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Kirche: Rund 2.000 belegte Fälle von Gewalt und Missbrauch

18. Februar 2019 in Österreich, 4 Lesermeinungen
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"Klasnic-Kommission" hat in 1.974 Fällen Finanz- und/oder Therapiehilfen in Höhe von insgesamt 27,3 Millionen Euro zuerkannt - Die meisten Vorfälle sind verjährt, bei 32 Prozent handelte es sich um sexuellen Missbrauch


Wien (kath.net/KAP) In der katholischen Kirche in Österreich gibt es mit Stand Mitte Jänner 2019 rund 2.000 belegte Fälle von Gewalt und Missbrauch. Der Zeitraum der Fälle umfasst die letzten 70 Jahre und den gesamten kirchlichen Bereich einschließlich der Ordensgemeinschaften. Seit 2010 hat die "Unabhängige Opferschutzkommission" ("Klasnic-Kommission") 2.140 Fälle entschieden, davon 166 bei denen keine Finanzhilfe und Therapie zugesprochen wurden. Demnach wurde in 1.974 Fällen Finanz- und/oder Therapiehilfe zugesprochen. 194 Fälle sind derzeit in Bearbeitung.
Die Kirche hat alle Entscheidungen der "Klasnic-Kommission" akzeptiert und umgesetzt. Den Betroffenen wurden bisher in Summe 27,3 Millionen Euro zuerkannt, davon 21,7 Millionen als Finanzhilfen und 5,5 Millionen für Therapien. Von den zugesprochenen Therapien wurden bislang zwei Millionen Euro ausbezahlt. Gemäß Beschluss der Bischofskonferenz kommen die Mittel nicht aus dem Kirchenbeitrag, sondern aus sonstigen Einnahmen wie Mieten, Pachten oder Liegenschaftsverkäufen.


Insgesamt wurden 5.080 Vorfälle gemeldet und von der kirchlichen "Stiftung Opferschutz" statistisch erfasst. Bei 32 Prozent aller Vorfälle handelte es sich um sexuellen Missbrauch. Bei allen anderen Vorfällen ging es um körperliche Gewalt.

33,6 Prozent der Betroffenen von Gewalt oder Missbrauch sind weiblich, 66,4 Prozent männlich. Hinsichtlich des Alters der Betroffenen bildet mit 61,1% die Gruppe der 6 bis 12-Jährigen die größte. 7,3 Prozent der Betroffenen waren jünger als sechs Jahre, 23,1 Prozent waren in der Gruppe der 13 bis 18-Jährigen, 0,9 Prozent waren über 18 Jahre und bei 7,6 Prozent ist das Alter beim Übergriff nicht bekannt.

Eine Auswertung der kirchlichen "Stiftung Opferschutz" zeigt, dass sich viele Übergriffe in den von der Kirche im staatlichen Auftrag geführten Kinderheimen und Heimen für schwer erziehbare Jugendliche ereignet haben. Die Schließung dieser Heime ist ein wichtiger Grund, weshalb die Fälle seit den 1980er-Jahren deutlich zurückgegangen sind.

Die meisten Vorfälle sind rechtlich verjährt und haben sich hauptsächlich in den 1960er- Jahren (37,4 Prozent) und 1970er-Jahren (31,3 Prozent) ereignet; 4 Prozent der Vorfälle, die zumeist weit zurückliegen, konnte nicht zeitlich zugeordnet werden. 14,6% haben sich in den 1950er-Jahren oder früher ereignet. Somit sind 52 Prozent der Vorfälle vor 1970 geschehen, 31,3 Prozent in den 1970er-Jahren, 8,8 Prozent in den 1980er-Jahren, 3,1 Prozent in den 1990er-Jahren und 0,8 Prozent seit 2000.

Die von der Österreichischen Bischofskonferenz seit 2010 geltenden Regelungen stellen sicher, dass Betroffene - auch im Falle der Verjährung - unbürokratisch Hilfe erhalten, ohne den Rechtsweg beschreiten zu müssen, der ihnen aber weiterhin offensteht. Erstanlaufstellen für Betroffene sind die weisungsfreien Ombudsstellen der Diözesen. Über eine Hilfszahlung und/oder Therapiekosten entscheidet auf Antrag des Betroffenen die "Klasnic-Kommission". Die Umsetzung dieser Entscheidungen liegt dann bei der kirchlichen "Stiftung Opferschutz", die auch eine Statistik über die entschiedenen Fälle führt.
(Infos unter www.ombudsstellen.at)

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Gambrinus 19. Februar 2019 
 

Kath.net sollte derartige Meldungen nicht ungeprüft von der kathpress übernehmen!

