Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Erzbischof Gänswein soll Nuntius in Litauen werden!
  2. Kardinal Müller: "Sie sind wie die SA!"
  3. Schweiz: Bischof Bonnemain bei Beerdigung von Bischof Huonder
  4. Der Münchner Pro-Life-Marsch UND was die deutschen Medien verschweigen
  5. 'Allahu akbar' - Angriff auf orthodoxen Bischof in Australien - Polizei: Es war ein Terrorakt!
  6. BRAVO! - 6000 Teilnehmer beim Marsch für das Leben in München
  7. Waffen können Frieden schaffen und viele Menschenleben retten!
  8. Ablehnung von Fiducia supplicans: Afrikas Bischöfe haben ‚für die ganze Kirche’ gesprochen
  9. „Schwärzester Tag für die Frauen in der deutschen Nachkriegsgeschichte“
  10. Großes Interesse an Taylor Swift-Gottesdienst in Heidelberg
  11. Deutsche Bischofskonferenz nimmt Bericht zur reproduktiven Selbstbestimmung „mit großer Sorge“ wahr
  12. Mehrheit der Deutschen fürchtet Islamisierung Europas
  13. Eine kleine Nachbetrachtung zu einer Konferenz in Brüssel
  14. Meloni: Leihmutterschaft ist ,unmenschliche Praxis‘
  15. 'Politische Einseitigkeit ist dem Gebetshaus fremd'

Wo bleibt die Gerechtigkeit? Vom Missbrauch eines biblischen Begriffs

20. Dezember 2017 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„So etwas darf man in unserer ‚modernen‘ Kirche heute kaum noch erzählen …“ Gastbeitrag von Michael Schneider-Flagmeyer


Saarlouis (kath.net/Blog Forum Deutscher Katholiken) Der Ruf nach Gerechtigkeit ist heute in aller Munde. Besonders eine Partei, die Jahrzehnte in Deutschland regiert oder mitregiert, die meisten Landesregierungen führt und lange im Bundesrat die Mehrheit hatte und bis auf den heutigen Tag das Sozialministerium im Bund führt, hat nun plötzlich die soziale Gerechtigkeit entdeckt und fordert ein, was sie seit Jahrzehnten hätten verwirklichen können und müssen.

Beim Ruf nach Gerechtigkeit müssen wir gleich fragen: Welche Gerechtigkeit meinst Du? Denn immer mehr wird die Forderung nach Gerechtigkeit zur Durchsetzung der eigenen Ideologie benutzt, die eben alleine gerecht ist.

In meiner Geburts- und Heimatstadt Wuppertal gab es vor Jahrzehnten einen vorsitzenden Richter einer großen Strafkammer beim Landgericht, der, wenn der Angeklagte nach der Urteilsverkündigung rief: „Gerechtigkeit, Herr Direktor, wo bleibt die Gerechtigkeit?“ zu antworten pflegte: „Gerechtigkeit, mein Lieber, gibt es nur im Himmel. Hier haben Sie nur Anspruch auf ein Urteil nach den Gesetzen unseres Landes. Und das haben Sie soeben bekommen.“

Immer wieder erinnert mich das daran, wo die Grenzen der menschlichen Gerechtigkeit liegen; denn der alte Landgerichtsdirektor hatte völlig Recht: Die untrüglich wahre Gerechtigkeit gibt es nur im Himmel. Nur Gott ist der einzig unfehlbare Richter, weil nur Er in unsere Herzen sieht.


Und doch müssen wir mit dem ursprünglich biblischen Begriff von der Gerechtigkeit unser Leben und die Welt gestalten; und wir können das umso besser, wenn wir uns immer wieder nach der göttlichen Gerechtigkeit richten, die nach dem Apostel Paulus aus dem Glauben an Jesus Christus aufstrahlt.

Der menschliche Gerechtigkeitssinn ist eben überlagert von unserer eigene Schwäche und Sündhaftigkeit. Und so kommt es denn auch dazu, dass wir selbst uns zu oft für gerecht halten und doch nur selbstgerecht sind.

In diesen Tagen wird das besonders in der Politik sichtbar. Und so ist es dann ein großer Trost, dass am Ende Gottes unfehlbare Gerechtigkeit siegen wird und jedem Menschen göttliche Gerechtigkeit widerfahren wird. Nur mit diesem Bewusstsein lässt sich vieles auf der Erde und in unserem persönlichen Leben aushalten.

Im Folgenden will ich ein Beispiel dafür geben, wie Gottes Gerechtigkeit so ganz anders die Menschen sieht als wir.

Ich bin mir bewusst, dass man so etwas in unserer „modernen“ Kirche heute kaum noch erzählen darf; war doch kürzlich zu lesen, dass ein Priester suspendiert wurde, der den Kindern vom Fegfeuer und seinem Sinn erzählt hatte. Nun, ich bin ein Laie, der nicht zu suspendieren ist und habe nicht die geringsten Schwierigkeiten oder theologischen Bauchschmerzen, um von solchen Dingen zu berichten. Zu Sr. M. Bernardis Weschenfelder damals im Herz-Jesu-Stift in Karlsruhe kam immer wieder ein jüngerer Gemeindepfarrer, dem die Armen Seelen erschienen. Sein Name soll nicht genannt werden, weil er nicht wollte aus naheliegenden oben erwähnten Gründen, dass das allgemein bekannt wurde. Auch trieb ihn dazu seine echte Demut und tiefe Bescheidenheit. (Zu Sr. Bernardis und dem Herz-Jesu-Stift)

In seinem Sprengel lebte ein junger Bursche, der ein ausgemachter und unerträglicher Tunichtgut war. Der kam eines Tages ganz plötzlich zu Tode. Jeder und besonders die „Frommen“ erklärten, was für ein Segen es wäre, dass dieser Übeltäter nun endlich weg wäre. Nach ein paar Tagen erschien der Jüngling dem Pfarrer und sagte: „Geh Pfarrer und lies für mich drei Messen, dann bin ich erlöst.“

Der Pfarrer konnte es nicht fassen und sagte ihm, was für ein großer Übeltäter er war. Aber der Junge sagte, dass Gott ihm gezeigt hätte, warum er so geworden sei und dass er die, die daran schuld seien, strenger zur Rechenschaft ziehen würde.

Der ein oder andere von Ihnen, liebe Leser, mag das für Unsinn halten. Aber die Lehre vom Fegfeuer und den Armen Seelen gehört zu den ältesten Überlieferungen unserer Kirche. Und viele von Ihnen werden wie ich selbst daran festhalten.

Mir hat diese Begebenheit, die Sr. Bernardis mir selbst erzählt hat, gezeigt, dass ich sehr vorsichtig mit dem Wort Begriff von der Gerechtigkeit umgehen muss, wenn er sich nicht an Gottes Gerechtigkeit orientiert, von der uns das Alte und das Neue Testament berichtet. Aber sie hat mich auch gelehrt, mit großer Hoffnung und freudiger Zuversicht auf Gottes Gerechtigkeit, die Teil seiner umfassenden Liebe ist, zu vertrauen und manches politische Geschwätz von der eigennützigen „Gerechtigkeit“ zu ertragen. Denn „das alles ist Windhauch“, sagte Kohelet.

Dr. phil. Michael Schneider-Flagmeyer ist Gründungsmitglied des Forums Deutschen Katholiken. Weitere Informationen siehe Eintrag auf kathpedia .


Foto Dr. Michael Schneider-Flagmeyer



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 lesa 21. Dezember 2017 

Mit einer erfrischenden Selbstverständlichkeit geben Sie hier Zeugnis vom christlichen Glauben, zu dem eben die "Armen Seelen" auch gehören. Danke! Die Begebenheit bestätigt eine ganze Reihe Worte des Herrn. "Wer den Willen des Herrn nicht gelernt hat, bekommt eine geringere Strafe." "Nur Gott, unser liebender Vater ergründet das Innere genau. Und: Eltern, Erziehende, in der Verkündigung Stehende haben eine hohe Verantwortung, nicht etwas anderes zu verkünden, als die christliche Offenbarung und Überlieferung uns lehrt. Denn es hat schicksalhafte Folgen für die Anvertrauten. Und ein Volk, dessen politische Führer und Richter sich (noch oder wieder) auf die Ordnungen Gottes besinnen, kann in Sicherheit leben.


2
 
  21. Dezember 2017 
 

Vor Gericht und auf hoher See....

Solche Arme-Seelen-Erscheinungen täten einigen Hirten und Oberhirten unserer Kirche gut - es würde gleich ganz anders aussehen in unseren Gemeinden, Verzeihung - Seelsorgeeinheiten natürlich!


5
 
 christine.klara.mm 20. Dezember 2017 
 

Danke

Das ist es was ich immer versuche mir und anderen mit fraglichem Erfolg vor Augen zu halten. Gott will uns alle bei sich im Ewigen Leben haben. Auch der später schwerste Verbrecher kommt als total hilfloser Säugling auf die Welt. Er lebt und erlebt aber schon im Mutterleib alles mit was mit seiner Mutter und durch seine Mutter geschieht. Sogar ihre ganze Lebensweise, gewollt und/oder ungewollt kann sein kleines Leben dramatisch verändern.Ablehnung, Streitgetöse,Gewalt,körperlicher/selischer Mißbrauch,Mißbrauch mit Tabak,Alkohol,Drogen,falsche und/oder Mangelernährung.Unbekannte oder nichteingestandene Medikamentenwirkungen.Kinder kommen mit Fehlentwicklungen sichtbarer und auch noch unsichtbarer Natur,Drogen,Alkohol und Nikotin abhängig zur Welt und dann geht das womöglich so weiter,wenn sie nicht schon vorher gestorben oder abgetrieben worden sind.Die so Vielen in den ganz armen Ländern mit ihren oft furchtbaren Verkrüppelungen offenbaren auch Atom-und Chemiewaffen und -fabriken.....


3
 
 girsberg74 20. Dezember 2017 
 

Danke für diese Mitteilung


14
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gerechtigkeit

  1. Wehrt und vernetzt Euch!
  2. Vatikan-Prozess: Ein Jahr auf Bewährung für Ex-Klinikchef
  3. Lebensschutzorganisation ALfA gewinnt gegen Lucke-Partei
  4. Irischer Sender wegen Verleumdung von Priester bestraft
  5. Haft für obszöne Eintragungen in Kirchenbesucherbuch







Top-15

meist-gelesen

  1. Erzbischof Gänswein soll Nuntius in Litauen werden!
  2. 'Allahu akbar' - Angriff auf orthodoxen Bischof in Australien - Polizei: Es war ein Terrorakt!
  3. Kardinal Müller: "Sie sind wie die SA!"
  4. BRAVO! - 6000 Teilnehmer beim Marsch für das Leben in München
  5. 'Politische Einseitigkeit ist dem Gebetshaus fremd'
  6. Heiligenkreuz: Gänswein und Koch für Wiederentdeckung des Priestertums
  7. Schweiz: Bischof Bonnemain bei Beerdigung von Bischof Huonder
  8. Der Münchner Pro-Life-Marsch UND was die deutschen Medien verschweigen
  9. Eine kleine Nachbetrachtung zu einer Konferenz in Brüssel
  10. „Schwärzester Tag für die Frauen in der deutschen Nachkriegsgeschichte“
  11. Der Teufel sitzt im Detail
  12. Ablehnung von Fiducia supplicans: Afrikas Bischöfe haben ‚für die ganze Kirche’ gesprochen
  13. Frankreich: „Inzwischen bedeutet Katholizismus, seinen Glauben erklären zu können“
  14. Koch: Mit Glaube an ewiges Leben verdunstet auch Menschenwürde
  15. Das Mediennetzwerk Pontifex, gegründet 2005 als "Generation Benedikt", beendet seine Tätigkeit

© 2024 kath.net | Impressum | Datenschutz