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Papst Paul VI. und die erste Mondlandung (1969)

21. Juli 2019 in Chronik, 1 Lesermeinung
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1969 setzte der erste Mensch seinen Fuß auf den Mond. Papst Paul VI. begab sich am Abend des 20. Juli vom Apostolischen Palast in Castel Gandolfo in die nahegelegene Sternwarte des Vatikans. Von Ulrich Nersinger - VIDEOS mit Originalsequenzen!


Vatikan (kath.net) 1969 setzte der erste Mensch seinen Fuß auf den Mond. Papst Paul VI. (1963-1978) begab sich am Abend des 20. Juli vom Apostolischen Palast in Castel Gandolfo in die nahegelegene Sternwarte des Vatikans. Durch das Teleskop beobachtete er eine Weile das „Meer der Ruhe“. Am Fernsehbildschirm verfolgte er dann interessiert die Übertragungen vom Landemanöver. Unmittelbar nach dem Aufsetzen der Mondfähre richtete der Papst über Radio eine Botschaft an die Welt und die Astronauten:

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind! Wir, demütiger Stellvertreter jenes Christus, der aus der Tiefe der Göttlichkeit zu uns kommend diese selige Stimme am Firmament hat erschallen lassen, machen Uns heute zum Echo dieser Stimme und wiederholen sie als festlichen Hymnus unserer ganzen Weltkugel, die nicht mehr unüberschreitbare Grenze der menschlichen Existenz, sondern offene Schwelle zur Weite des grenzenlosen Raumes und zu neuen Bestimmungen ist. Ehre sei Gott! Und Ehre den Menschen, die dieses große Raumfahrtunternehmen bewerkstelligt haben! Ehre den Verantwortlichen, den Wissenschaftlern, den Erdenkern, den Organisatoren, den Arbeitern! Ehre allen, die diesen so kühnen Flug ermöglicht haben! Ehre allen, die in irgendeiner Weise damit zu tun haben! Ehre allen, die vor ihren wunderbaren Apparaten sitzend das Unternehmen leiten, und allen, die der Welt das Werk und die Stunde bekannt geben, die die wissende und mutige Herrschaft des Menschen auf die himmlischen Tiefen ausdehnt.“


An die Astronauten gewandt sagte der Heilige Vater mit bewegter Stimme: „Hier spricht zu Euch, von seiner Sternwarte in Castel Gandolfo in der Nähe von Rom aus, Papst Paul VI. Ehre, Gruß und Segen Euch, die ihr den Mond erobert habt, das bleiche Licht unserer Nächte und unserer Träume. Bringt dem Mond mit unserer lebhaften Teilnahme die Stimme des Geistes, den Hymnus für Gott, unseren Schöpfer und Vater. Wir sind Euch nahe mit Unseren Wünschen und mit Unseren Gebeten. Mit der ganzen katholischen Kirche grüßt Euch Papst Paul VI.“.

Gegen 23.00 Uhr verließ der Heilige Vater das Observatorium und begab sich wieder in seine Gemächer im Apostolischen Palast. Gegen 4.00 Uhr wurde er vom Direktor der Sternwarte, dem irischen Jesuitenpater Joseph O’Connell, telefonisch geweckt. Der Papst sah sich dann bis 5.30 Uhr am Fernsehschirm die Direktübertragung vom Mond an.

Zeitgeschichtliches Dokument: Papst Paul VI. sendet eine Botschaft an die Astronauten von Apollo 11 (italienisch)


Rome Reports - Papst Paul VI. und die Mondlandung (engl.)



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Lesermeinungen

  22. Juli 2019 
 

Eine schwierige Sache

Das Projekt Mondlandung war in erster Linie ein Prestigeobjekt im damaligen Kalten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion, wobei die Amerikaner (dank der vielen deutschen Wissenschaftler noch aus der NS-Zeit wie speziell Wernher von Braun, dem eigentlichen Kopf dieses Unternehmens) dann die Nase vorn hatten. Beide Großmächte wollten sich und der übrigen Welt ihre wissenschaftliche Größe, ihre geistige Fortschrittlichkeit und damit verbunden die Überlegenheit ihres jeweiligen Systems vor Augen führen.

Nicht auszudenken, die Kommunisten hätten diesen Wettlauf zum Mond für sich entschieden! Was hätte der Papst dann gesagt? So paßte es jedenfalls gut, daß die damaligen Amerikaner die ersten waren, und der Papst diese tollkühne Unternehmung in theologisch- geistlicher Hinsicht gewürdigt hatte ganz nach dem fragwürdigen Optimismus der damaligen Zeit.
Was hatte diese Mondlandung an wirklichen und auch diffusen Erwartungen geweckt!- Eine neue Welt, eine friedliche Menschheit usw.


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