Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. Kard. Sarah: „Die Abneigung gegen Latein und Gregorianik wird mit der 68er-Generation verschwinden“
  5. Die Krise des Bischofsamtes
  6. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  7. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  8. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  9. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  10. Caroline Bosbach: „Linkspartei erklärt evangelikale Christen zum Feindbild“
  11. Polnischer Primas in Jasna Góra: „Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
  12. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  13. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  14. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  15. Der Realismus der Barmherzigkeit

Der Hunger in der Welt darf uns Christen nicht kaltlassen

15. Februar 2016 in Kommentar, 11 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Über die ungerechte Verteilung von Vermögen auf der Welt. Von Rolf Zwick


Wetzlar (kath.net/idea) Es war eine Nachricht, die durch viele Medien ging: „Die 62 reichsten Menschen der Welt besitzen so viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen.“ Kurz zuvor hatte die Hilfsorganisation Oxfam eine entsprechende Studie beim Weltwirtschaftsforum in Davos veröffentlicht. Sie zeigt, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer dramatischere Ausmaße annimmt. Noch vor fünf Jahren waren es 388 Menschen, die über die Hälfte des Weltvermögens verfügten.

Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an Hunger

Anders als manche Fragen der Sexualethik lässt diese Nachricht viele Christen jedoch kalt. Dabei trägt die ungleiche Verteilung des Weltvermögens mit dazu bei, dass weltweit täglich etwa 20.000 Menschen verhungern und alle fünf Sekunden ein Kind deswegen stirbt. Auch Deutschland, so die Oxfam-Studie, ist eines der Länder mit der größten Ungleichheit.


Paulus: „Euer Überfluss diene ihrem Mangel“

Die christliche Ethik geht davon aus, dass alle Menschen vor Gott gleich sind. In der Bibel gehört auch eine gerechte Besitzverteilung zur Würde des Menschen. Wegweisend dazu ist die wunderbare Speisung des Volkes Israel in der Wüste (2. Buch Mose), bei der jeder gerade genug bekam: „Wer viel sammelte, hatte keinen Überfluss, und wer wenig sammelte, hatte keinen Mangel.“ Die Propheten haben die Umverteilung des Reichtums immer wieder angemahnt, und auch für Jesus gehörte ein neuer Umgang mit Besitz zur Nachfolge. Paulus hat diesen Lebensstil in 2. Korinther 8,14 so zusammengefasst: „Euer Überfluss diene ihrem Mangel.“

Auch wirtschaftlich ist eine gerechtere Verteilung des Reichtums vernünftig. Das erkennen immer mehr Wirtschaftsfachleute und Manager. Der Weltwährungsfonds IWF sagt, dass der zunehmende Unterschied zwischen Arm und Reich das Wirtschaftswachstum bremst. Wir brauchen eine Wirtschaft, die für alle Menschen ein Gewinn ist.

Ein Grund ist die ungerechte Besteuerung

Fragt man die Experten, warum die Schere immer größer wird, bekommen wir zur Antwort, dass die Reichen viel weniger Steuern zahlen als die Armen. Neun der zehn größten Unternehmen der Welt etwa haben viele Milliarden in Steueroasen geparkt. Viele reiche Deutsche sind offiziell in Steuerparadiesen zu Hause – und das ganz legal. Als eine der Ursachen für die Kluft in Deutschland gilt auch die Tatsache, dass Löhne höher versteuert werden als Kapitaleinkünfte. Die Vermögenssteuer wurde abgeschafft. Entgegen der biblischen Ethik ist bei uns und in vielen anderen Ländern der Arbeiter nicht „seines Lohnes wert“ (1. Timotheus 5,18).

Die Steuerflucht kostet uns jährlich 100 Milliarden Euro

Ein gerechteres Steuersystem könnte auch neue Aspekte in der Diskussion um die Flüchtlinge
bringen: Nach aktuellen Berechnungen kosten uns die Flüchtlinge zurzeit etwa 10 bis 11 Milliarden Euro im Jahr. Nach Expertenschätzungen gehen unserem Land durch Steuerflüchtlinge aber rund 100 Milliarden Euro jährlich verloren.

Gleichzeitig wissen Kritiker und Befürworter der aktuellen Flüchtlingspolitik, dass bei einer gerechteren Verteilung des Reichtums viele Menschen in ihren Heimatländern bleiben könnten. Auf diesem Hintergrund sollte es ein vordringliches christliches Anliegen sein, eine gerechtere Politik zu fordern, die Steuerschlupflöcher schließt und die Reichen angemessen zur Kasse bittet.

Der Autor, Pfarrer Rolf Zwick, ist Leiter des evangelischen Jugendzentrums Weigle-Haus in Essen und Vorsitzender der Micha Initiative Deutschland, die sich gegen extreme Armut und für globale Gerechtigkeit einsetzt.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Geld

  1. Vatikan holt Finanzexperten als Vermögensverwalter
  2. Schweizer Staatskirchen - Geld statt Gott?
  3. Evangelische Kirche Berlin stellt „Digitalen Klingelbeutel“ vor
  4. Warum der Dollar nach dem Großvater von Jesus benannt ist
  5. Mehrere deutsche Diözesen in finanziellen Schwierigkeiten
  6. 12.526 Euro im Monat für Kardinal Marx
  7. Großspende von Apple an das ‚Southern Poverty Law Center’
  8. Gläubiger Rentner knackt 50-Mio.-Jackpot
  9. Gott will nicht, dass wir die Sicherheit lieben
  10. Evangelischer Pfarrer nimmt Spende von Bordell nun doch nicht an






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  3. Priester berichtet von Befreiung christlicher Sklaven in Pakistan
  4. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  5. Haltet das Fenster zur Unendlichkeit offen! Eine Gemeinschaft, die aus dem Evangelium lebt
  6. Der Realismus der Barmherzigkeit
  7. Mexiko: Gedenkfeier zum 100. Todestag der ersten Cristero-Märtyrer
  8. Babyboom auf einer US-Entbindungsstation: 17 Krankenschwestern erwarten zeitgleich Nachwuchs
  9. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  10. Wer ist Jesus Christus für mich? Der Glaube als tägliche Entscheidung
  11. Papst würdigt Norwegens König Harald für "hingebungsvollen Dienst"
  12. USA: Priester-Boom und Neueröffnung eines Philipp-Neri-Seminars in Kansas
  13. „Wenn ich mich nicht täusche, gibt es in der Geschichte keine vergleichbare Institution“
  14. Slowakei und Polen planen gemeinsamen Johannes-Paul-II.-Pilgerweg
  15. US-Regierung leitet 2 Milliarden Dollar an christliche Hilfsorganisationen um

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz