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Echte Toleranz kennt Grenzen

10. März 2016 in Kommentar, 29 Lesermeinungen
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Kritische Anmerkungen zur Flüchtlingsproblematik. kath.net-Kommentar von Prof. Hubert Windisch


Regensburg-Freiburg (kath.net) Wie Mehltau liegt die Flüchtlingskrise auf der Bundesrepublik Deutschland. Nicht wenigen Zeitgenossen drängt sich der Eindruck auf: Da geht etwas nicht gut. Das Verhalten vieler politisch Verantwortlicher in der augenblicklichen Krise erinnert eher an absolutistisches Unvermögen als an souveränes Management. Einer diffusen Politik und ihrer medialen Unterstützung fehlen Maß und Ziel bei der Bewältigung der Flüchtlingsproblematik. So entsteht weithin eine lähmende Betriebsamkeit, die nicht den Ursachen der Krise auf den Grund geht, sondern deren Symptome verwaltet. Die Angst wächst, das starke Deutschland sei nicht mehr Herr der Lage, sondern zunehmend ein Koloss auf tönernen Füßen. Diese Angst ist real und darf nicht in therapeutischem Hochmut (Peter Graf Kielmansegg), der oft an der Schnittstelle von Ignoranz und Arroganz entsteht, wegdiskutiert oder gar wegbefohlen werden.

Leider bieten auch die Kirchen wenig Orientierung in den augenblicklichen Entwicklungen und sind kaum noch ein gesellschaftskritisches Korrektiv. Ihre Führungskräfte schwimmen nicht selten im Fahrwasser der Regierenden und tragen dazu bei, dass die Kirchen zu Quantités négligeables werden.

Vor einigen Wochen schrieb mir ein bekannter Jurist: Der Pegel der Verachtung gegenüber Politik und Kirche steigt. Was kann man dagegen tun? Woher kommt uns Hilfe? Sicher nicht von der Türkei. In vielerlei Hinsicht tut ein neues Selbstbewusstsein not. Eine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung eines Staates kann es jedenfalls, so ein inzwischen geflügeltes Wort von Peter Sloterdijk, nicht geben.

Auch wenn sich die Gründe für den durch die unsachgemäße und zum Teil auch unrechtmäßige Handhabung der Flüchtlingsproblematik ausgelösten dramatischen gesellschaftlichen Zustand nicht eindimensional in einer Person festmachen lassen, können doch viele Faktoren, die diesen Zustand erzeugen, im Verhalten der augenblicklichen Bundeskanzlerin gebündelt werden.


Eine Schlüsselszene mag diese Behauptung veranschaulichen. In „Der Spiegel“ Nr. 4 / 2016, Seite 13 wird berichtet, bei einem gemeinsamen Konzert Anfang Januar habe Pfarrer Rainer Eppelmann der Kanzlerin gesagt, wie großartig er ihre Flüchtlingspolitik finde. Er habe angesichts ihrer Lage oft an ein Lieblingszitat des ehemaligen tschechischen Präsidenten und Schriftstellers Václav Havel denken müssen: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass eine Sache gut ausgeht. Hoffnung ist die Gewissheit, dass eine Sache Sinn macht, egal wie sie ausgeht.“ Die Kanzlerin habe sich in der Pause des Konzerts noch einmal bei Eppelmann dieses Zitats vergewissert. Nichts gegen Havel und seine großen Leistungen! Aber mit diesem Spruch kann man auch einem Wahn Sinn verleihen.

Zunächst ist die augenblickliche Flüchtlingsproblematik ein quantitatives Problem. Man braucht kein Anhänger des Dialektischen Materialismus von Karl Marx zu sein, um erkennen zu können, dass quantitative Änderungen zu einem Umschlag in der Qualität führen können.

Es ist also für einen Staat und sein Gemeinwesen – unabhängig von qualitativen Momenten einer Massenmigration – sehr wohl ein Unterschied, ob Tausende oder Millionen in das Staatgebiet einwandern.

Dazu kommt der Faktor Zeit, der angesichts der Schnelligkeit der Ereignisse der letzten Monate diese Erfahrung qualitativer Sprünge wesentlich verschärft.

Und diese neuartige Erfahrung eines in kurzer Zeit anschwellenden Flüchtlingsstroms in unserem Land kann nicht mit dem Hinweis auf den Umgang mit Fremden in der Bibel entschärft werden. Fremde in der Bibel, wenn sie denn zu beschützende Fremde und keine Feinde waren, waren immer gering an Zahl im Verhältnis zum Volk Israel. Ihre Beherbergung bzw. Integration erfolgte nach strengen Regeln, die nie die Identität Israels gefährden durften. Wer die Realität von Fremdsein in der Heiligen Schrift (zumal im AT) unbesehen auf die heutigen Verhältnisse überträgt, beugt nicht nur die jetzige Wirklichkeit mit Hilfe der Bibel, er beugt die Wirklichkeit der Bibel selbst.

In qualitativer Hinsicht beunruhigt in der augenblicklichen Flüchtlingskrise vor allem der hohe Anteil an Moslems unter den Migranten.

Wer meint, der Islam spiele bei der Aufnahme und Integration von Millionen von Migranten in Europa keine oder nur eine geringe Rolle, ist sträflich naiv.

Man übersieht – aus welch ideologischen Gründen auch immer – dabei, dass eine gelebte Religion ganz konkret persönlichkeits-, kultur- und staatsprägend ist und nicht einfach beim Grenzübertritt durch eine Unterschrift auf ein Regelpapier geändert wird.

Man übersieht ferner, dass der Islam im Innersten keine Trennung von Staat und Religion kennt.

Und man übersieht in eigenartig unkritischer Haltung das gewalt- und sexualpathologische Potential im Islam, bei Mohammed ebenso wie im Koran.

Vor allem aber bedenkt man nicht, dass nach dem Juristen und Rechtsphilosophen Ernst-Wolfgang Böckenförde der freiheitliche, säkularisierte Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren kann. Mit anderen Worten hat jedes Staatsgefüge (philosophisch gesprochen) metaphysische und (theologisch gesprochen) religiöse Wurzeln. Der Islam bringt überall dort, wo er sich ausbreitet und Macht gewinnt, diese Wurzeln in seinem Sinn stark zur Geltung.

Es ist bedrückend zu sehen, wie rasant sich in Westeuropa inzwischen eine schleichende Islamisierung vollzieht, für die Michel Houellebecq mit seinem Roman „Soumission“ (Unterwerfung) das Drehbuch geschrieben zu haben scheint. Eine falsch, weil nur formal verstandene Toleranz macht sich in Politik und Kirche breit.

Eine Toleranz jedoch, die nur formal ist und nicht aus Inhalten besteht, zerstört sich selbst. Es entsteht eine Diktatur des Relativismus (Papst Benedikt XVI.), und über kurz oder lang regiert nicht der Bessere, sondern der Stärkere. Barbarei und Schamlosigkeit nehmen zu. Es ist die Frage, ob wir das bei uns wollen und wollen dürfen.

Echte Toleranz, die nicht Selbstaufgabe und Unterwürfigkeit ist, kennt Grenzen.

Das heißt aber auch: Wenn ein freiheitlicher, säkularisierter Staat notwendigerweise von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren kann, muss sich Europa und Deutschland in Europa vehement auf die tragenden Säulen seiner Geschichte Athen, Jerusalem und Rom zurückbesinnen.

Und es sollte gerade auch von der Kirche in dienendem Selbstbewusstsein deutlich gemacht werden, warum nicht nur Christen von ihr erwarten dürfen, dass sie sich für eine christliche Fundierung der Gesellschaft einsetzt.

Prof. Dr. Hubert Windisch (Foto) ist emeritierter Professor für Pastoraltheologie der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg


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Lesermeinungen

 Koper 14. März 2016 
 

Eine hervorragende Analyse

Ruhig und bestimmt ruft Professor Windisch uns in Erinnerung, was Toleranz ist: Wahre Toleranz setzt voraus, dass man sich seiner eigenen Werte versichert und aus diesen heraus - gerade deshalb dann offen - handelt. Toleranz ist nie bedingungslos. Zu Recht hat Professor Windisch in diesem Zusammenhang auf die Aussagen von Papst Benedikt XVI., die in Deutschland leider viel zu wenig beachtet werden, hingewiesen.


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 Antigone 14. März 2016 
 

@Aetius

Na, sag ich ja, Hauptsache, wir haben unsere Ruhe.
Wen oder was meinen Sie denn mit den deutschen Villenvierteln?


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 Aetius 12. März 2016 
 

@Antigone

Die können nicht in Griechenland bleiben, aber in der Türkei, Libanon und Jordanien, vom UNHCR versorgt. Das können sie sehr wohl. Die Türkei ist ein sunnitischer Staat, der sich sehr wohl um seine sunnitische "Umma" kümmern kann.
Nicht unsere Ruhe ist das Problem, sondern der Schutz vor einer arabischen Invasion.
Die Frage, ab wann ein Mensch kein Flüchtling mehr ist, ist präzise definiert: Wenn er einen sicheren Staat erreicht. "Sicher" heißt nicht wohlhabend. Außerhalb deutscher Villenviertel ist das auch bekannt.


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 Antigone 12. März 2016 
 

@MariaAnna

Nun eben! Es kommen Männer, Frauen und Kinder. Es kommen Kriegsflüchtlinge, und es kommen Wirtschaftsflüchtlinge. Und es mischen sich natürlich schwarze Schafe darunter. Junge kräftige Männer werden auf gefährlichen Routen vorgeschickt, um ihre Familien nachzuholen. So differenziert sollte man es doch zumindest betrachten.
Kein Schweinefleisch im Kindergarten ist jetzt aber auch nicht der größte Verlust!


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 agnese 12. März 2016 
 

agnese

Männer im kriegsfehigem Alter hätte ich nie aufgenommen als Flüchtling.


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 Antigone 11. März 2016 
 

@Simon Cyrenaeus

Nein, das war nicht die Frage! Die Frage war, wenn Sie, sagen wir, Angela Merkel wären, wen würden Sie wegschicken?


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 Nachgedacht 11. März 2016 
 

@AlBert2: Vielen Dank für Erläuterungen,

mit denen sich gut etwas anfangen lässt. Ich teile ihre Einschätzung, dass man mit der Bergpredigt keine Politik machen kann. Wenn das aber nicht geht, gilt das überhaupt für die Bibel? Ich finde, dass die Bergpredigt zumindest als Maßstab herausfordert nach guten Lösungen zu suchen. Es sind solch schwierige Entscheidungen, dass es eben kein Richtig oder Falsch gibt, sondern nur ein besser/ passender oder schlechter/ unangemessener.
Ich teile nicht Ihre Anmerkung, dass es die humane Politik der Gegenwart ist, die die Gesellschaft radikalisiert. Vielmehr sind es diejenigen, die einfache Lösungen für komplexe Probleme anbieten oder nicht müde werden, von einem Staats-, Politik- oder Verwaltungsversagen reden. Diese Personen tragen eine hohe Mitverantwortung für eine Radikalisierung. Aber ich bin sofort bei Ihnen , wenn wir Fragen, wie wir mit dieser Situation verantwortungsvoll umgehen können.


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 AlBert2 11. März 2016 
 

@Nachgedacht - Einfach und doch komplex: Bergpredigt und Politik

Einfach sind Positionen, welche sich auf eine klar definierte Grundlage beziehen: Im Christentum ist dies vorrangig die Bergpredigt. Eine naive Transformation der Bergpredigt in politische Forderungen hat bereits bei der Friedensbewegung zu Aussagen geführt, welche man bei näherem Hinsehen als suizidal bezeichnen müsste. Zu recht haben Schmidt und Kohl darauf hingewiesen, dass man mit der Bergpredigt keine Politik machen könne. Doch dazugelernt hat man nichts. Weiterhin wird in christlichen Kreisen immer wieder versucht, durch Reduktion auf die Bergpredigt „humanitäre“ Politik zu machen, und zwar eine Politik, welche ihre eigenen Voraussetzungen systematisch untergräbt! Die „humane“ Politik der Gegenwart wird diese Gesellschaft radikalisieren und vergiften. Sie wird zerstören, was für ein Fortbestehen und damit für eine wirklich humanitäre Politik notwendig ist. Frage: Wie gehen wir mit diesem Problem verantwortungsvoll um?


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 Simon Cyrenaeus 11. März 2016 
 

@Antigone

Ich kann und will Ihre Frage nur unter der Annahme beantworten, dass ich einer der 5000 Schiffbrüchigen wäre:
Ich würde gar nicht erst versuchen, in das Rettungsboot zu gelangen. Wenn ich aus irgendeinem Grund schon drinnen wäre, würde ich wieder zurück ins Wasser springen, um einer anderen Person Platz zu machen. Mein (nahezu) 100%iger Tod durch Ertrinken würde mich mit meinen 73 Jahren nicht mehr besonders schrecken.
Beim Untergang der Titanic war das beschriebene Szenario übrigens mitnichten ein bloßes "Gedankenspiel", so viel ich weiß.


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 AlBert2 11. März 2016 
 

@Nachgedacht

Ein hier ein bereits erwähntes Beispiel:
Einfach: „Alle 5000 ins Rettungsboot!“
Schwierig: „Nur 100 von 5000! Frauen und Kinder zuerst!“

Anderes Beispiel:
Einfach: „Kommt! Ihr seid alle willkommen! Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“
Schwierig: „Bitte nur die schwächsten, die sich weniger durchsetzen können! Bitte nur die, die am dringendsten Hilfe brauchen! Nicht die starken, jungen, muslimischen Männer! Lasst den Frauen und Kindern und den verfolgten Christen den Vortritt!“

Drittes Beispiel:
Einfach: „Lieber Recep! Bitte nimm den Flüchtling hier zurück... Wir nehmen dir drei andere ab. Das Bakschisch ist hier im Kuvert. Bitte nicht fürs Totschießen verwenden! Ich wasche meine Hände in Unschuld!“
Schwierig: „Die Balkanroute ist geschlossen. Wagt Euch nicht aufs Meer, es wäre sinnlos! Wir helfen Euch dort, wo ihr herkommt!“

Nach welcher dieser Entscheidung kann man besser schlafen? Nach welcher dieser Entscheidungen hat man das Gefühl, ein „guter“ Mensch zu sein?


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 Holunder 11. März 2016 
 

Das ganze "Fluchtsystem" stinkt doch zum Himmel!

Im Jahr 2025/16 müssen Menschen, die aus ihrer Heimat vor Krieg und Terror fliehen, mit Schlauchbooten über das Meer fahren, Tausende von Kilometern zu Fuß zurücklegen und wochenlang in Zelten hausen. Ich verstehe einfach nicht, dass man das Problem nicht anders lösen kann. Warum greift die UNO nicht ein? Man könnte die Fliehenden nach einem bestimmten Schlüssel auf die UNO-Mitgliedsstaaten verteilen und die Menschen direkt aus ihren Herkunftsländern mit sicheren Verkehrsmitteln an ihren Bestimmungsort bringen. Dort könnten sie dann bleiben, bis ihre Heimat wieder bewohnbar ist. Ich finde es unglaublich, was zur Zeit geschieht. Wenn ich die Menschen im Fernsehen sehe, wie sie im Dreck sitzen und verzweifelt sind, dann dreht sich mir der Magen um.


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 Nachgedacht 11. März 2016 
 

@AlBert2: Welches einfache Denken

meinen Sie in diesem Zusammenhang? Ich erlebe auch viel einfaches Denken, viel Pauschalierung und Verallgemeinerung und dann das anbieten von einfachen Lösungen. Das würde ich mit einfachem Denken meinen. Ich erlebe aber auch genau das Gegenteil und ich kann bisher nicht feststellen, dass "die meisten Stimmen in Kirche und Gesellschaft" vom einfachen Denken angezogen werden.
@Simon Cyrenaeus: Ich weiß nicht, wie Sloterdijks Satz die Diskussion weiterbringen soll. Er ist irgendwie selbstverständlich. Ihn aber als Begründung für eine Abwehrende Flüchtlingspolitik heranzuziehen, spielt Stark mit den realen (aber nicht ganz realistischen) Ängsten der Menschen. Ebenso tut das der Vergleich von Sednak, der sehr stark an die 'das Boot ist voll'-Argumentation erinnert und ein 'Absaufen' suggeriert. Ich halte beide in der Debatte nicht für wirklich hilfreich, weil auch damit keine Lösungen sondern nur ein Fernhalten der eigentlichen Ursachenfragen befördert wird.


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 AlBert2 11. März 2016 
 

Leider..

.. sind Stimmen, wie von Herrn Prof. Windisch rar. Die meisten Stimmen in der katholischen Kirche wie auch in der übrigen Gesellschaft fühlen sich mehr vom einfachen Denken angezogen. Das ist bequemer... Man fühlt sich dann besser.


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 Kleine Blume 11. März 2016 
 

Identität Europas > Athen, Jerusalem und Rom

"Wenn ein freiheitlicher, säkularisierter Staat notwendigerweise von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren kann, muss sich Europa und Deutschland in Europa vehement auf die tragenden Säulen seiner Geschichte Athen, Jerusalem und Rom zurückbesinnen."

(Siehe oben.)


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 Simon Cyrenaeus 11. März 2016 
 

Sloterdijk und Sedmak

Eine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung eines Staates kann es nicht geben, sagt Peter Sloterdijk. Dazu passt m.E. ein Vergleich, den Clemens Sedmak schon im Herbst 2015 in einem Vortrag anstellte: Wenn 5000 Schiffbrüchige im Wasser treiben und nur ein Rettungsboot für 100 Personen vorhanden ist, wäre es in jeder nur erdenklichen Hinsicht blanker Unsinn, alle 5000 Schiffbrüchige in dieses Rettungsboot aufnehmen zu wollen.


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 katolikus2 11. März 2016 
 

Prof. Windisch spricht mir aus dem Herzen

Genau so empfinde ich, nur hätte ich es nicht so wunderbar verfassen und auf den Punkt bringen können.

Diesen Artikel müßten die "Gutmenschen" auch einige Kardinäle und Bischöfe verinnerlichen und täglich mehrmals zu Gemüte führen.


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 alphabeta 10. März 2016 
 

@ Maurizio

Fakt ist, Deutschland und andere westliche Länder liefern Waffen. Fakt ist, Waffen gehen nicht so schnell kaputt und werden natürlich auf irgendwelchen Wegen in Kriegsregionen landen. In Friedensgebieten werden sie nicht so viel genutzt. Die IS soll eine große Vorliebe für belgische Gewehre haben.
Wir beide müssen vielleicht kein schlechtes Gewissen haben, aber unsere Länder in diesem Sinne schon.

@ Talitha kumi, ich formuliere die Frage um: Wo sehen Sie denn in Ihrem Umfeld etwas von Islamisierung?
Und was genau ist denn Islamisierung?


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 Kurti 10. März 2016 
 

Wenn man die Politik des sog. Westens auf die

nahöstliche und nordafrikanische Region bezogen, betrachtet, so wurden dort laufend Staaten destabilisiert und die Regime abgesetzt bzw. deren Präsidenten umgebracht und das alles zu am Ende auch zu den Flüchtlingen geführt. Niemand wird diese Regenten als gut bezeichnen wollen, aber heute ist die Lage in diesen Regionen viel schlimmer als vorher und wer gibt wem auch immer das Recht von außen diese Regime abzusetzen und die Regenten umzubringen? Warum macht man das eigentlich nicht mit Saudiarabien, wo auch eine Diktatur herrscht? Weil es da nämlich um wirtschaftliche Interessen geht und man sich auch mit solchen Diktaturen mehr oder weniger verbündet, es winken ja gute Geschäfte mit denen und man ist auch von deren Öl abhängig.
Was die Flüchtlinge, die vermehrt aus Syrien kommen, angeht, so wurden den Flüchtlingslagern um Syrien herum, die Spendengelder an das UNO-Flüchtlingshilfswerk gekürzt, damit noch mehr Menschen aus den Lagern nach Europa kommen.Diese Politik ist eine Schande.


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 Talitha kumi 10. März 2016 
 

Für Syrier ist es zu Recht „Mama Merkel“!

@Nachgedacht
Die tiefere Ursache ist letztlich der (Zustand des) Islam, auch wenn man seit fünf Jahren hofft, daß ein weiterer Diktator (Assad) bald gestürzt würde und man deshalb hunderttausende Tote und Millionen Flüchtlinge tatenlos in Kauf genommen hat. Ironie der Geschichte: erst seit Merkels Alleingang, die Millionen Flüchtlinge nach Deutschland und Europa brachte, tut sich ernsthaft etwas – andernfalls würde es wohl so weitergehen, wie seit 2011 und auch seit Sommer 2014, als das grauenvolle Wüten des IS bekannt wurde …


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 Nummer 10 10. März 2016 

Klasse, eine sehr hochwertige, wohltuende Wortmeldung

Meiner Meinung nach einer der besten Artikel - neben Broder - zum Thema. Danke!
Beten wir - mit dem Rosenkranz in diesem "Kampf" gewinnen! Ein geistlicher Kampf wie immer....


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 Maurizio 10. März 2016 
 

@alphabeta

Es wird immer wieder von unseren Waffenlieferungen gesprochen. Deutschland liefert nach Syrien und weiteren Ländern die Nachbarn zu Israel sind, schon aus der Staatsräson gegenüber Israel keine Waffen. Einzig haben wir bestimmte Waffen an die Kurden im Nordirak geliefert damit sie ihre Heimat gegen den IS verteidigen können. Ich môchte auch sagen, dass auf den vielen Bildern die aus dem Krieg in Syrien gekommen sind, keine deutschen Waffen zu sehen waren.
Insofern brauchen wir uns kein schlechtes Gewissen einreden.


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 Krisi 10. März 2016 
 

Endlich Gerechtigkeit!

Diesen Artikel sollte man im Bundestag verteilen!


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 Peraspera 10. März 2016 
 

Trennung von Staat und Religion

... ist eine große Errungenschaft. Da hat Prof. Windisch recht. Darauf können wir auch in der katholischen Kirche stolz sein. Übersehen sollte man aber nicht, dass vor nicht allzulanger Zeit gerade den Katholiken vorgeworfen wurde, dass ihre Religion zu einer Trennung vom Staat nicht in der Lage sei. Und das nicht ohne Grund -
Papst Pius IX. schrieb: Mit der Lehre der kath. Kirche sei unvereinbar der Satz: "Die Kirche ist vom Staat und der Staat von der Kirche zu trennen" (Syllabus Errorum, Nr. 55)
Darüber ist die katholische Kirche - Gott sei Dank! - hinweg. Wir können froh sein, dass es heute auch viele islamische Theologen gibt, die der Ansicht sind, dass die Religion vom Staat getrennt sein soll.
Wir sollten diejenigen unterstützen, die differenziert argumentieren. Mit geschichtsvergessenem Populismus des Herrn Prof. em. ist dagegen nichts zu gewinnen. Wer so schreibt, vergisst seine eigene Idenität.


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 alphabeta 10. März 2016 
 

@ Thomas05

Thomas05, niemand bezweifelt, dass wir uns in einer schwierigen Situation befinden, die Probleme sind klar. Das war auch schon zu Sarrazins Zeiten so, als der mit Kopftuchmädchen und Familienclans drohte.
Wir sind nur uneins, wie man den Problemen begegnet. Für mich bietet die populistische Empörung über die bestehenden Zustände, auch die der afd, keinerlei vernünftige Lösung an. Eine feindselige Stimmung gegen Politik, Gesellschaft und Medien im Allgemeinen und Ausländer im Besonderen zu schüren, ist jedenfalls keine Lösung, die uns im Umgang mit den Problemen weiterbringt. Ängsten begegnet man durch tatkräftige Lösungen und nicht durch Schüren derselben bis zur Hysterie. Und Feindseligkeit und Hysterie wird auch die Integration der nun mal vorhandenen Flüchtlinge nur erschweren bis verunmöglichen.

Haben Sie denn schon im eigenen alltäglichen Leben Probleme durch die Islamisierung gehabt?


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 alphabeta 10. März 2016 
 

@ Nachgedacht

Nachgedacht, fast wörtlich meine Meinung.

Die westliche Welt (teilweise deckungsgleich mit der christlichen Welt) hat ein halbes Jahrhundert Frieden und Wohlstand genossen und sich von den Problemen des Restes der Welt weitgehend abgeschottet, wenn man absieht von Waffen- und Soldatenlieferungen.
Vielleicht führt die heutige Lage zu mehr Vorsicht, wenn man absehen kann, dass die von unseren Waffen bedrohten Menschen kurze Zeit später auf unserer Türschwelle stehen werden.

Und Israel bietet kein besonders gutes Beispiel für Völkerabgrenzung. Galiläa war zur Zeit Jesu ein pluralistisches Vielvölkergemisch im großen Römischen Reich, und Israel heute ist ausgesprochenes Konglomerat aus allen Völkern der Erde.


