Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  2. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  3. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  4. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  5. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  6. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  7. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  8. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  9. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  10. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  11. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  12. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  13. Frust beim Klima-Kleber-Jesuiten
  14. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  15. Deutschland: Katholische Kirche verzeichnet mehr Erwachsenentaufen trotz Mitgliederrückgang

Ukraine: Erzbischof betont Verbundenheit mit Konstantinopel

6. Oktober 2019 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Oberhaupt der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, Schewtschuk: "Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel ist unsere Mutterkirche".


Kiew (kath.net/ KAP)
Für die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche (UGKK) ist und bleibt das orthodoxe Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel die Mutterkirche. Das hat Großerzbischof Schewtschuk in einem Interview für die offizielle Website der UGKK betont. Das Oberhaupt der UGKK war vor Kurzem in Rom mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios zusammengetroffen. Die Begegnung fand am 16. September im vatikanischen Gästehaus Santa Marta statt. Der Großerzbischof betonte nun, wie wichtig ihm gute Beziehungen zum und die Verbundenheit mit dem Ökumenischen Patriarchat seien.

Die katholischen Ostkirchen spielten in der heutigen katholischen Kirche eine besondere Rolle, u.a. indem sie Träger der byzantinischen Tradition seien, so Schewtschuk. Er erinnerte weiters an den Appell von Papst Johannes Paul II. in seinem Schreiben "Ut unum sint" (1995), in dem er die Kirchenführer und Theologen der nichtkatholischen Kirchen aufrief, mit ihm über mögliche alternative Formen des Einheitsamt des Bischofs von Rom nachzudenken und einen Dialog zu führen. Hier könnten die katholischen Ostkirchen eine alternative Perspektive einbringen.

Die katholischen Ostkirchen seien auch Mitglieder der offiziellen katholisch-orthodoxen Dialogkommission, so der Großerzbischof. Von den orthodoxen Kirchen würden sie allerdings als Teil der katholischen Gruppe angesehen. Man würde in diesem Dialog aber lieber eine eigenständigere Rolle spielen, so Schewtschuk. Weiters zitierte er Papst Johannes XXIII. (1958-1963), der schon betont hatte, dass Katholiken und Orthodoxe weit mehr verbinde als trenne.


Zur angespannten kirchlichen Situation in der Ukraine meinte der Erzbischof, dass er persönlich keine Gründe sehe, mit den "orthodoxen Brüdern" nicht in einen Dialog einzutreten. Dabei gelte es vor allem auch die gemeinsamen Wurzeln in den Blick zu nehmen. Schewtschuk: "Wenn wir nach Wegen suchen, um uns näher zu kommen, dann müssen wir Gemeinsamkeiten finden. Und wir sind durch eine gemeinsame Mutter verbunden", so der Großerzbischof im Blick auf die gemeinsame Geschichte der unierten und orthodoxen Kirchen in der Ukraine.

Wenn man dies ernst nehme, dann könne man auch gemeinsam beten, so der Großerzbischof, der auch einmal mehr darauf bestand, dass die Kiewer Sophienkathedrale die gemeinsam Kathedrale aller Christen in der Ukraine sein sollte. Im vergangenen März/April war es zu Spannungen gekommen, weil die UGKK in der historischen Sophienkathedrale einen Gottesdienst feiern wollte. Von Seiten der orthodoxen Kirchen des Landes wurde an dem Vorhaben Kritik geübt. Der Großerzbischof sagte den für den 7. April geplanten Gottesdienst deshalb aus Rücksicht auf die ökumeischen Beziehungen ab.

Ein Positives habe die Sache zumindest gehabt, so Schewtschuk: Erstmals habe die ukrainische Gesellschaft erkannt, wo die Ursprünge der Griechisch-Katholischen Kirche liegen. Und für einen wirklichen Dialog sei es elementar, dass man über das Gegenüber tatsächlich Bescheid wisse, so der Großerzbischof.

