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Lebensrechtler der ALfA "verstört und empört" über Sterbehilfe-Vorstoß protestantischer Theologen

12. Jänner 2021 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Cornelia Kaminski: „Kirchen sollten Besseres zu tun haben, als Suizidhelfern Konkurrenz machen zu wollen“


Hannover (kath.net) Zu Presseberichten über die Forderung hochrangiger Amtsträger der evangelischen Kirche in Deutschland, kirchliche Einrichtungen sollten künftig auch Suizide in ihren Einrichtungen zulassen und begleiten, erklärt die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V., Cornelia Kaminski:

Augsburg. Als überparteiliche und überkonfessionelle Lebensschutzorganisation mit protestantischen Wurzeln ist die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. verstört und empört über die jüngste Forderung des Vorsitzenden der Kammer für öffentliche Verantwortung der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD), Reiner Anselm, und des Präsidenten des evangelischen Wohlfahrtsverbands Diakonie, Ulrich Lilie.

Sollten EKD und Diakonie tatsächlich begleitete Suizide in von ihnen betriebenen Einrichtungen „anbieten oder zumindest zulassen“, betrieben sie de facto das Geschäft der right-to-die-societies wie des Vereins „Sterbehilfe Deutschland“ und der „Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben“. Das kann unmöglich Ziel der EKD sein. Kirchen sollten Besseres zu tun haben, als Suizidhelfern Konkurrenz machen zu wollen.


Die ALfA teilt wie andere Lebensrechtler auch den Ansatz, gemäß dem das Urteil über Suizidwillige Gott zu überlassen ist, der allein auf den Grund der menschlichen Herzen blicken kann. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass Suizide in kirchlichen Einrichtungen willkommen geheißen und begleitet werden sollten – im Gegenteil. Wer Suizide auch „nur“ toleriert, bestätigt damit das Urteil, das der Suizident über sein Leben fällt. Ob man sich dessen bewusst ist oder nicht: Suizidhilfe anbieten bedeutet Akzeptanz der subjektiven Sicht des Selbstmordwilligen, der seine aktuelle Lebenssituation für lebensunwert hält.

Aus Sicht der ALfA ignoriert der Vorstoß der evangelischen Amtsträger zudem zahlreiche wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse der in der Suizidforschung und -prävention tätigen Mediziner und Forscher. Demnach ist Suizidalität nicht nur heilbar, sondern auch hochgradig ansteckend. Es wäre völlig absurd, wenn die Evangelische Kirche – wie etwa an Weihnachten geschehen – Gottesdienste untersagt, um mit einfachen Mitteln zu verhindernde Ansteckungen mit dem Virus SARS-CoV-2 in ihren Kirchen völlig auszuschließen, sich aber bereitfände, das Suizid-Virus in ihren Einrichtungen durch – ganz anrührend und herzerwärmend – gestaltete Lebensabschiedsfeiern zu verbreiten

Fakt ist: Suizidale brauchen Hilfe. Alle Anstrengungen müssen sich ausschließlich darauf richten, diese so professionell wie rechtzeitig bereitzustellen und die Lebenssituation der Suizidwilligen zu verbessern. Eine Akzeptanz oder gar Begleitung von Suiziden in kirchlichen Einrichtungen erweist nicht nur suizidalen Menschen einen Bärendienst, sondern macht auch den Suizid salonfähig und begünstigt darüber hinaus schwerwiegende seelische Verletzungen von Mitbewohnern, Angehörigen und Bekannten.

Die Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) tritt für das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen ein – ob geboren oder ungeboren, behindert oder nicht, krank oder gesund, alt oder jung. Die ALfA hat mehr als 11.000 Mitglieder und ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (BVL).


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