotheus-Brief, in dem vom "großen Abfall" die Rede sei und von Zeiten, in den die Menschen die gesunde Lehre nicht mehr ertragen werden. "Die Leute wollen heute eine ‚Wellness‘-Religion. Aber, wie C.S. Lewis sagt, wenn die Frage ist, welche Religion die angenehmste ist, würde er nicht das Christentum empfehlen. Und er fügt an, um Wellness-Gefühle zu erzeugen, tue es auch eine Flasche Portwein", so Spaemann.


Eine Abspaltung von Rom sei aber noch immer besser als eine Verdunstung des Christentums. Er selber halte aber die "allmähliche Erosion" für wahrscheinlicher, da eine Abspaltung wohl auch durch das Kirchensteuersystem verhindert werde. "Die „Modernisten“ in der Kirche könnten diese doch bereits jetzt verlassen und zwar in Richtung evangelische Kirche. Denn dort finden sie so gut wie alle ihre Forderungen bereits erfüllt. Aber das wollen sie nicht", so Spaemann. Der Grund sei, dass man nun einmal nicht gerne die Fleischtöpfe Ägyptens verlassen möchte. "Genauer gesagt: Diese Gruppen repräsentieren in der katholischen Kirche etwas, das sie nicht mehr repräsentieren könnten, wenn sie evangelisch wären. Und sie profitieren von der Kirchensteuer, da sie von der ‚Amtskirche‘ finanziert werden." Er persönlich begrüße den Austritt von Leuten, die die katholische Lehre ablehnen und mit der katholischen Kirche nichts anfangen können.

Der katholische Philosoph kritisiert dann auch die übliche "liberale Reformagenda". Dort komme das, worum es im christlichen Glaube gehe, gar nicht vor. Stattdessen geht es um Sexualität, „Gender“, Ökumene, Demokratisierung etc. "Es mögen keine unwichtigen Fragen sein, aber ganz sicher sind es keine ‚letzten Fragen‘. Wem es um diese geht, den langweilen die meisten der Reformforderungen. Also um die Frage der Beziehung zu Gott, um Sinn, Erlösung, Hoffnung, Seelenheil, ewiges Leben, ewigen Tod." Ein katholischer Liberalismus ziehe die Geister auch nicht an, obwohl er einschlägigen Beifall finde. "Martin Mosebach schreibt, daß in seiner Jugend in den Kreisen seiner Eltern eine Reform der Meßliturgie – Abschaffung des Latein etc. – als unbedingt nötig erschien. Daß aber danach keiner mehr einen Grund fand, in die Messe zu gehen", so der Philosoph. Eine Kirchenreform müsse geistlicher Natur sein. Sie müsse dazu führen, dass mehr gebetet werde.

Robert Spaemann erklärte am Ende des Interviews, dass er auch große Hoffnung auf den neuen Papst Franziskus habe. Wörtlich meint Spaemann gegenüber der "Jungen Freiheit": "Zum einen ist ein Papst in der Nachfolge des heiligen Franz von Assisi, der sich also besonders um die Natur und die Armen kümmert und der gleichzeitig die katholische Tradition und Rechtgläubigkeit verteidigt, nicht so leicht als "Reaktionär" zu verunglimpfen, wie das beim Denker Benedikt XVI. leider der Fall war.

Übrigens: Der "Kardinal der Armen", wie er in Buenos Aires genannt wurde, war überhaupt kein Freund der sogenannten Befreiungstheologie. Und: Es ist vielleicht wenig bekannt, daß der heilige Franz in seinem Testament die Priester der Kirche höher ansiedelt als die Engel, unbedingte Verehrung für sie verlangt, sowie größte Kostbarkeit für den Ort, wo die Eucharistie aufbewahrt wird. Aus der Hinwendung zu den Armen kann eine Erweckung der geistlichen Perspektive entstehen, der Perspektive die auf das ewige Leben gerichtet ist."


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Das kirchliche Amt zwischen Wahrheit und Selbstreferenz – Vom Selbstausdruck zum Christuszeugnis
  2. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  3. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  4. „Je besser die zentralen Ämter der Kirche geführt werden, desto größer der Nutzen für die Kirche“
  5. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  6. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  7. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren
  8. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  9. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  10. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Leo XIV. drängt auf internationale Regeln für Künstliche Intelligenz
  3. Papst baut Sekretariat der weltweiten Synode um
  4. Papst dankt Mercedes für "100 Jahre Papamobil"
  5. „Der Kurierfahrer steuerte die falsche Tür an und landete versehentlich in der Kathedrale“
  6. Vatikan warnt vor ‚Extremismus‘ und ‚Spaltung‘ durch Knien beim Kommunionempfang
  7. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  8. „Die ‚Irish Times‘ hat den 3293. Artikel von jemandem veröffentlicht, der nicht mehr zur Messe geht“
  9. Ulf Poschardt warnt vor Islamismus: Erst sind die Synagogen dran, dann die Christen
  10. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  11. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  12. Papst Leo beantragte Briefwahl-Unterlagen für die Midterms - Papst hat tatsächlich gewählt!
  13. „Mit der Unterstützung meiner Schwiegereltern verließ ich eine nicht-sakramentale Beziehung“
  14. Erzbischof von Vilnius als CCEE-Präsident wiedergewählt
  15. Warum ausgerechnet ein Augustiner-Pater Patron der armen Seelen ist

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz