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Architekturkritiker: Das Limburger Bauwerk ist nicht protzig

12. Oktober 2013 in Deutschland, 25 Lesermeinungen
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Rainer Haubrich in „Die Welt“: Das „Diözesane Zentrum ist exzellente Baukunst, eines der besten deutschen Neubauvorhaben seiner Art aus den letzten Jahren“, „man darf den architektonischen Gestus sogar ausgesprochen bescheiden nennen“


Limburg (kath.net/pl) „Was die Architektur betrifft, sind die Millionen der katholischen Kirche gut angelegt: Das Diözesane Zentrum ist exzellente Baukunst, eines der besten deutschen Neubauvorhaben seiner Art aus den letzten Jahren.“ Zu dieser überraschenden Würdigung hat sich Rainer Haubrich in der Tageszeitung „Welt“ entschlossen. Haubrich ist Ressortleiter des Feuilletons und renommierter Architekturkritiker. „Abgesehen vom Preisschild, das dem Vorhaben anhängt wie ein Mühlstein, ist das Bauwerk selbst alles andere als protzig“, urteilte Haubrich, man dürfe den architektonischen Gestus sogar „ausgesprochen bescheiden“ nennen.

Der Architekt Michael Frielinghaus habe sich nicht „mit spektakulären Formen oder Oberflächenreizen in den Vordergrund“ gespielt, statuierte der Redakteur der „Welt“, vielmehr nehme er „die Traditionen und Maßstäbe des historischen Ortes“ bis in die Wahl der Materialien hinein auf und mache „dem großartigen Limburger Dom nicht ungebührlich Konkurrenz“. Denn immerhin sei der Limburger Dom „einer der gewaltigsten Dome“ der spätromanischen und frühgotischen Zeit, sein Bild habe auch „einst den wertvollsten Geldschein in Deutschland, die 1000-D-Mark-Banknote“ geziert. Und auch das zweite bedeutende Baudenkmal auf dem Domberg, die alte Burg, deren Anfänge in die Merowingerzeit zurückreichten, „spiegelt sich im architektonischen Duktus des neuen Bischofssitzes“.

Frielinghaus wolle sich derzeit zwar nicht zu den Kosten äußern, so Haubrich weiter, lege aber Wert darauf, dass das Limburger Diözesane Zentrum kein Protzbau sei. Er habe etwas schaffen wollen, das „noch in 100 Jahren voller Würde ist" - dies sei Frielinghaus „ohne Zweifel gelungen“, urteilte der Architekturkritiker.

Wahre Protzbauten sähen anders aus, erläuterte Haubrich und lud dazu ein, „sich einmal in Osteuropa umsehen, in den ehemaligen Sowjetrepubliken oder in den arabischen Staaten am Golf“. Da finde man „billige Kopien vom Berliner Reichstag mit bläulich getönten oder verspiegelten Scheiben, plumpes architektonisches Imponiergehabe, bizarr gekurvte oder überdimensionierte Nationaldenkmäler, zugedröhnt mit poliertem Granit, glänzendem Metall oder Vergoldungen an den unmöglichsten Stellen. Ganz zu schweigen von Interieur-Orgien aus Plexiglas, Swarovski-Kristallen und Leopardenfellen“.

Doch „nichts von diesen geschmacklosen Übertreibungen“ fände sich im Diözesanen Zentrum St. Nikolaus. Vielmehr habe der Architekt „zwischen drei bestehende Altbauten“ „behutsam ein Ensemble eingefügt, das wie eine kleine Stadt in der Stadt gruppiert ist“. Die Materialen seien typisch für die Stadt Limburg (Muschelkalkstein und Schiefer), in den Räumen herrsche „ein heller Farbklang aus Beige und Weiß, es sind zurückgenommene, noble Interieurs mit großer Qualität im Detail, die in ihrer Reduktion der geistlichen Bestimmung des Bauwerks vollkommen entsprechen“.

Dann ging Haubrich auf die Fragen zur Kostenexplosion ein. Er wies darauf hin, dass Diözesanbaumeister Tilman Staudt schon vor Monaten von „einem schwierigen Baugrund“ gesprochen habe und von Mehrkosten vor allem im Zusammenhang mit archäologischen Arbeiten, etwa „mit der Sanierung der knapp 50 Meter langen historischen Stadtmauer“. Die „Alte Vikarie“ sei einsturzgefährdet gewesen, man habe „Balken aus anderen Häusern dieser Bauepoche“ suchen müssen, um sie dort einzubauen.

Haubrich kommt zu dem Fazit: „Betrachtet man den Aufwand für die Neubauten und dazu die Renovierung der bestehenden drei Altbauten sowie die gärtnerische Gestaltung der Anlage, etwa des strengen Mariengartens am unteren Hang des Dombergs, dann erscheinen die Gesamtkosten von gut 30 Millionen Euro keineswegs übertrieben. Eher muss es überraschen, wie dieses Bauvolumen jemals auch nur auf einen einstelligen Millionenbetrag geschätzt werden konnte.“

Weitere Fakten im Interview mit dem Bausachverständigen Hubert Baumeister: „Limburg: Baukostenschätzung war 'definitiv zu niedrig angesetzt'“


Führung durch das in die Diskussion geratene Diözesane Zentrum in Limburg - Amateurvideo vom 5.9.2013 direkt vor Ort



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Lesermeinungen

 Alpenglühen 14. Oktober 2013 

Diözesanes Zentrum St. Nikolaus

@Zeromancer
Ein Forist hat errechnet:31 Mill. auf alle Gläubigen umgerechnet ergibt 46 Euro/Kopf. Für Sie 92 €, falls Sie „Limburger“ sind. Würde ein Konto eröffnet u. jeder von uns 1 Euro spenden, kämen 92 € vermutl. zusammen. Wären Sie dann zufrieden?
Soll jeder, der, evtl. sogar solo, eine größere Whg. hat als Sie, ein schlechtes Gewissen haben?
Vielleicht sollten Sie weniger die FAZ u.die Süddeutsche lesen u. erst mal den Prüf.-Bericht der Kommission abwarten.
@bellis
Volle Zustimmung. So mancher sollte den Neid nicht so raushängen lassen. Außerdem gibt es bei Seminaren u. Kursen immer Preis-nachlässe z.B. für Studenten oder auch HartzIV-Empfänger.
@Dominique
Für Veranstaltungen werden Referenten mindest. 1 Jahr vorher kontaktiert. Das war nicht möglich, denn der Abschluß der Arbeiten war offen. Selbst am 05.09.’13, bei den ersten Führungen, war noch nicht alles fertig. Geben Sie doch erst mal die Möglichkeit, einen Veranstaltungsplan zu überlegen u. dann Referenten zu finden.


2
 
 dominique 13. Oktober 2013 
 

@bellis - à propos simple Fortbildungen

Diese Anlage in Limburg wird in den Medien gern als "bischöfliche Residenz" o.ä. apostrophiert, firmiert aber selbst (seit wann? von Anbeginn oder erst als Reaktion auf Kritik?) als "Diözesanes Zentrum St. Nikolaus". Hat man schon etwas von einem entsprechenden Belegungsplan und Veranstaltungskalender für 2014 gehört? Welche Gruppierungen der Diözese sind als Nutzer dieses Zentrums benannt? Und viele Fragen mehr.


1
 
 bellis 13. Oktober 2013 

Zeromancer, dominique

Wie realitätsfern doch so manche sind. Simple Fortbildungen in der Wirtschaft kosten 1000-2000€ / Tag und für Wärmestuben, Eintopf und Hartz IV sind Laien und Politiker zuständig. Vielleicht soll am Ende der Kölner Dom verfallen, weil die ständigen Reparaturen so teuer und der große Dom für die wenigen Gläubigen viel zu groß sind, das Geld besser Obdachlosen gegeben werden sollte. Haben Sie sich bei Frau Merkel und Herrn Schäuble schon beschwert, dass sie hunderte von Milliarden den Banken schenken? Nur zu... Ja, das Bauwerk ist ästhetisch,schön und strahlt Ruhe aus. Es ist schon dreist anderen vorzuschreiben, dass sie nach kleinkariertem Sozialismus-Normen wohnen sollen, eben Neid. Und, es sei daran erinnert, Neid ist eine Sünde. Gott wird schon richten, wie jeder einzelne mit seinem Talenten umgegangen ist, dass müssen wir nicht tun.


