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Kolumbiens Kirche: Sterbehilfe ist ein schwerer Verstoß gegen Menschenwürde

2. August 2021 in Aktuelles, 5 Lesermeinungen
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Verfassungsgericht des Landes hatte bestehendes Recht auf Unterstützung beim Suizid ausgeweitet - Bischofskonferenz warnt: Sterbehilfe leistet "der Zersetzung der Grundwerte der sozialen Ordnung Vorschub"


Bogota (kath.net/KAP) Die katholische Kirche Kolumbiens hat sich besorgt über die weitere Legalisierung der Sterbehilfe in ihrem Land geäußert. Aktive Sterbehilfe stelle einen "schweren Verstoß gegen die Würde der menschlichen Person" dar und leiste "der Zersetzung der Grundwerte der sozialen Ordnung Vorschub", schrieb der Vorsitzende der kolumbianischen Bischofskonferenz, Luis Jose Rueda Aparicio, am Montag (Ortszeit) in einer Stellungnahme zum jüngsten Urteil der Plenarkammer des Verfassungsgerichts zum Thema "Euthanasie".

In Kolumbien, wo der Oberste Gerichtshof aktive Sterbehilfe für unheilbar Kranke bereits 1997 erstmals in Lateinamerika legalisiert hatte - hat das Verfassungsgericht bereits vor einigen Tagen über eine Ausweitung des Rechts auf Sterbehilfe entschieden. Der "Straftatbestand der Tötung aus Gnade" treffe nicht auf Euthanasie an einem Patienten zu, der "infolge einer Körperverletzung oder einer schweren und unheilbaren Krankheit schwere körperliche oder seelische Leiden erleidet", hieß es im Urteilsspruch. Der Eingriff müsse von einem Arzt und mit der "freien und informierten Zustimmung" des Patienten durchgeführt werden.


Die Bischöfe bezeichneten ihr Schreiben als "Beitrag zum Dialog und zur gemeinsamen Reflexion über die Werte, die unsere Gesellschaft leiten sollten". Die Entscheidung des Gerichtshofs stelle "eine große Gefahr für die schwächsten und verletzlichsten Mitglieder unserer Gesellschaft" dar. Werde Druck auf ihr Leben ausgeübt, beschränke dies ihre Freiheit deutlich. Als Gegenmaßnahme sei dringend eine "solidarische Haltung gegenüber der Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit des Menschen" nötig; diese erst könne einen Menschen dazu bewegen, von seiner Absicht, sich selbst das Leben zu nehmen, abzukommen, selbst in medizinisch hoffnungslosen Fällen.

Von der Regierung ihres Landes fordern die Kirchenvertreter, man müsse der "Realität" dieser Gruppe "auf humanere Weise begegnen, ohne auf Euthanasie zurückgreifen zu müssen". Dies sei vor allem die Sicherstellung einer angemessenen Gesundheitsversorgung für Menschen bei Körperverletzungen oder schweren und unheilbaren Krankheiten, "insbesondere für die Ärmsten". Investitionen auch für psychosoziale Hilfen seien zur Unterstützung der Schwächsten der Gesellschaft sowie der Familien und des Gesundheitspersonals dringend nötig.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 girsberg74 4. August 2021 
 

Alles klar ???

„Die katholische Kirche Kolumbiens hat sich besorgt über die weitere Legalisierung der Sterbehilfe in ihrem Land geäußert.“ Möglicherweise könnten die, die besorgt sind, auch etwas über die spirituelle Ursache sagen. Solches kommt in dem Artikel aber nicht vor, sie sprechen nur von Folgen.

Diese Stelle aus dem Beitrag: „man müsse der ‚Realität‘ dieser Gruppe ‚auf humanere Weise begegnen, ohne auf Euthanasie zurückgreifen zu müssen‘“ lässt offen, ob die Bischöfe nicht genauer formulieren können oder der Autor des Beitrages; denn die Steigerungsform „auf humanere Weise“ als mit Euthanasie, zwingt zu denken, dass Euthanasie nicht von vorneherein inhuman sei.

Eine Hilfe:
Rainer Beckmann gibt zu dem Problemen von Selbsttötung bis hin zu Euthanasie eine grundlegende Analyse.
Veröffentlicht in „Irregeleiteter Fortschritt“, dem Sammelband der „Theologischen Sommerakademie“ in Augsburg 2009. Der Band ist vergriffen, der Link:

http://www.ik-augsburg.de/pdf/berichte/Buch2009.pdf


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 Uwe Lay 3. August 2021 
 

Eine problematische Formulierung

Der "Verzicht auf lebensverlängernde Massnahmen, welche den Tod nur noch hinauszögern" (Fleischer) ist sehr problematisch, denn es gilt auch: Essen und Trinken snd lebensverlängernde Maßnahmen, die letztendlich das Sterben nicht verhindern können. Im Prinzip macht es keinen Unterschied, ob jemand durch die Weigerung, zu essen, stirbt oder durch die Weigerung, eine überlebensnotwendige medizinische Maßnahme sich zu unterziehen.Immer wird der Tod so als früher sich ereignend erstrebt als er sich sonst ereignen würde.
Uwe Lay Pro Theol Blogspot


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 Uwe Lay 3. August 2021 
 

Provokannte Gegenfragen

Wenn jede Tötung auf Verlangen objektiv eine schwere Sünde ist, warum durfte dann Maximilian Kolbe heilig gesprochen werden, obzwar er sagte: "Tötet mich und verschont dafür den anderen zum Tode Verurteilten?Das war eine Tötung auf Verlangen, die auch nicht durch den Zweck der Rettung eines anderen gerechtfertigt werden kann laut Katechismus.
2. Warum soll es der Würde des Menschen widersprechen, wenn ein Patient, unheilbar krank und leidend ein Weiterleben als für sich unwürdiger erachtet als zu sterben? Wenn man als Christ das verneint, ist das aber auch verbindlich für einen Atheisten?
Uwe Lay Pro Theol Blogspot


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 Stefan Fleischer 3. August 2021 

@ Seeker2000

Eine sehr gute Frage.
Man muss dabei allerdings unterscheiden zwischen der aktiven Sterbehilfe, welche grundsätzlich abzulehnen ist, und dem Verzicht auf lebensverlängernde Massnahmen, welche den Tod nur noch hinauszögern.
Was die "freie und informierte Zustimmung" des Patienten betrifft, so habe ich (auf Grund meiner Erfahrungen bei einer "routinemässigen" Herzoperation) meine Bedenken. Der Patient ist vermutlich oft gar nicht in der Lage, die Informationen richtig und in ihrem vollen Umfang zu verstehen, und die Ärzte vielfach nicht in der Lage "patientengerecht" zu informieren. Dazu kommt, dass diese manchmal ebenfalls unter Druck stehen, das "Plansoll" einer bestimmten Behandlung zu erfüllen.


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 Seeker2000 3. August 2021 
 

Provokante Gegenfrage:

Ist die "Lebenserhaltung" um jeden Preis ein Ausdruck von Achtung der Menschenwürde oder ein Auflehnen des Menschen. Konkret: Muss man Körper technisch am Leben erhalten, auch wenn es kein "Leben" mehr gibt oder ist? Muss man nach mehreren Minuten Atemstemstillstand reanimieren wohlwissend, dass der Mensch ein 100% Pflegefall sein wird?
Muss man alles tun, nur weil man es technisch kann?
Ist nicht oft der Suizidwunsch ein Hilfeschrei, einem "rein Machbaren" zu entgehen?


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