Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  2. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  3. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  4. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  5. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  6. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  7. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  8. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  9. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  10. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  11. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  12. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  13. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  14. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  15. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich

Bischof Bertram Meier feiert Kneipp-Jubiläum in Bad Wörishofen

17. Mai 2021 in Chronik, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Augsburger Bischof bezeichnete Pfarrer Kneipp als einen Mann, bei dem „gar nicht so sehr die Heilung von Krankheiten im Mittelpunkt stand, sondern die Kunst, das Leben zu ordnen“.


Augsburg (kath.net/pba). Einen Tag vor dem 200. Geburtstag Sebastian Kneipps hat Bischof Dr. Bertram Meier bei einem Festgottesdienst in Bad Wörishofen das Wirken des „Wasserdoktors“ gewürdigt. In der Pfarrkirche St. Justina bezeichnete der Bischof Pfarrer Kneipp als einen Mann, bei dem „gar nicht so sehr die Heilung von Krankheiten im Mittelpunkt stand, sondern die Kunst, das Leben zu ordnen.“

Kneipp habe ein „Biotop der Hoffnung“ angelegt, das wie alle Biotope Zeit gebraucht habe. Bischof Bertram: „Dem Ungeduldigen verschließt sich das Leben. Das bestätigt ein Blick in die Lebensgeschichte von Sebastian Kneipp. Es war ein langer und beschwerlicher Weg, bis der ‚Weberbaschtl‘, wie er genannt wurde, das Ziel des Priesterberufs erreichte. Gesundheitliche und finanzielle Probleme stellten sich ihm immer wieder in den Weg. Auch mit seinen Wasserkuren erntete er zunächst mehr Spott und Argwohn als Lob und Anerkennung.“

Wer sich Leben wünsche, müsse warten können, so der Bischof weiter: „Das Leben in Fülle gibt es nicht von heute auf morgen. Entscheidungen, die dem Leben standhalten sollen, gründen in der Freiheit und erfordern Geduld: Freiheit, die Bindung sucht, und Geduld als Liebe, die warten kann, bis der ‚Kairos‘, der rechte Zeitpunkt gekommen ist. Unsere Aufgabe ist es, unser Biotop der Hoffnung zu hegen und zu pflegen.“


Mit durchaus launigen Begebenheiten aus dem Wirken Pfarrer Kneipps sorgte der Bischof für erhebliches Schmunzeln bei den Gläubigen, als er an dessen Sprechstunden erinnerte, die, so Bischof Bertram, manchmal schon fast einem Bauerntheater geähnelt hätten: „An einem langen Tisch sitzt der füllige Priester, rechts von ihm ein Arzt und links der Sekretär; das Käppchen auf dem schlohweißen Kopf macht ihn noch größer als er schon ist; die obersten Knöpfe der abgewetzten Soutane sind leger geöffnet, die Zigarre behält er im Mundwinkel, während er einen Patienten nach dem anderen zu sich winkt. Seine Diagnosen und Ratschläge sind knapp, direkt, mitunter auch deftig und derb. ‚Arbeiten’s, dann sind’s g’sund‘, knallt er einem reichen Adeligen an den Kopf – und das gefällt nicht jedem prominenten Gast. Einer Patientin, die langatmig ihre Leidenslitanei aufzählt, verordnet er schlicht ‚drei Güsse aufs Maul‘. Nicht einmal geistlichen Mitbrüdern wird Pardon gewährt: ‚Hochwürde, du säufscht z’viel‘, erklärt Kneipp unverblümt einem alternden Pfarrer, der über Schwindel und schwache Nerven klagt.“ Selbst Papst Leo XIII. habe Pfarrer Kneipp Wassergüsse verordnet.

Die Heilkraft des Wassers hätte man in Indien zwar schon anderthalb Jahrtausende vor Christus entdeckt. Doch Pfarrer Kneipp lebte in einer Zeit, in der die Medizin des modernen Europas das schlichte Wasser nicht mehr schätzte. Bischof Bertram: „Fasziniert erforschten die Fachleute das ungeheuer komplexe Spiel der elektrischen und chemischen Regelmechanismen, die miteinander unseren Körper bilden. Ihren Zusammenhang hat die Wissenschaft auch unserer Tage noch keineswegs völlig durchschaut. Ist es da ein Wunder, dass die Forscher sich vor mehr als 150 Jahren von dieser Frage in Bann ziehen ließen? Wir sollen sie deshalb nicht schelten, dürfen aber dankbar sein, dass sich gegen diese Einseitigkeit eine mächtige Gegenkraft erhoben und bei vielen durchgesetzt hat: Pfarrer Sebastian Kneipp.“

Und das sei auch heute noch aktuell. Bischof Bertram: „Ich nehme wahr: Das Leben vieler ist aus der Form, ja aus den Fugen, geraten. Unser Leben neu in Form bringen: Darum hat sich Pfarrer Kneipp gemüht.“ Das gelte auch über das persönliche Wohlergehen hinaus: „Europa wird nur dann als Biotop der Hoffnung gedeihen, wenn es die Ordnung der sittlichen Werte anerkennt, die Europa einst zu einem blühenden Garten auf kulturellem, wissenschaftlichem und wirtschaftlichem Gebiet machte. Vor allen anderen Maßnahmen ist zu prüfen, ob die Währung der Werte stimmt. Der ökonomische Wohlstand ist nicht alles. Wir brauchen ein soziales Europa – gerade in der Zeit nach Corona. Ob Europa gesund bleibt, wird sich nicht zuletzt daran entscheiden, ob es uns Christen gelingt, eine „Kultur des Lebens“ aufzubauen – hier in Bad Wörishofen und auf der Ebene der hohen Politik.“

„Vergesst mir die Seele nicht“ – mit diesen Worten Pfarrer Kneipps verabschiedete sich Bischof Bertram von den Gläubigen in der Kirche, bevor er sich im Anschluss an den Festgottesdienst noch in das Goldene Buch der Stadt Bad Wörishofen eintrug.

An diesem Montag, dem eigentlichen Geburtstag Sebastian Kneipps, wird der Bischof noch in dessen Geburtsort Stephansried eine Heilige Messe feiern.

Archivfoto Bischof Meier (c) Bistum Augsburg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Kurienkardinal Parolin nennt „Lebensschutz“ eines der Schwerpunktthemen von Leos Frankreichreise
  2. Papst: In der Seelsorge auf das Wesentliche konzentrieren
  3. Bruder von Leo XIV.: Papst hilft bei der Steuererklärung
  4. Bischof an Jugend: "Licht des neuen Afrikas liegt in euch"
  5. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  6. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  7. Jesus in Hollywood: Eucharistische Prozession in den Straßen der Filmmetropole
  8. Papst-Vigil in Paris mit Jesus zugeschriebener "Heiliger Tunika"
  9. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  10. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  11. Leo XIV. besucht als erster Papst die wiederaufgebaute Notre-Dame
  12. Die Güte Gottes und die Freude am Glauben
  13. Zum Abschied einer Pastoralraumleiterin
  14. Der 11. September und die Notwendigkeit eines kämpferischen Christentums
  15. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz