Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  2. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  3. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  6. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  7. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  8. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  9. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  10. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  11. US-Vizepräsident Vance wird erneut beim „March for Life“ teilnehmen und sprechen
  12. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!
  13. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  14. „Catholic Herald“: „Irlands schwindende Familien“
  15. "Ich glaube, dass Gott das erste Selfie geschossen hat.“

Argentinien: Razzia in Ex-Büros des Nacktselfie-Bischofs Zanchetta

11. November 2019 in Weltkirche, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Staatliche Ermittlungen wegen Verdacht auf Veruntreuung von Staatsgeldern – Der umstrittene Bischof gilt als Freund und Beichtkind von Papst Franziskus und wohnt weiterhin mit ihm unter einem Dach


Orán (kath.net/pl) Argentinische Zivilbehörden durchsuchten vergangene Woche Büros des als „Nacktselfie-Bischofs“ bekannt gewordenen früheren Bischofs von Orán, Gustavo Oscar Zanchetta (Archivfoto). Zanchetta gilt als Freund und Beichtkind von Papst Franziskus. Der argentinische Bischof wird beschuldigt, Seminaristen missbraucht sowie kirchliche Gelder veruntreut zu haben. Ihm drohen nach argentinischem Recht zwischen drei und zehn Jahren Gefängnis. Regionale Spezialisten für Wirtschaftskriminalität führten die Durchsuchung durch, berichtete der „Catholic Herald“ anhand der argentinische Zeitung „El Oranense“, mit dem Ziel der Aufdeckung von Zanchettas mutmaßlichem Betrug gegen den Staat. Neben Anschuldigungen wegen Missmanagements von Kirchengeldern, die von Gläubigen der Diözese gespendet wurden, belegen staatliche Aufzeichnungen, dass Zanchetta mehr als 1 Million argentinische Pesos aus der Provinz Salta erhalten hatte, um ein Pfarrhaus wiederherzustellen, außerdem für Vorträge im Seminar, die nie stattfanden.


Der Fall gilt als besonders brisant für Papst Franziskus, denn es geht außerdem um gravierende sexuelle Vorwürfe gegen Zanchetta. Der Vatikan soll pikante Informationen über den damaligen Bischof von Orán laut Auskunft des damaligen Generalvikars von Orán bereits zwischen 2015 und 2017 erhalten haben. So sollen unter anderem Nackt-Selfies des Bischofs auf seinem eigenen Handy entdeckt worden sein, offenbar zeigen die Selfies den Bischof masturbierend. Außerdem habe Zanchetta Schwulenpornos auf seinem Smartphone gehabt, die „junge Leute“ beim Sex zeigten. Zanchetta sei weiterhin nachts mit einer Taschenlampe durch die Zimmer der Seminaristen spaziert und habe sie um „Massagen“ gebeten. Zwei frühere Generalvikare und der Rektor des Priesterseminars von Oran informierten darüber die Nuntiatur in Argentinien. Die Kopie dieses Beschwerdebriefes wurde inzwischen in argentinischen Medien veröffentlicht, kath.net hat berichtet.

Bischof Zanchetta seinerseits behauptete, sein Telefon und sein Computer seien gehackt worden, und die Anschuldigungen gegen ihn seien von Menschen motiviert worden, die Papst Franziskus nicht unterstützten. Papst Franziskus hatte Zanchetta im Oktober 2015 für fünf Tage nach Rom gerufen, danach schien er Zanchettas Entschuldigung angenommen zu haben, dass sein Handy gehackt worden war.

Als er 2017 wegen massiven Vorwürfen aus seinem Amt als Bischof von Orán zurücktreten musste, wurde für ihn im Vatikan eigens eine neue Stelle in der vatikanischen Güterverwaltung geschaffen. Dieses Amt muss Zanchetta derzeit ruhen lassen. Der umstrittene Bischof durfte allerdings noch 2019 an den Fastenexerzitien seines Landmannes Papst Franziskus teilnehmen, auch wohnt er weiterhin im Gästehaus Santa Marta, also unter einem Dach mit dem Papst. Zanchetta war im Laufe des ersten Weltjugendtags von Papst Franziskus (Rio de Janeiro 2013) zum Bischof von Orán ernannt worden, Franziskus war damals noch relativ neu im Amt gewesen.

Auch nach deutlich über einem halben Jahrzehnt im Amt hat Papst Franziskus sein Heimatland Argentinien noch nicht besucht. Beobachter rätseln, ob inzwischen auch der Fall Zanchetta zu den Bremsklötzen für einen solchen Besuch gezählt werden sollte. Möglicherweise befürchtet Franziskus, dass ihm die kirchliche Situation in Argentinien im Laufe eines Papstbesuches ähnlich heftig um die Ohren fliegen könnte wie nach seinem Besuch in Chile, wo er die Vorwürfe gegen den hochumstrittenen Bischof Juan Barros nicht ernst genug genommen hatte und die chilenische Hierarchie danach in eine beispiellose Krise gestürzt wurde, die weiterhin keineswegs als gelöst gilt.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Argentinien

  1. Argentiniens Regierung will Verbot von ‚Geschlechtsumwandlungen‘ für Minderjährige
  2. Argentiniens Präsident Milei schafft Genderministerium endgültig ab
  3. Argentiniens Präsident Milei lädt Papst Franziskus ein
  4. Designierte Vizepräsidentin Argentiniens will Babys vor Abtreibung schützen
  5. Franziskus kritisiert politisches Versagen in Argentinien
  6. Nach ‚Gebet an die Pachamama’ – argentinische Diözese bittet um Entschuldigung
  7. Argentinien: Gericht erlässt einstweilige Verfügung gegen Abtreibungsgesetz
  8. Papst empfing Argentiniens Präsident Fernandez im Vatikan
  9. Argentinisches Abtreibungsgesetz: Der Einfluss von Planned Parenthood
  10. Argentinien: Bischof verbietet Mundkommunion für seine Diözese






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  6. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  7. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  8. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  9. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  10. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  11. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  12. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  13. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  14. Sterilisationen, schlechte Lebensbedingungen: Grönländer kritisieren dänische Herrschaft
  15. Maria 1.0: Immer wieder Deutschland - „Deutsch-Synodale“ Reformatoren schaffen Realität

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz