Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Die Berufung auf die Tradition gegen die Kirche von Rom ist ein Widerspruch in sich“
  2. Ein unvermeidliches Schisma?
  3. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  4. Nach Schisma der FSSPX: Frankreichs altrituelle Katholiken stehen zu Papst Leo XIV.
  5. Christian Würtz ist neuer Bischof von Eichstätt!
  6. Bischof Würtz ist offen für Frauenordination
  7. „Die große Würde des Priestertums besteht …“
  8. Bischof Hansen von Oslo will Angebot für 'Alte Messe' ausbauen
  9. Busfahrer rollt seinen Gebetsteppich aus, betet Richtung Mekka und unterbricht die Fahrt minutenlang
  10. Heute ist es eine finnische Abgeordnete und Großmutter; morgen könnten es leicht Sie sein!
  11. Kardinal Rouco/Madrid: Der Synodale Weg in Deutschland umgeht das Kirchenrecht
  12. Bereits vierte Kirchenübergabe an Kopten in Wien
  13. Kirche SOS
  14. Bischöfe aus aller Welt werden in Rom über Familien in Krisen sprechen
  15. Das sakrale Abenteuer als Zukunft der Kirche

Kritik an de Maizières Islamfeiertagsvorschlag weitet sich aus

16. Oktober 2017 in Deutschland, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Starke Kritik aus der CSU und vom CDU-Innenexperten Wolfgang Bosbach


Berlin (kath.net) Die Kritik am Vorschlag von Innenminister Thomas de Maizière, gegebenenfalls über die Einführung eines islamischen Feiertags dort nachzudenken, wo viele Muslime leben, weitet sich aus. So hat der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach im Interview mit der „Neuen Passauer Presse“ betont: „Wir haben eine christlich-jüdische religiöse Prägung, keine islamische. Daher verstehe ich auch nicht, warum wir jetzt diese Debatte führen“. Er würde lieber etwas anderes thematisieren, nämlich: „Wann haben endlich Christen in allen islamischen Ländern die gleiche Religionsfreiheit wie die Muslime bei uns?“. Eigentlich könne in Deutschland wirklich jeder nach seiner Façon selig werden, dies gelte auch für das Feiern religiöser Feste“. Er sehe keinen wirklich überzeugenden Grund dafür, dass der Staat in Zukunft auch nichtchristliche Feiertage unter gesetzlichen Schutze stellen sollte.


Auch aus der CSU kam starke Kritik. Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer lehnte de Maizières Vorschlag ab und sagte, dass Deutschland über Jahrhunderte durch die christliche Tradition geprägt und bestimmt worden sei, „daran hat sich bis heute nichts geändert“.

Der CSU-Vizevorsitzender Manfred Weber erinnerte gegenüber der „Passauer Neuen Presse“, dass Feiertage „vor allem für die religiöse Prägung eines Landes und nicht für einzelne Bevölkerungsgruppen“ stünden. Außerdem werde die die Integration muslimischer Mitbürger sich nicht durch die Einführung von Feiertagen verbessern.

CSU-Landesgruppenchef äußerte bei der „Bild“: „Unser christliches Erbe ist nicht verhandelbar“. „Islam-Feiertage in Deutschland einzuführen, kommt für uns nicht in Frage.“

Der Vorschlag fand bei anderen auch Zustimmung. So begrüßte etwa der SPD-Vorsitzenden Martin Schulz den Einwurf de Maizières. Auch der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime Aiman Mazyek äußerte sich positiv und brachte als wichtige muslimische Feste den Ramadan und das Opferfest ins Gespräch.

Allerdings kam Kritik auch aus muslimischer Richtung. Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor wertete eine Einführung eines islamischen Feiertages gegenüber N-TV als ein falsches Signal. Denn da der Bevölkerungsanteil der Muslime in Deutschland liege bei fünf bis sechs Prozent, käme ein islamischer Feiertag einer Sonderbehandlung für Muslime gleich. Doch dies „wäre kontraproduktiv“.

In einem Kommentar in der „Bild“ schreibt Daniel Cremer, dass es andere Minderheiten in Deutschland gebe, „die auch einen Feiertag verdient hätten. Die deutschen Juden zum Beispiel.“ Auch fragt er, wo die Politik künftig die Grenze ziehen wolle, „bei den Hindus oder den Buddhisten? Den Freikirchlern? Feiertage für alle?“ Wer freinehmen möchte, weil er an den Hochfesten seiner Religion teilnehmen möchte, kann dies bereits heute, dazu brauche es keine neuen Feiertage.

Symbolbild: Diskussion



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Islam

  1. Berliner Studie: 41 Prozent der islamischen Neuntklässler geben religiösen Regeln Vorzug
  2. Dokumentation zeigt die Islamisierung Birminghams
  3. Italienischer Bischof ruft zur Evangelisierung von Muslimen auf – Unterstützung von Konvertiten
  4. Der ‚reaktionäre‘ Islam und die Herausforderung für den liberalen Verfassungsstaat
  5. Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam
  6. Wien: Viele junge Muslime stellen religiöse Vorschriften über österreichische Gesetze
  7. Öffentliche Wiener Mittelschulen: Jeder zweite Schüler ist Moslem
  8. Pakistans Scharia-Gericht billigt Entführung, Vergewaltigung, Kinderehe einer 13-jährigen Christin
  9. Islamistengruppe ‚Nūr al-ʿIlm‘ breitet sich in Norddeutschland aus
  10. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt






Top-15

meist-gelesen

  1. Christian Würtz ist neuer Bischof von Eichstätt!
  2. „Die Berufung auf die Tradition gegen die Kirche von Rom ist ein Widerspruch in sich“
  3. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  4. Heute ist es eine finnische Abgeordnete und Großmutter; morgen könnten es leicht Sie sein!
  5. Nach Schisma der FSSPX: Frankreichs altrituelle Katholiken stehen zu Papst Leo XIV.
  6. Busfahrer rollt seinen Gebetsteppich aus, betet Richtung Mekka und unterbricht die Fahrt minutenlang
  7. Papst zieht auch in Castel Gandolfo zurück in seinen Palast
  8. Bischof Würtz ist offen für Frauenordination
  9. Ein unvermeidliches Schisma?
  10. Bischof Hansen von Oslo will Angebot für 'Alte Messe' ausbauen
  11. Niederlande: Erstmals Tötung eines Kindes unter zwölf Jahren im Rahmen der aktiven Sterbehilfe
  12. Kirche SOS
  13. Kardinal Rouco/Madrid: Der Synodale Weg in Deutschland umgeht das Kirchenrecht
  14. „Die große Würde des Priestertums besteht …“
  15. Leo XIV. überarbeitet Franziskus-Reform für Diözese Rom

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz