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Besuch beim Seelenbruder

3. Oktober 2013 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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In Assisi trifft der Papst auf Stille und auf Pilgermassen. Von Christoph Schmidt (KNA)


Vatikanstadt/Assisi (kath.net/KNA) Via Webcam war er schon dort und hat am Grab seines Namenspatrons gebetet. Am Freitag kommt Papst Franziskus auch persönlich nach Assisi, um das Jahresfest des Heiligen in dessen Stadt zu feiern. Begleitet von hunderttausend Pilgern, eintausend Journalisten und den acht Kardinälen, mit denen er in den Tagen zuvor über den Umbau der Kurie diskutiert hat. Die zeitliche Nähe zu dem Besuch und das gemeinsame Erscheinen mit seinen «Chefberatern», darunter der Münchner Kardinal Reinhard Marx, nannte Vatikansprecher Federico Lombardi zwar einen «Zufall». Sicher wird der erste Papst dieses Namens an den Wirkungsstätten des heiligen Franziskus (1181/82-1226), der Bedürfnislosigkeit lebte und Reform predigte, aber deutliche Botschaften für sein Ideal einer Kirche der Armen aussenden.

Flüchtlinge auf Lampedusa, Arbeitslose und Häftlinge auf Sardinien - auch bei seiner dritten Italienreise wendet sich Franziskus besonders an jene, mit denen niemand tauschen möchte. Gleich nach der Landung im Helikopter begegnet er behinderten Kindern in der Kirche des Serafico-Instituts, einer Einrichtung für Taubstumme. Danach betet der Jesuiten-Papst am Ursprungsort franziskanischer Spiritualität, der Kirche San Damiano. Dort hatte der heilige Franz der Überlieferung nach um das Jahr 1205 sein Berufungserlebnis. «Franziskus, geh und stelle mein Haus wieder her», habe ihm die Stimme Jesu vom Kruzifix herab befohlen.


Damals waren es Prunk und Prasserei im Klerus, heute zehren vor allem Gläubigenschwund und Priestermangel am Kirchengebäude. Auch Franziskus der Papst muss dicke Balken zimmern, um es zu stützen.

Dafür braucht er indes keine seidenen Kleider abzulegen und auf ein schweres Erbe zu verzichten, wie es Franziskus, der einstige Lebemann, demonstrativ tat. Am vermuteten Ort des Geschehens, dem «Entkleidungssaal» im Haus des Bischofs, will der Papst mit Armen zusammentreffen. Auch das einfache Mittagessen wird er im Caritas-Zentrum mit Bedürftigen und Kranken einnehmen. «Und die Kardinäle werden bei uns im Kloster genauso bescheiden bekocht», versichert Bruder Thomas Freidel, deutscher Franziskaner im Konvent neben der Grabesbasilika.

Nach dem Besuch der Krypta wird der Papst bei einer Messe auf dem Vorplatz das Öl für die Grablampe des italienischen Nationalheiligen segnen, das jedes Jahr von einer anderen Region gespendet wird. Spätestens der Besuch der vier Kilometer entfernten Einsiedelei «Eremo delle Carceri» am Nachmittag werde dann den Terminplan in Verzug bringen, glaubt Bruder Thomas. Die Fahrt sei in der geplanten Zeit nicht zu schaffen. Die in einer Waldschlucht gelegene Grotte, über der später ein kleines Kloster errichtet wurde, steht für fast ein Dutzend Orte in Mittelitalien, an die sich Franziskus zurückzog, um zu fasten und zu meditieren.

Viele Stationen an diesem Tag absolviert der Papst als stillen «Privatbesuch». Beim Eintauchen in die Spiritualität seines Namenspatrons lässt er kaum einen Ort aus. Die Programmdichte legt eine gute Fitness des 76-Jährigen nahe. Unter anderem besucht er die Basilika der heiligen Klara, Ordensgründerin und Vertraute des «Poverello». Sein Gebet vor dem dort aufbewahrten legendären Kreuz von San Damiano dürfte eines der symbolisch stärksten Motive dieser Reise zwischen Stille und Pilgermassen werden. Außerdem trifft er Ordensleute. In Assisi leben rund 300 Angehörige der verschiedenen Ordenszweige in sieben Männer- und vier Frauenklöstern.

Dass der Papst auch in Assisi das Gespräch mit Jugendlichen sucht, ist nach seinen Appellen beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro nicht überraschend und war auch auf Sardinien der Fall. Gegen Abend wird er zu zehntausend jungen Gläubigen sprechen. Dass er auf seiner Mission für eine Kirche aller Altersgruppen aber besonders die Kirchenfernen dieser Generation erreichen muss, wird ihm klar sein.

Kurz vor dem Rückflug in den Vatikan gegen 19.15 Uhr zieht es den Papst noch zum Heiligtum Rivotorto. Dort bewohnte der Heilige mit ersten Anhängern in strenger Armut eine kleine Hütte - die dann zum Startpunkt einer der größten Massenbewegungen der Kirchengeschichte werden sollte.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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