Diese Statistik ist sehr problematisch. Bei dem "Verfahren" dieser Kommission (den Begriff muss man wirklich unter Anführungszeichen setzen!) liegt die Betonung auf "unbürokratisch" und "kein Rechtsweg". Im Klartext heisst dies, dass die Vorwürfe nicht überprüft wurden, sondern man behandelt alles, was da behauptet wird, als Faktum. Wer weiss, was da alles für Sachverhalte dabei sind....

Der (wohl als Entschuldigung) gemeinte Hinweis, das Geld für die Entschädigungen stamme nicht aus Kirchenbeitragsmitteln, ist Augenwischerei. Tatsächlich werden damit der Kirche Mittel entzogen, die beispielsweise für seelsorgliche Zwecke oder die Erhaltung von Kirchen verwendet werden sollten.

Offenbar haben die Bischöfe naiv gehofft, das leidige Thema auf diese Weise schnell zu erledigen. In Wirklichkeit fügen sie der Kirche damit nur einen immensen wirtschaftlichen Schaden zu, zu dem dank der aufgeblähten Fallzahlen ein ebenfalls immenser Reputationsschaden hinzukommt.

Saudumm, das Ganze.


5
 
  19. Februar 2019 
 

Was ist der Wert einer solchen Auswertung?

Sie zeigt, das Missbrauch nicht nur mit Homosexualität zu tun hat. Es stellt die Frage, was ist das Verbindende und wie konnte dies alles so lange verheimlicht werden. Wo/wer war der Kopf, der dies alles ermöglichte (dem. dem Sprichwort 'Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken')?
Alles sehr unangenehme Fragen die mit 'die Homosexuellen waren es' nicht beantwortet werden.
PS.: Ich möchte das Problem der Homosexualität nicht kleinreden. Es ist für mich aber nur eine Auswirkung des Problemes einer absolutistischen Führung in Bereichen, wo Absolutismus nichts verloren hat und das viel mit dem Bild und Verständnis der verschiedenen Aspekte von 'Kirche' zu tun hat (mystischer Leib Christi, Weltkonzern, Organisation, ...).


2
 
 Andrzej123 19. Februar 2019 
 

@Friedlon: Völlig richtig!

Ich vermute 100% der Deutschen haben bereits "sexuelle oder körperliche oder psychische Gewalt" erfahren. (Akzent auf "oder") Die "Wissenschaftler" aller Provenienz scheuen die Veröffentlichung der Rohdaten wie der Teufel das Weihwasser. "Traue nur der Statistik, die Du selber gefälscht hast" ist leider kein Witz, sondern die traurige Wahrheit.
(Ich war auf einer staatlichen Schule, da gab es auch ab und zu Ohrfeigen und mitunter unerwünschte Tätscheleien, die ja auch inzwischen dem "Missbrauch" zugeordnet werden ... hat man gehört, dass hier ein "Entschädigungsfond" eingerichtet wurde?)
Die Vermengung echter Verbrechen mit "unangenehmen Vorfällen" kann ich nicht akzeptieren!
Die sollen bitte anonymisiert die zugrunde liegenden Beschwerden vollständig veröffentlichen, damit sich jeder ein Bild machen kann, um was es geht.


9
 
 Friedlon 19. Februar 2019 
 

Kreative Statistik

Wow, eine solch geschickte Darstellung. Zuerst wird sexueller Missbrauch von Priestern willkürlich unter den Haufen der Gewalt in Heimen für schwererziehbare Kinder gemischt und die Fallzahl hochgerechnet, dann detailliert das Alter und Geschlecht dargestellt, was bei körperlicher Züchtigung wenig aussagt, aber die bekannte Tatsache, dass die Opfer klerikalen Sexmissbrauchs (post)pubertäre Jungen sind, hübsch maskiert.
Was ist der Wert einer solchen Auswertung?


15
 

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