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 Nachgedacht 10. März 2016 
 

Leider bleibt Prof. Windisch

dort wo es darauf ankommt, im Allgemeinen: "So entsteht weithin eine lähmende Betriebsamkeit, die nicht den Ursachen der Krise auf den Grund geht, sondern deren Symptome verwaltet." Er selbst analysiert dann auch nur die Symptome und nicht, wie von ihm gefordert, die Ursache. Worin liegt denn die Ursache dieser Migrationsbewegung? Sie liegt doch sicher nicht in der deutschen und europäischen Politik des letzten Jahres, sondern in einer Politik der letzten Jahrzehnte. Jetzt, wo uns die Konsequenzen dieser Politik Nahe kommen, schlottern so manchem die Knie.
Ich halte wenig von diesem Reden um Staats- und Politikversagen, weil es beides so zumindest hier nicht gibt. Wer wissen will, was Staats- du Politikversagen bedeuten, der kann dies in den Ländern Nordafrikas oder auf Haiti erleben. Kritik an der Politik ist richtig und wichtig. Die Angst halte ich auch für real, sie wird durch solche Artikel leider nur verstärkt, entspricht aber nicht der tagtäglich erlebbaren Realität.


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 Ebu 10. März 2016 
 

Diesen ausgezeichneten Artikel von Hubert Windisch

sollten alle unsere Bischöfe aufmerksam lesen. Er ist mit sehr viel Sachkenntnis und Realitätssinn geschrieben.
Sehr gut ist auch erklärt, warum nicht die Bibel herangezogen werden kann, wenn es um die Aufnahme von massenhaft Fremden geht. Wir Christen sind ja oft so sehr auf Nächstenliebe getrimmt, dass wir in Gefahr sind, darüber die Realität aus dem Auge zu verlieren. Die Frage "wer ist jetzt mein Nächster?" kann die Antwort herausfordern: "Es ist jetzt Dein langjähriger Nachbar oder der obdachlose Zeitungsverkäufer vor dem Supermarkt, oder alte und einsam Menschen in einem Heim ."
Danke, Herr Windisch, dass Sie so klare Worte gefunden haben, gerade auch bezüglich Fremder und Bibel. Mir hat das sehr geholfen.


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 Thomas05 10. März 2016 
 

Treffender kann man nicht analysieren

Professor Windisch ist ein überaus kluger und vor allen Dingen realitätsnaher Mann.

Fast möchte ich sagen, es ist zu befürchten, dass all seine Zukunftsantizipationen zutreffen werden.

Gerade mit Blick auf diverse Threads hier zu den bevorstehenden Wahlen muss ich feststellen, dass offenbar viele den Weg der Mehrheitsfähigmachung des Islam bis zur letzten Konsequenz mitgehen wollen.

Anders kann ich mir nicht erklären, dass es eine entschiedene Abkehr von Frau Merkels Migrationspolitik in Deutschland offenbar nicht geben wird, ganz im Gegensatz zu allen(!) übrigen europäischen Ländern.

Ein kleines Vorzeichen zukünftiger Entwicklungen lässt eine Äußerung der Frau des türkischen Präsidenten erahnen, mit dem Merkel so eng paktiert:
Sie hat uns die traditionelle osmanische Haremskultur gerade als wegweisendes gesellschaftliches Modell vorgestellt und anempfohlen: als idealen Bildungs- und Erziehungsweg für Mädchen und Frauen.

Wacht noch irgendjemand auf, bevor es zu spät ist?


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 Kleine Blume 10. März 2016 
 

Identität Israels

"Fremde in der Bibel, wenn sie denn zu beschützende Fremde und keine Feinde waren, waren immer gering an Zahl im Verhältnis zum Volk Israel.

Ihre Beherbergung bzw. Integration erfolgte nach strengen Regeln, die nie die Identität Israels gefährden durften.

Wer die Realität von Fremdsein in der Heiligen Schrift (zumal im AT) unbesehen auf die heutigen Verhältnisse überträgt, beugt nicht nur die jetzige Wirklichkeit mit Hilfe der Bibel, er beugt die Wirklichkeit der Bibel selbst."

(Siehe oben.)


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