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Bose-Klostergründer Bianchi muss eigene Gemeinschaft verlassen

28. Mai 2020 in Chronik, 1 Lesermeinung
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Gemeinschaft war zuvor nach internen Problemen vom Vatikan untersucht worden


Rom  (kath.net/KAP) Enzo Bianchi (77), einer der bekanntesten geistlichen Autoren Italiens, muss die von ihm gegründete Klostergemeinschaft Bose verlassen. Der Vatikan habe eine entsprechende Anordnung für Bianchi und drei weitere Personen erteilt, berichteten mehrere italienische Zeitungen am Mittwoch. Grund seien Spannungen mit Prior Luciano Maniardi, der 2017 als erster Nachfolger Bianchis gewählt worden war. Das Kloster Bose, 1965 von dem jungen Wirtschaftswissenschaftler Bianchi unter dem Eindruck der Studentenbewegung und des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) gegründet, gilt als ein Neuaufbruch des Klosterlebens in der katholischen Kirche.


 

Die Gemeinschaft von Männern und Frauen verbindet Traditionen des westlichen und östlichen Mönchtums und etablierte sich zugleich als ökumenisches Zentrum. Beträge und Schriften Bianchis zur Spiritualität fanden in Italien weite Verbreitung. Wie das Kloster selbst am Dienstagabend mitteilte, wurden im Dezember und Jänner die Mitglieder der Gemeinschaft im Rahmen einer vatikanischen Visitation zu den internen Problemen befragt. Der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin habe die Schlüsse aus der Untersuchung am 13. Mai mitgeteilt. Nach Darstellung der Gemeinschaft weigerten sich jedoch "einige Adressaten", die Entscheidung anzunehmen.

 

Daher sehe man sich zu der Klarstellung genötigt, dass Bianchi sowie zwei weitere Brüder und eine Schwester Bose verlassen müssten. Bis auf Weiteres bleibt das Kloster unter Aufsicht des Ordenspriesters und Psychologieprofessors Amedeo Cencini, der vom Papst zum Delegaten bestellt wurde. Derzeit leben nach Angaben aus Bose rund 90 Männer und Frauen aus sechs Nationen in der Gemeinschaft. Bianchi ist Berater des päpstlichen Ökumene-Rates und sitzt im vatikanischen Komitee für kulturelle Zusammenarbeit mit den Ostkirchen.

 

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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