10
 
 TvS 12. Oktober 2013 
 

Reliquien

Der Raum mit den neuen geschreinerten Behältnissen für die Reliquien wirkte beeindruckend, und eine angemessene Aufbewahrung und Zurschaustellung war längst überfällig.

Nur: Ich hätte mir dies vielleicht in einer Seitenkapelle des Limburger Doms gewünscht, nicht im "Diözesanen Zentrum", zu dem der öffentliche Zugang doch sehr eingeschränkt ist (und das wahrscheinlich als "Tebartzerium" in die Geschichte eingehen wird).


1
 
 delinquent 12. Oktober 2013 
 

Es steht nicht in Frage,

dass Architekten und Handwerker in Limburg eine gute Arbeit geleistet haben. Und Geschmack hat der Bauherr bewiesen, das muss man ihm lassen. Aber waren Fensterscheiben, die auf Knopfdruck undurchsichtig werden, wirklich nötig? Und muss ein Konferenztisch wirklich 28.000 € kosten? Und die Medien werden uns in den nächsten Tagen und Wochen mit neuen Details versorgen, da dürfen wir sicher sein.
Ich frage mich nur, was mit dem Bau passiert, wenn TvE nicht mehr Bischof ist. Der Nachfolger kann doch unmöglich in die Wohnung einziehen. Jeder würde ihn doch sofort fragen, wie es so ist, in einer Badewanne zu planschen, die 15.000 € gekostet hat. Umwandeln in ein Museum für Architektur und Design? Eintritt nehmen? Dann könnte man die 31 Millionen wenigstens teilweise wieder reinholen.


1
 
 Helena_WW 12. Oktober 2013 
 

@dominique : Sie verneigen sich lieber vor den güldenen Moscheen

die werden tatsächlich u.a. von Steuergelder/EU Steuergeldern gebaut.

Hier hingegen war es wohl Stiftungsgeld.

Ich finde schon das wir schöne christliche Begegnungsstätten brauchen.
Das Kunst und Musik den Menschen kultivieren. Sehe man doch mal die unfassbare Gewalt in Syrien von solchen die sich auf eine "Religion" berufen die keine Kunst, Musik und feine Kultur kennt. Da gibt es doch einen Zusammenhang. Leute die Kirchen bauen, Kunstwerke, Musik machen haben eine Ausdrucksform gefunden wo man sich nicht blindwütig die Köpfe einschlägt.

Und von der billigen Armutsrethorik lassen ich mich nicht einfangen das sind doch zu sehr Uboote von irgendeinem Sozialismus. Sind ja Sozialismus-Zugeneigte-Wutbürger u. Kunstbanausen, die im Moment so unsäglich Mobben in den Medien.


9
 
 Stefan Fleischer 12. Oktober 2013 

Immerhin

hat das Bistum Limburg in Sachen Denkmal- und Heimatschutz ganze Arbeit geleistet. Man hätte ja das Ganze dem Staat verkaufen können. Ob es dann dem Steuerzahler schlussendlich billiger gekommen wäre ist eine andere Frage.

Im Übrigen aber denke ich, dass diese ganze "Armutshysterie" der Kirche wohl bald wieder der Vergangenheit angehören wird, sobald sich nämlich unsere Kirche wieder bewusst wird, dass jene Armen, zu den sie in erster Linie gesandt ist, nicht die materiell armen sind, sondern alle armen Sünder, für die unser Herr am Kreuz gestorben ist, und unter welchen die Kategorie der materiell reichen wohl überproportional vertreten ist. Irgendwann wird sie auch wieder meerken, dass ihre Hauptaufgabe die Seelsorge und nicht die Leibsorge ist.


10
 
 OStR Peter Rösch 12. Oktober 2013 
 

Ich bin gefragt . . .

. . . worden, ob mein untiger Beitrag eine Satire ist. Es ist keine Satire. Es ist eine Stellungnahme aus gesundem katholischen Denken heraus. Welch ein Zeitzeichen, daß man das für Satire halten mag!


1
 
 dominique 12. Oktober 2013 
 

@Vincentius - zu teuer ist für den Geschmack vieler Zeitgenossen und Foristen!

Dieses Projekt entspricht weder Wunsch und Willen der kath. Christen des Bistums Limburg noch ist es jemals den Menschen dort sinnvoll vermittelt worden - im Gegenteil, man hat z. B. mit großen Bauplanen und Sichtblenden den Menschen wortwörtlich jeglichen Einblick in die Baustelle dieses Projektes verwehrt. Wie haben wir das zu verstehen? Kein Mensch wusste, was dort gebaut wurde. Und jetzt weiß man, was herausgekommen ist: in der Tat ein Bauwerk, das nicht für die Menschen bestimmt ist und ihnen dienlich, voll mit elitärem ästhetizierendem Dünkel. Wer soll in solchen Gemäuern wem "begegnen"?


2
 
 Vincentius 12. Oktober 2013 

Tja...

Das Problem ist ja auch nicht, dass das Bauvorhaben protzig wäre - sondern, dass es zu teuer ist für den Geschmack vieler Zeitgenossen und Foristen!


1
 
 angel67 12. Oktober 2013 
 

Welche Bescheidenheit?

EB Zollitsch spricht von "Bescheidenheit", die sich neben dem Leben des Bischofs auch in Bauwerken ausdrücken soll. Neben der Tatsache, dass EB Zollitsch einen neuen 7er BMW mit hoher PS-Zahl und nahezu kompletter Ausstattung fährt (Bischof Tebartz fährt einen 5er BMW ...), in Konstanz gerade ein Studentenwohnheim für 12 Mio renovieren (!) - nicht etwa neu bauen - ließ, plante er noch vor kurzem - was die Badische Zeitung meldete - auf dem Parkplatz des Priesterseminars in Freiburg eine neues Zentrum mit Bischofswohnung im historischen Stil. Ich bin einmal gespannt, was jetzt aus den ursprünglichen Plänen wird, die noch nicht vorgelegt und für die keine Baukosten benannt wurden, jetzt verändert wurden ... Abgesehen davon wurden dieses und letztes Jahr alle Häuser (!) der Domkapitulare in der Herrenstraße renoviert und mit neuen Dächern und Fassaden versehen. Die Baukosten?


10
 
 Helena_WW 12. Oktober 2013 
 

@Zeromancer : Sind das nicht andere Geldtöpfe ?

Wenn das für das St. Nikolaus ausgegebene zweckgebundene Stiftungsgelder sind/waren, kann man sie entweder investieren entsprechend ihrer Zweckbindung oder beim momentanen Zins auf der Bank entwerten lassen. Da hat dann niemand etwas von.
Jetzt kann man aber dafür sorgen das die Begegnungsstätte, die man nun hat in jeder Hinsicht segensreich wird, anstatt alles durch Streit kaputtzumachen.


7
 
 willibald reichert 12. Oktober 2013 
 

Suarez

Ich stehe auf Ihrer Seite. Die Foristen
auch hier werden vielfach nur bei geld-
lichem Versagen hellhörig, ob aber der
Glaube vor die Hunde, darüber kann man
mit ihnen höchstens dialogisieren. Daß
Kamphaus wie weiland Luther dem Papst
mit seiner Verteidigung einer Kultur des
Todes die Stirn geboten hat, läuft bei
den ach so "fortschrittlichen"(fort-
schreiten in den Abgrund) Katholiken
unter Peanuts. Im Zweifelsfalle sind
sie die Ersten, die nach dem anhaltenden
Medienhype das Schiff verlassen, weil
sie die Kirche mit einem säkularen Ge-
bilde verwechseln und bereits zu Namens-
christen mutiert sind.


