Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  3. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  4. Tantum ergo Sacramentum
  5. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  6. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  7. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  8. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  9. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  10. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  11. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  12. Spannungen hinter den Kulissen: Papst lehnt gemeinsamen Auftritt mit Macron in Notre-Dame ab!
  13. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  14. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  15. Die katholischen Bischöfe übernehmen die Schirmherrschaft zum Marsch für das Leben/Slowakei

Sudan ahndet das Verlassen des muslimischen Glaubens künftig nicht mehr mit Todesstrafe

14. Juli 2020 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Übergangsregierung verbietet zudem Genitalverstümmelung an Mädchen und Frauen - Bisher werden neun von zehn Mädchen im Sudan verstümmelt, oft ohne Betäubung und oft unter unhygienischen Bedingungen


Khartum (kath.net/KAP) Im Sudan gibt es 30 Jahre nach der Einführung des islamischen Scharia-Rechts erhebliche Lockerungen auf gesetzlicher Ebene. Schwer diskriminierende Regelungen wie das Apostasiegesetz, wonach bislang für Abfall vom (muslimischen) Glauben die Todesstrafe stand, wurden abgeschafft, berichtete die afrikanische Nachrichtenagentur Ecofin am Wochenende. Christen soll es zudem künftig erlaubt sein, Alkohol zu trinken, zu importieren und zu verkaufen, kündigte die Übergangsbehörden des afrikanischen Landes an.

 

"Niemand hat das Recht, irgendeine Person oder Gruppe als ungläubig zu bezeichnen", sagte der sudanesische Justizminister Nasredeen Abdulbari am Wochenende in einem Interview mit dem Staatsfernsehen. Dies bedrohe "die Sicherheit der Gesellschaft und führt zu Rachemorden".

 

Die bisher gültigen Bestimmungen bei Abfall vom muslimischen Glauben hatten im Sudan zuletzt 2014 für weltweites Aufsehen gesorgt, als Mariam Yehya Ibrahim Ishag deshalb zum Tode verurteilt wurde. Die damals 28-jährige und schwangere Ärztin war von ihrer Mutter zum christlichen Glauben erzogen worden und wollte nicht der Religion ihres muslimischen Vaters folgen, der seit ihrer Kindheit abwesend war. Nach internationalen Protesten wurde sie aus dem Gefängnis entlassen, am Folgetag jedoch erneut für 48 Stunden festgenommen, ehe ihr und ihrer Familie die Ausreise über Rom - wo sie Papst Franziskus traf - in die USA gelang.


 

Die jüngsten Entscheidungen der Übergangsregierung sind Teil eines schwierigen Demokratisierungsprozesses, dem viele internationale Finanzinstitutionen, die jetzt Hilfe gewähren, Bedingungen wie die Aufhebung des Abfalls auferlegen. Die Übergangsregierung, die nach dem Sturz des langjährigen autoritären Staatschefs Omar al-Bashir vor einem Jahr eingesetzt worden war, hatte zuvor die für die drei Jahre geltende Übergangsverfassung für das nordostafrikanische Land die Definition des Sudans als islamischer Staat gestrichen

 

Für die nun ebenfalls verfügte Legalisierung von Alkohol für Nicht-Muslime nannte Justizminister Nasredeen Abdulbari als Bedingung, dass es nicht den Frieden stört" und der Alkohol nicht in der Öffentlichkeit getrunken werde. Alkohol ist im Islam verboten, allerdings lebt im Sudan auch eine bedeutende christliche Minderheit.

 

Bereits am Freitag war vom Souveränen Rat des Sudan ein Verbot der Genitalverstümmelung bei Frauen ratifiziert worden. Demnach können Menschen, die diesen Eingriff vornehmen, zu bis zu drei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt werden. Verantwortlichen Krankenhäusern und anderen Einrichtungen droht die Schließung. Die uralte Praxis "untergrabe die Würde von Frauen", hieß es aus dem Justizministerium. Bereits im Mai hatte die Regierung einer entsprechenden Änderung des Strafrechts zugestimmt.

 

Genitalverstümmelung wurde zuletzt im Sudan laut UNO-Schätzungen noch immer bei neun von zehn Mädchen angewendet. Bei der extremsten Form dieser Praxis werden die Schamlippen und die Klitoris herausgeschnitten, oft ohne Betäubung und unter unhygienischen Umständen. Der Eingriff kann zu zahlreichen physischen, psychischen und sexuellen Problemen führen und im schlimmsten Fall zum Tod. Weltweit sind nach Angaben der Vereinten Nationen derzeit 200 Millionen Mädchen und Frauen von dieser Praxis betroffen. In diesem Jahr sind laut dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) 4,1 Millionen weitere Mädchen und Frauen dadurch bedroht.

 

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Islam

  1. Der 11. September und die Notwendigkeit eines kämpferischen Christentums
  2. Zwei muslimische Feiertage könnten bald in Kalifornien staatlich anerkannt werden
  3. Ehemaliges Priesterseminar auf Long Island soll muslimisches Internat werden
  4. 'Weil die andere Option darin bestand, in der Hölle zu brennen, ewig an meinen Haaren aufgehängt.'
  5. Historiker Raymond Ibrahim: Kreuzzüge waren Antwort auf islamische Aggression
  6. Berliner Studie: 41 Prozent der islamischen Neuntklässler geben religiösen Regeln Vorzug
  7. Dokumentation zeigt die Islamisierung Birminghams
  8. Italienischer Bischof ruft zur Evangelisierung von Muslimen auf – Unterstützung von Konvertiten
  9. Der ‚reaktionäre‘ Islam und die Herausforderung für den liberalen Verfassungsstaat
  10. Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  3. DJ "Padre Guilherme" begeistert in Mörbisch 5.000 Jugendliche
  4. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  5. Präsident der Akademie für das Leben meint: Unvollkommenes Euthanasiegesetz unterstützen
  6. Papst-Tipps an neue Bischöfe: Namen Kennen, Zuhören und Hausbesuche
  7. „Selbst wenn ein paar Omas dazu gedrängt werden – ist das nicht ein Preis, den man zahlen kann?“
  8. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  9. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  10. Erzbischof von Westminster: „Wir beten für eine Neuevangelisierung Englands“
  11. Benedikt XVI. zum Fest Kreuzerhöhung: „Ein unlösliches Band zwischen Kreuz und Auferstehung“
  12. Vergebung kennt keine Grenze
  13. Papst gewährt Mexiko "Heiliges Jahr" zum Guadalupe-Jubiläum
  14. Jesus in Hollywood: Eucharistische Prozession in den Straßen der Filmmetropole
  15. Hofer: Mit Franziskus gegen "angepasstes Kulturchristentum"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz