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24. April 2020 in Kommentar, 6 Lesermeinungen
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„Es gibt in der Corona-Pandemie Vorwürfe gegen die Kirche und gegen Bischöfe, sie hätten sich gegenüber dem staatlichen Versammlungsverbot in Kirchen zu unterwürfig gezeigt.“ Gastbeitrag von Hubert Gindert/Forum Deutscher Katholiken


Bonn (kath.net/Forum Deutscher Katholiken) In der Nazizeit gab es den Reichsbischof Müller, genannt „Reibi“. Er versuchte die evangelische Kirche an das vorherrschende Regime anzupassen und in eine „Reichskirche“ zu verwandeln. Diese „Reichskirche“ trug alle Forderungen der Nazis mit, z B. die absurden Thesen vom Vorrang der „Nordischen Rasse“, den Antisemitismus etc. dagegen regte sich der Widerstand der „Bekennenden Kirche“.

Die katholische Kirche in Deutschland zeigte sich gegen Anbiederungen an das Regime gefestigt. Nicht jeder Bischof war ein Löwe, wie Graf Galen von Münster oder Bischof Graf Preysing von Berlin. Aber die Einbindung in die Universalkirche hat eine Anpassung an die Hitlerdiktatur verhindert. Soviel vorweg!

Es gibt in der Corona-Pandemie Vorwürfe gegen die Kirche und gegen Bischöfe, sie hätten sich gegenüber dem staatlichen Versammlungsverbot in Kirchen zu unterwürfig gezeigt. Dass mit diesem Verbot grundlegende Menschenrechte, wie das Gebot der Religionsfreiheit tangiert wird, steht außer Zweifel. Deswegen ist dieses Verbot ständig zu überprüfen, ob und in welchem Umfang, es auch im Vergleich zu anderen Bereichen der Gesellschaft, noch gerechtfertigt ist. Man kann aber dem säkularen Staat nicht vorhalten, er würde damit versuchen, Glaubensinhalte zu verändern, wie das die Nationalsozialisten versucht haben.

Heute gibt es solche Gefährdungen aus dem Inneren der Kirche. Man denke z.B. an den „Synodalen Weg“. Hier hat eine deutliche Mehrheit beschlossen, auch Glaubenswahrheiten zur Disposition zu stellen und damit dem Druck der „Reformer“ in der Kirche und dem Druck der Medien nachzugeben. Aber nun auch die fünf Bischöfe, die sich gegen den Beschluss gestemmt haben, in diese Art von „Reibi-Vergleich“ miteinzubeziehen, selbst, wenn sie aus Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung den staatlichen Vorgaben zunächst zugestimmt haben, ist ungerecht.




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Lesermeinungen

 lesa 24. April 2020 

Nicht alles ist einfach drin

Danke für den Artikel. Es zeigt sich allerdings, wie sensibel das Thema der Religion und der Religionsausübung ist. In Zeiten der geistigen Bedrohung durch gottwidrige, spalterische Tendenzen auch innerhalb der Kirche und der damit einhergehenden Haltlosigkeit, zu der nun die Corona-Krise gekommen ist, ganz besonders.


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 Ad Verbum Tuum 24. April 2020 

Man sah sie nicht kämpfen!

Es war eine m.E. leichtfertige Hinnahme. Nur seeeehr wenige haben sich frühzeitg um Lockerungen bemüht.
Eine kämpfende Kirche habe ich in großen Teilen nicht erlebt.
(Jeder Einzelhändler kämpft mehr um seine Rechte ...)


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 girsberg74 24. April 2020 
 

Sehr geehrter Hubert Gindert,

auch ich gehöre zu den Kritikern von Bischöfen, doch nie aus Prinzip, sondern immer aus gegebenem Anlass und zwar ohne „Mundschutz“. Anlässe gab / gibt es oft genug.

Was man zu Recht kritisieren durfte, war der vorauseilende Gehorsam von einem sehr ansehnlichen,
Hierarchen gegenüber der Politik; Ich muss zugeben, ich habe nicht alle geprüft, doch der ist so gut wie immer dabei. In der Folge stellen sich Fragen nach Unabhängigkeit, nach der Hirteneigenschaft; befehlen kann jeder, der dafür die „potestas“ hat.

Dankbar bin ich Ihnen, lieber Hubert Gindert, für den Hinweis auf den historischen „Reibi“. Wenn ich unter dessen „geistigen Söhnen“ mich umsehe und von fünf Ausnahmen lese, so muss ich schließen, dass wir gegenwärtig um die dreißig „Reibis“ zu zählen hätten.

Ich kann nur hoffen, dass der Rucksack auf dem „synodalen Weg“ den einen oder anderen noch richtig drückt und diesen auf den rechten Weg zurückführt.


12

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 Seeker2000 24. April 2020 
 

Ohne "Dann", kein "Jetzt"

Selbst unterstellt, die Bischöfe hätten lediglich aus "Schutz für die Bevölkerung" Mitte März dem Treiben der Bundesregierung bzw. den Länderregierungen zugestimmmt, dann kann und darf so eine Entscheidung nicht getroffen werden, ohne, dass zu dem "JETZT machen wir das als Erstes" mal so auch schon von Anfang an die Überlegung da sein muss "wie lange und was DANN". Diese Überlegung gab es nie. Man hat sich einfach mit vorauseinlendem Gehorsam dem Staat unterworfen, anstelle von Anfang an zu sagen: "ja, aber nur max. bis z. B. Palmsonntag. Dann muss eine andere Lösung da sein." Nach der ersten Entscheidung im März hat man sich zurückgelehnt und alle Entscheidung nur dem Staat überlassen. Das sieht man auch daran, dass während der Zeit (6 Wochen!)kein einziges Konzept arbeitet wurde für das DANN. Es wurde noch nicht einmal gegen die Regelung aufbegehrt, bzw. erst dann, als die "lästigen Laien" reihenweise Klagen eingereicht haben.
Ist das die Vorstellung von LEITUNGsgewalt? Oje!


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 Stefan Fleischer 24. April 2020 

Hier möchte ich

einen Aphorismus anfügen, den ich soeben gelesen habe:
"Wir leben in einer Zeit.
in welcher der Ungehorsam behauptet,
er sei eine Tugend."
Natürlich ist das sehr einseitig und überspitzt. Aber sich darüber Gedanken zu machen ist sicher nicht verboten.


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 proelio 24. April 2020 
 

Synodaler Weg - Ermächtigungsgesetz der Nazis

Diesen Vergleich zog kein geringerer als der ehemalige Glaubenspräfekt Kardinal Müller. Und er hat Recht damit. Die deutschen Bischöfe versuchen, auf diesem Weg die katholische Glaubens- und Morallehre auf den Kopf zu stellen. Eine Ungeheuerlichkeit, die den Nazis nie gelungen ist...


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