12
 
 Suarez 12. Oktober 2013 

@Zeromancer

Ich gehe regelmäßig in den Gottesdienst und ich kann nicht sehen, dass wir nicht auskommen in der Gemeinde.

Gespart werden muss, weil wir unseren Glauben nicht mehr athentisch leben, er fad geworden ist und daher die Menschen die Kirchen meiden, wo sich teilweis mehr Selbstdarstellung denn Andacht findet. So bleiben die Kirchen leer und niemand sollte leere Bauwerke unterhalten, das ist schlicht Vernunft.

So ein prächtiger Bau dient Generationen, er ist auch ein Zeichen, dass unser Glaube noch lebt und vital ist und nicht bloß kümmerliche Einfalt, die sich damit brüstet, armselig zu sein.

Eine Kirche der Armen muss auch eine Kirche sein, in denen die Armen und Beladenen Freude finden und in der es auch etwas gibt auf was man stolz ist.

Warum plädieren Sie nicht für die Abschaffung der Kirchensteuer, die es ja nur in den wenigsten Ländern gibt, das wäre konsequent.

Die Kirche muss wieder Licht werden, nicht Trübnis, denn mit plakativen Armutsgesten erreichen wir keine Herzen.


11
 
 Der Gärtner 12. Oktober 2013 

Es gibt doch in Deutschland nichts, was besser läuft, als so eine richtig zünftige Neiddebatte. Das stelle ich doch immer wieder fest.
Weiß man denn schon, wer die Kosten im einzelnen trägt? Geht alles in den Diözesanhashalt? Bei einer Abschreibungszeit von nur 10 Jahren wären das 3,1 Mio. pro Jahr. Wie hoch ist der Diözesanhaushalt?
Einmalige Kosten lassen sich übrigens nur sehr schlecht gegen eine unausgewogene Struktur der laufenden Kosten einer Körperschaft aufrechnen. Die muß man in den Griff bekommen. Unser Staat ist ein gutes Negativbeispiel in der Richtung.
Zücken Deckers und Konsorten auch die Feder dagegen, dass in Berlin gerade die Lebensgrundlage unserer Kinder und Enkel verschleudert wird? Habe ich nicht mitbekommen. Was sagen dort unsere ganzen Kostenkritiker? Trauen sich nichts?!
Muß ein Bischof jemanden Fragen, ob er etwas bauen lassen will? Ich denke, er muß es lediglich vermitteln. Dazu muß man ihm aber auch die Chance geben.
Will das noch jemand?


9
 
 Zeromancer 12. Oktober 2013 
 

@Suarez

Sie vergessen, dass sämtlichen Limburger Pfarreien ein massiver Sparbeschluss auferlegt wurde. Wie passt so etwas zusammen?
Von der edlen Architektur des Zentrums haben nur die wenigsten etwas. Können Sie sich etwa die 347000€-teure Ausstattung der Privatkapelle anschauen? Oder die 478000€-teure Innenausstattung der Bischofswohnung? Oder den Privatgarten für 783000€?
Und was denken Sie, welche Katholiken in dem diözes. Zentrum zusammenkommen? Denken Sie, die Otto-normal-Katholiken könnten dort ein- und ausspazieren wie sie möchten? Gibt es eine Wärmestube mit Gratis-Kaffee und Eintopf für die Obdachlosen und Hartz4-Empfänger? Ich sage Ihnen, wer sich erfahrungsgemäß in solchen "Begegnungsstätten" begegnet: die ohnehin besser Siuierten, die Priester, Theologen und Pastoralreferenten. Es gibt dort Tagungen, Vorträge und spirituelle Kurse. Letztere kosten dann gerne mal 40€ "Teilnahmegebühr". Die Bedürftigen haben davon nichts.
Hätte man die 31M mal lieber an die Basis verteilt...


5
 
 johannes89 12. Oktober 2013 
 

Ob die Bauwerke des Limburger Bischofs nun "exzellente Baukunst" sind, war ja nie eigentliche die Frage.
Sondern ob die zahlreichen exquisiten und kostspieligen Sonderwünsche des Bischofs wirklich unbedingt so notwendig sind.

@noir58:
Ihr Neuschwanstein-Hinweis fordert ja geradezu einen Vergleich zwischen Tebartz-van Elst und Ludwig II heraus. Mehr ist wohl nicht zu sagen.

(Allerdings bezweifle ich, dass der Limburger Bischofspalais in hundert Jahren Touristen aus Fernost anlocken wird.)


7
 
 Suarez 12. Oktober 2013 

Wo anders wäre man stolz auf solche eine Architektur

Aber in unserem Land, in dem es nur um Ideologie geht - auch innerhalb der Kirche - wird das alles als protzig schlecht geredet und ein Bischof dafür, dass er Generationen ein schönes Essemble am Dom geschenkt hat, von einer johlenden Meute gehetzt und niedergemacht.

Initiiert hat das Ganze der Frankfurter Stadtdekan und seine Trüppchen. Hoffentlich erinnert man sich daran im Vatikan.

Tebartz-van Elst wird wohl sein Bischofsamt niederlegen müssen, was dann die Schande für die Katholische Kirche komplett macht.

Manchmal ist es schwer, Christ zu sein, insbesondere im Bistum Limburg. Freude am Glauben, die aich auch in schönen Bauten ausdrückt, wird da schon zum Schwerverbrechen.

Schon unsere Gottesdienste werden immer trister und ohne Feierlichkeit, weil Laiengruppen alles an sich reißen und gleichgültige Priester dazu auch noch Ja und Amen sagen.


17
 
 Zeromancer 12. Oktober 2013 
 

Maßstab und Aufrichtigkeit - vollkommen aus den Fugen

Das bischöfliche Wohnzimmer wurde von knapp über 20 m2 auf über 60 m2 vergrößert. Nur mal zur Relation: meine Frau und ich leben zusammen (!) in einer 64 m2-Wohnung! Dass das diöz. Zentrum 100 Jahre überdauern soll, ist doch auch nur hypothetisch. Wieviele Nachfolger TvE' wird es in dieser Zeit geben, die wieder ganz andere Vorstellungen haben werden? Letztlich geht es um Verhältnismäßigkeit. Der Hinweis im Artikel, es handele sich ja nicht um einen osteuropäischen Reichstagnachbau, ist unfreiwillig entlarvend. Als ob DAS der Maßstab sein darf?! Und dann noch die Wahrheitsfrage: die SZ hat es gut auf den Punkt gebracht: die immensen Kosten waren seit gut zwei Jahren bekannt - also hat TvE entweder seit dieser Zeit bewusst die Wahrheit verschleiert, oder er hat keine Ahnung vom wichtigsten Bauprojekt seiner Diözese, und diese somit überhaupt nicht im Griff.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/limburgs-bischof-tebartz-van-elst-abgebrueht-oder-ahnungslos-1.1793180-2


6
 
 Stefan Fleischer 12. Oktober 2013 

Der Kostenvoranschlag

Viele können nicht bergreifen, wie ein solcher Kostenvoranschlag zustande kommen konnte. Für mich scheint klar, dass hier etwas geschehen ist, was bei solchen Vorhaben sehr oft der Fall ist. Man will sparen und plant nur das Allernötigste. Im Verlauf der weiteren Planung aber zeigt sich dann, dass ein solches Vorgehen wenig Sinn macht, dass damit längersfristig keine Kosten gespart werden, ja dass eine gründliche Gesamtsanierung schlussendlich billiger zu stehen kommt, als ein laufendes Flickwerk. Und dann passiert gerne ein weiterer Fehler, dass man zwar intern die entsprechenden Mehrkosten absegnet, aber vergisst, den ursprünglichen Kostenvoranschlag anzupassen und dies begründet zu kommunizieren.

Ein Bischof aber, der die nötige Sachkompetenz und die entsprechende Erfahrung verfügt, um nicht in diese Fallen zu stolpern, dürfte wohl kaum zu finden sein.


8
 
 Zeromancer 12. Oktober 2013 
 

KANN man sicher machen - MUSS man auch???

Es kann doch nicht sein, dass wie nun in diesem Artikel geschehen, ein prachtvoller Bischofssitz damit verteidigt werde, er mache „dem großartigen Limburger Dom nicht ungebührlich Konkurrenz“. Dass überhaupt solche Vergleiche gezogen werden zwischen einem diözesanen Zentrum und einem Sakralbau zeigt doch, wie sehr hier die Verhältnisse verrutscht sind. Überhaupt, wie verzweifelt muss man sein, ausgerechnet einen Architekturkritiker als letzte Verteidigung heranzuziehen!? Ganz bestimmt hat der Architekt exzellente Arbeit geleistet, aber darum geht es doch nicht! Es geht um die Verhältnismäßigkeit! Muss ein diözesanes Zentrum mit Marmorböden, Muschelkalkstein, Basalt, Edelholz, etc. ausgestattet werden??? Muss das bischöfliche Wohnzimmer auf 63m2 verdoppelt werden? Muss eine freistehende Badewanne für 15000€ installiert werden? Muss ein Konferenztisch 25000€ kosten? Muss das alles sein, wo das Bistum DOCH seinen Pfarreien einen rigiden Sparkurs auferlegt hat?


11
 
 Matthäus 12. Oktober 2013 

@noir58 Komplette Zustimmung!

Ich kenne Limburg. Es lohnt sich wirklich, sich die schöne Altstadt anzusehen. Und was die bayerischen Königsschlösser betrifft, habe ich einmal in einer Sendung einen Insider gehört, der über die Vorwürfe gesprochen hat, „was das alles gekostet habe“. Er sagte, dass Bayern dadurch über den Tourismus ungleich mehr einnehme.

LG Mt


6
 
 Marc Aurel 12. Oktober 2013 
 

@noir58: Neuschwanstein?!

Der Bezug zu Neuschwanstein ist in mehrerlei Hinsicht äußerst gewagt!
Der oben zitierte Artikel ist schwach. Niemand hat dem Limburger Bischof ein Gespür für schönes Design abgesprochen. Was soll der Vergleich mit osteuropäischen Bauwerken? Mittlerweile kristallisiert sich heraus, das die Kostenexplosion durch Sonderwünsche des Bischofs entstanden sind. Vor allem durch den nachträglichen Einbau eines zusätzlichen Kellergeschosses. Die Baugenehmigung hierzu datiert auf das Jahr 2010! Die immensen Kosten hierfür waren daher natürlich nicht in der ursprünglichen Planung vorgesehen. Die Andeutungen in Richtung Denkmalschutz und Archäologie gehen ebenfalls fehl. Das Stadtbauamt und der betreuende Architekt haben übereinstimmend bestätigt, dass es keine kostenintensiven Auflagen gab.


8
 
 dominique 12. Oktober 2013 
 

Nee, iss nich protzig

nur ein Kultklotz für Abgehobene.


4
 
 noir58 12. Oktober 2013 
 

Werde Limburg mal besuchen im Urlaub

Nach allem, was man in den öffentlichen Medien so mitbekommt, denke ich, Limburg sollte man mal besuchen, um sich das alles anzusehen. Es lohnt sich sicher.

Erinnern wir uns doch mal an Bayern und ihr Neuschwanstein sowie die anderen weltberühmten Schlösser. Bayern wäre um einiges uninteressanter für Besucher aus aller Welt, wenn es diese prächtigen Schlösser nicht gäbe.

Aber wie auch immer, ich gehe davon aus, dass dieses Bauwerk in Limburg mit Neuschwanstein nicht mithalten kann.


8
 

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