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Erzbischof Paglia: Spaniens Sterbehilfe-Gesetz ist Kapitulation

21. März 2021 in Prolife, keine Lesermeinung
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Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben appelliert auf weitere Verbreitung der Palliativmedizin zu setzen - Spanien weltweit fünftes Land, in dem Tötung auf Verlangen künftig straffrei ist


Rom (kath.net/KAP) Mit Enttäuschung hat der Vatikan auf das neue Sterbehilfe-Gesetz in Spanien reagiert. Es sei "eine weltweit zunehmende Kapitulation" gegenüber der "schmutzigen Arbeit des Todes", sagte der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, der Zeitung "Corriere della Sera" (Freitag). Die "wenigen Zeilen eines kalten Gesetzes" erinnerten an Pontius Pilatus, der seine Hände in Unschuld wasche. Mit großer Mehrheit von 202 zu 142 Stimmen hat Spaniens Parlament am Donnerstag die aktive Sterbehilfe legalisiert. Damit wird Spanien nach den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Kanada das weltweit fünfte Land, in dem Tötung auf Verlangen künftig straffrei ist.


Angesichts unerträglicher Leiden müsse Pflege auf die weitere Verbreitung der Palliativmedizin setzen. "Nimm den Schmerz, bleib in der Nähe des Kranken, um ihn mit Liebe und Freundschaft zu wärmen", so Paglia. Die Herausforderung sei es, "wahrhaft menschlich zu sein", und "jene, die leiden, nicht in den Händen der Euthanisie-Industrie zu lassen". Ziel der Palliativmedizin ist nicht mehr Heilung, sondern bestmögliche Lebensqualität für sterbenskranke Menschen.

Erzbischof Paglia (75) gilt in Italien als einer der führenden Theologen zu Themen rund um Lebensschutz und Bioethik; unter anderem koordiniert er ein Beratungsgremium der Regierung zur Lage alter Menschen in der Pandemie. Er ist außerdem Mit-Initiator eines internationalen Aufrufs zu besserer Sorge und Integration für alte Menschen angesichts der Covid-Krise. Weiter ist Paglia geistlicher Assistent der Gemeinschaft Sant'Egidio.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

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