Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  2. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  3. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  4. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  5. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  6. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  7. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  8. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  9. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  10. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  11. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  12. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  13. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  14. „Auf dass doch alle eins seien“ (Joh 17,21)
  15. „Pinocchio“ Friedrich Merz

Euthanasie-Vorkämpfer: 'System in den Niederlanden ist entgleist'

21. Juli 2017 in Aktuelles, 11 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ärzte-Kritik an Praxis der aktiven Sterbehilfe bei Demenzpatienten oder Menschen mit einer psychiatrischen Krankheit


Utrecht (kath.net/KAP) Der niederländische Psychiater Boudewijn Chabot zeigt sich erschrocken über die Zustände der Euthanasie in seinem Heimatland. Chabot gilt als Befürworter und Vorkämpfer der dortigen Euthanasiegesetze, die weltweit zu den liberalsten zählen und seit 2002 in Kraft sind. Das System in den Niederlanden sei "entgleist", kritisierte er nun in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung "NRC Handelsblad" und nimmt dabei aktive Sterbehilfe bei Demenzpatienten in den Fokus.

In dem Text, auf den das österreichische Medizinethik-Institut IMABE in seinem aktuellen Newsletter hinweist, schildert der Psychiater seine Sorge über die rasche Zunahme der Anzahl von Menschen mit einer psychiatrischen Krankheit oder Demenz, die in seinem Heimatland durch Euthanasie sterben: 12 Fälle bei Demenzkranken fanden nach Angaben der "Regionalen Tötungskommission Euthanasie" (RTE) 2009 statt, im Jahr 2016 waren es bereits 141 Fälle. Bei chronischen psychiatrischen Patienten stieg die Zahl von 0 auf 60. Angesichts der wachsende Anzahl von Menschen mit Demenz und chronischen psychiatrischen Erkrankungen, sei dies eine besorgniserregende Entwicklung, so Chabot, der die Budgetkürzungen in der Versorgung dieser Patientengruppe kritisiert.


Alle fünf Jahre führen die Niederlande eine offizielle Studie über End-of-Life-Entscheidungen im eigenen Land durch, um festzustellen, wie die Menschen sterben und ob Bedenken gegenüber dem Euthanasiegesetz angebracht sind. Die zuletzt Mitte Mai publizierte Studie ergab für das Jahr 2015 7.254 "unterstützte" Todesfälle, also rund 20 pro Tag. Davon waren 6.672 Euthanasie-Fälle und 150 Todesfälle durch Beihilfe zum Selbstmord. In weiteren 431 Fällen töteten die Ärzte ohne explizite Einwilligung des Patienten.

Der Psychiater Chabot kritisiert, dass die gesetzlichen Schutzmaßnahmen für die Sterbehilfe langsam wegbrechen und Menschen mit psychiatrischen Leiden oder Demenz nicht mehr ausreichend geschützt würden. Schon zu Jahresbeginn hatte er zusammen mit mehr als 200 anderen niederländischen Ärzte in einer Petition öffentlich gegen Euthanasie bei fortgeschrittener Demenz protestiert. "Unsere moralische Abneigung, das Leben eines wehrlosen Menschen zu beenden, ist zu groß", schrieben die Ärzte. Sie wehren sich, jemandem bloß aufgrund einer Patientenverfügung aktive Sterbehilfe zu leisten, ohne aktuelle mündliche Zustimmung.

"Wir haben es mit einer moralisch problematischen Handlung zu tun: Wie töten Sie jemanden, der nicht versteht, dass er getötet wird?", gab Chabot nun erneut zu Bedenken. Scharf kritisiert der einstige Euthanasie-Vorreiter die sogenannten "Lebensende-Kliniken". Sie bieten jenen Patienten Sterbehilfe an, deren eigene Ärzte diese abgelehnt hatten. 2016 wurden hier 75 Prozent aller Euthanasiefälle bei chronischen psychiatrischen Patienten durchgeführt. "Ich weiß nicht, wie wir den Geist wieder in die Flasche zurückbekommen", kommentierte Chabot die Situation.

Symbolbild: Sterbehilfe


Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sterbehilfe

  1. Nach Protesten scheitert Frankreichs Euthanasiegesetz im Senat
  2. Kirche: Nein der Slowenen zu Suizidbeihilfe klares Signal an Staat
  3. Verherrlichung eines tragischen Todes – zum assistierten Suizid von Alice und Ellen Kessler
  4. Erzbischof Fisher: „Die Diagnose der Kultur des Todes von Johannes Paul II. war prophetisch“
  5. Vatikan "sehr besorgt" wegen Sterbehilfe-Urteilen in Italien
  6. Kanada: Erzbistum Montreal klagt gegen Bundesstaat Québec wegen Einschränkung der Gewissensfreiheit
  7. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"
  8. Logische Konsequenzen der Freigabe der Abtreibung
  9. Vatikan bestätigt: Kliniken des belgischen Ordens sind nicht mehr katholisch!
  10. Österreichische Bischofskonferenz: Für umfassenden Lebensschutz!







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  4. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  5. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  6. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  7. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  8. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  9. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  10. „Es ist verlockend aber zweifelhaft zu glauben, wir müssten mit den Moden der Welt Schritt halten“
  11. Mexiko in Angst: Priester spenden auf einem Dach eucharistischen Segen
  12. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  13. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  14. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  15. Varden: „Als Jesus erklärte, was es bedeutet, bei ihm zu bleiben und in das Reich Gottes einzugehen…

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz