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Lebensschützer Paul Cullen erhält von der Uni Münster Rückendeckung und behält seine Professur

1. März 2021 in Prolife, 5 Lesermeinungen
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Uni: „Meinungsäußerungsfreiheit ist konstitutiv für freiheitlich-demokratische Grundordnung, es verbietet sich, bei Bestimmung ihres Schutzbereichs nach ‚guten‘ und ‚schlechten‘ Meinungen, ausgewogenen, unausgewogenen Begründungen zu differenzieren“


Münster (kath.net/pl) „Die Aberkennung der Bezeichnung ‚Außerplanmäßiger Professor‘ kommt vor diesem Hintergrund nicht in Betracht. Voraussetzung für eine solche wäre wissenschaftliches Fehlverhalten, zum Beispiel eine erhebliche, fahrlässige oder vorsätzliche Falschdarstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse; dieses ist nicht gegeben.“ Das schreibt die Medizinische Fakultät der Universität Münster auf ihrer Homepage und beendet damit den Streit um Professor Paul Cullen. Die ASTA hatte gemeinsam mit einigen Medizinern den außerplanmäßigen Professor massiv angegriffen. Daraufhin untersuchte die Medizinische Fakultät „die kritisierten Äußerungen“, „die Prof. Cullen außerhalb seiner Lehrveranstaltungen an der Fakultät bei unterschiedlichen Anlässen und in verschiedenen Formaten insbesondere zum Thema des Schwangerschaftsabbruchs, der Corona-Impfung oder zur Positionierung des Vereins ‚Ärzte für das Leben‘ im gesellschaftlichen Diskurs verlautbart hat“. Dann betonte die Medizinische Fakultät: „Über die Argumentationsweisen, mit denen Prof. Cullen seine Meinungen vertritt, kann man ebenso streiten wie über die Positionen selbst, die er zu den oben genannten Themen einnimmt. Das von der Rechtsordnung vorgesehene Mittel der Reaktion auf kontroverse Meinungen ist das des gesellschaftlichen Diskurses und des Streits der Meinungen und nicht die rechtliche Sanktion. Dieser Grundsatz gilt für eine große Bandbreite von Äußerungen einschließlich solcher Beiträge, die sich einer tendenziösen Gedankenführung und fragwürdigen Wortwahl bedienten. Die Meinungsäußerungsfreiheit ist konstitutiv für eine freiheitlich-demokratische Grundordnung und es verbietet sich, bei der Bestimmung ihres Schutzbereichs nach ‚guten‘ und ‚schlechten‘ Meinungen oder ausgewogenen und unausgewogenen Begründungen zu differenzieren.“


Prof. Paul Cullen erklärte danach auf seiner Homepage: „Vielfalt, Offenheit, Meinungsfreiheit, freiheitlich-demokratische Grundordnung. Ich freue mich sehr, daß die medizinische Fakultät diese Prinzipien heranzieht, um der Forderung des AStA nach meiner Entlassung und damit der an Universitäten grassierenden „Cancel Culture“ klar zu widersprechen. Ich stehe weiter jedem für einen wissenschaftlichen Diskurs über meine Meinungen zur Verfügung. Auch dem Asta, der gar nicht diskutieren, sondern andere Meinungen lieber von der Uni verbannen will. In meiner Vorlesung wird es allerdings auch weiterhin nicht um Lebensrechtsfragen gehen, sondern wie bisher um Diabetes mellitus und Fettstoffwechsel.“

Bereits Anfang Februar hatte Cullen in einem Statement an die Studierenden der Universität Münster auf seiner Homepage erklärt: „Ich bin ein katholisch geprägter Ire, 60 Jahre alt und doziere über Diabetes. Privat setze ich mich für das Recht auf Leben ein. Meine Meinungen werden sich nicht immer mit allen Ihren Meinungen decken – und dieses Maß kultureller Diversität ist in Ordnung und an Universitäten durchaus üblich.“ Er werde, so erläuterte er weiter, „als ‚verschwörungsideologisch‘ oder ‚antisemitisch‘ diskreditiert, mir wird unterstellt, ich suche mit meinen Thesen Anschluss bei der extremen Rechten. – Zu Ihrer Information: Als Ire und Sohn eines Vaters, der mit 12 Jahren begann zu arbeiten, dürfen Sie sich sicher sein, dass der deutsche Nationalismus nicht meine politische Heimat ist.“ Dann betonte er: „Sehr geehrte Studierende der Universität Münster, Streit an Universitäten ist der Jungbrunnen für die Gesellschaft. Ich bin mir sicher, dass es Ihnen zuzumuten ist, etwas über Diabetes von mir zu erlernen, während ich in einem anderen Thema eine andere Meinung als Sie habe. Wehren Sie sich gegen die Entmündigung. Der Aktionismus Ihrer Kommilitonen ist eine Anmaßung. Fordern Sie den Diskurs gerade mit Positionen, die nicht die Ihren sind, um Ihr Wissen zu weiten und Ihre argumentative Kraft zu stärken. Weisen Sie jene in die Schranken, die über Ihr Gedankengut verfügen wollen. Ich vertraue auf Sie und Ihre Bildung ganz im Humboldtschen Sinne.“

- Link zur Stellungnahme der Medizinischen Fakultät der Universität Münster

- Link zur Stellungnahme von Prof. Cullen

Archivfoto Prof. Cullen (c) Paul Cullen


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