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Theologe Kwasniewski: Lateinische Lesungen in außerordentlicher Form beibehalten

22. Juli 2021 in Weltkirche, 30 Lesermeinungen
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Die liturgischen Bücher verlangen Epistel und Evangelium auf Latein. ‚Traditionis custodes’ soll mit Fantasie und Flexibilität interpretiert werden.


Rom (kath.net/jg)

Die Lesungen sollten in der außerordentlichen Form des Römischen Messritus auch nach dem Motu proprio „Traditionis custodes“ (TC) in lateinischer Sprache gelesen oder gesungen werden, schreibt der Theologe und Komponist Peter Kwasniewski in einem Beitrag für den katholischen Blog New Liturgical Movement.

In Artikel 3 §3 TC wird festgehalten, dass „die Lesungen in der Landessprache verkündet werden, wobei die Übersetzungen der Heiligen Schrift verwendet werden, welche von den jeweiligen Bischofskonferenzen approbiert sind“.


Kwasniewski schlägt vor, diese Bestimmung so großzügig wie möglich auszulegen. Die Formulierung verbiete die Lesung in lateinischer Sprache nicht. In den offiziellen liturgischen Büchern seien die Lesungen aus der lateinischen Vulgata enthalten. Diese sollten in der Liturgie gelesen oder gesungen werden, nicht nur deshalb, weil dies von den Gläubigen erwartet werde, die eine Messe des außerordentlichen Ritus besuchen.

Die Bestimmung in TC verlange streng genommen nur, die Lesungen einmal während der Liturgie in der Landessprache zu verkünden. Gemäß einer lange geübten Tradition könne dies wie bisher von der Kanzel vor der Predigt geschehen, schreibt Kwasniewski.

Die Geistlichen seien verpflichtet, den Vorgaben der liturgischen Bücher ausnahmslos zu folgen. Das gelte selbstverständlich auch für die außerordentliche Form des Messritus, in denen die Lesungen in lateinischer Sprache enthalten seien.

Die modernen Bibelübersetzungen, die derzeit bei den Messen im Novus Ordo verwendet werden, würden teilweise stark von den Texten der alten Vulgata abweichen, die im Missale Romanum von 1962 enthalten seien. Es wäre sinnvoller, approbierte Übersetzungen aus der Zeit vor der Liturgiereform zu verwenden.

Abschließend betont Kwasniewski, dass jede Vorschrift genau gelesen werden müsse und mit Fantasie und Flexibilität interpretiert werden sollte. Das fehle ihm bis jetzt bei den vielen Reaktionen, die er auf „Traditionies custodes“ gehört habe.

 


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