Im Anschluss an die Begegnung des Großerzbischofs mit Patriarch Bartholomaios hatte die UGKK in einer Erklärung mitgeteilt, dass die ökumenische Situation in der Ukraine im Gespräch breiten Raum eingenommen habe. Schewtschuk äußerte demnach die Hoffnung, dass die Verleihung der Autokephalie an die (neugegründete) Orthodoxe Kirche der Ukraine den ökumenischen Dialog im Land erleichtern werde, denn die "orthodoxe Ortskirche sei der wichtigste Gesprächspartner der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche".

Mit Kiewer Rus untrennbar verbunden

Die griechisch-katholische Kirche der Ukraine ist eine Ostkirche eigenen Rechts, die ihre Gottesdienste im byzantinischen Ritus feiert und zugleich mit Rom uniert ist, d.h. sie steht in der eucharistischen Gemeinschaft mit der Katholischen Kirche und anerkennt den Papst als Oberhaupt der Kirche.

Historisch ist die griechisch-katholische Kirche mit der Christianisierung der Kiewer Rus im 10. Jahrhundert untrennbar verbunden. Den institutionellen Beginn als eine Kirche in Gemeinschaft mit Rom nimmt sie in der 1596 geschlossenen sogenannten "Union von Brest", einer Stadt an der heutigen Westgrenze Weißrusslands. Damals ging die Mehrheit der orthodoxen Bischöfe die Kiewer Metropolie im polnisch-litauischen Staat eine Union mit dem Papst von Rom ein. Ein kleiner Teil der Kirchenhierarchie beharrte aber auf der Zugehörigkeit zum Patriarchat von Konstantinopel. So kam es 1620 mit der Wiedererrichtung der orthodoxen Metropolie zu einer Spaltung der historischen Kiewer Metropolie in einen unierten und einen orthodoxen Zweig.

Die kommunistische sowjetische Führung verbot die griechisch-katholische Kirche 1946 und ordnete ihre Zwangsvereinigung mit der russisch-orthodoxen Kirche an. Zahlreiche Bischöfe und Geistliche wurden verhaftet und starben in sibirischen Gulags. Erst 1989 wurde die Kirche nach der langen Untergrundperiode vom sowjetischen Staat legalisiert und spielte vor allem seit der Unabhängigkeit der Ukraine eine bedeutende gesellschaftliche Rolle. Sie ist mit rund vier Millionen Gläubigen in der Ukraine und einer großen Zahl von Mitgliedern in Nord- und Südamerika die weltweit größte katholische Kirche des byzantinischen Ritus.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ukraine

  1. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  2. Nuntius in Kiew ermutigt zur Unterstützung der Ukrainer
  3. Ukraine: Sophienkathedrale als Leuchtturm der Hoffnung
  4. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  5. Ukrainische Katholiken erhalten katholische Kirche für 50 Jahre zurück
  6. Die menschenverachtenden Angriffe auf die Ukraine durch Russland gehen täglich weiter!
  7. Papst Leo XIV. plant Ukraine-Besuch!
  8. Friedensappell für Ukraine von Kardinal Woelki und Weihbischof Hrutsa aus Lwiw
  9. Bei Treffen mit Leo: Selenskyj lädt Papst in die Ukraine ein
  10. Kritische Analyse des US-Friedensplanes von Präsident Donald Trump






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  5. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  6. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  7. "Die meisten kommen wegen der Sozialleistungen"
  8. Frust beim Klima-Kleber-Jesuiten
  9. Grösse
  10. Angeklagt, weil er einen schismatischen Bischof nicht rehabilitierte: Armeniens Patriarch Karekin II
  11. Scharfe innerorthodoxe Kritik an Kyrills Atomwaffen-Predigt
  12. „Ich spüre die Berufung zu pilgern“ – Andrzej Kurek pilgert seit 65 Jahren nach Tschenstochau
  13. Salzburg: Opernstar bereitete Franziskus-Rolle im Kapuzinerkloster vor
  14. Ceuta: Integrationsministerin Bauer fordert mehr Außengrenzschutz und effektive Rückführungen
  15. ALfA startet „von-Galen-Projekt“ zum 85. Jahrestag der Predigt von St. Lamberti

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz