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Bamberger Erzbischof Schick: „Kardinal Wyszynski hat die Freiheit des Glaubens verteidigt“

12. September 2021 in Chronik, 2 Lesermeinungen
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Schick: Kardinal Wyszynski habe den christlichen Glauben, der zur Identität des polnischen Volkes gehört, mit allen Möglichkeiten gegen verschiedene totalitäre Systeme verteidigt. "Soli Deo – allein Gott" war sein Wahlspruch.


Warschau (kath.net/peb) Am heutigen Sonntag wird Kardinal Stefan Wyszynski in Warschau seliggesprochen. Als Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für die Kontakte zur Polnischen Bischofskonferenz und zur Katholischen Kirche Polens nimmt auch der Bamberger Erzbischof Schick an der Zeremonie teil. Er bezeichnete Kardinal Wyszynski als „Widerstandskämpfer gegen Totalitarismus und Gottlosigkeit“. Neben dem Kardinal wird auch Schwester Elzbieta Czacka, die 1908 eine franziskanische Ordensgemeinschaft für Blinde gründete, seliggesprochen.

Kardinal Wyszynski (1901-1981) werde in Polen der „Primas des (20.) Jahrhunderts“ genannt, so Schick. Er wurde von den Nazis verfolgt, konnte sich aber an verschiedenen Orten ihrem Zugriff entziehen. 1946 zum Bischof von Lublin geweiht und 1948 zum Erzbischof von Gnesen und Warschau sowie zum Primas von Polen bestellt, habe er gegen das kommunistisch-atheistische Sowjetsystem gekämpft. Dafür wurde er mehrere Jahre gefangengesetzt. Er habe den christlichen Glauben, der zur Identität des polnischen Volkes gehört, mit allen Möglichkeiten gegen verschiedene totalitäre Systeme verteidigt. Soli Deo – allein Gott war sein Wahlspruch. Er sei sich bewusst gewesen, dass „ohne Gott die Klammer fehlt, die das Ganze zusammenhält und die innere Kraft, die das Ganze trägt“, sagte Schick. Die Geschichte Polens und Europas im 20. Jahrhundert hätte ihm Recht gegeben.


Schick betonte auch, dass wir Deutsche ihm zu großem Dank verpflichtet sind, weil er zu den polnischen Bischöfen des Zweiten Vatikanischen Konzils gehörte, die 1965 eine Versöhnungsinitiative starteten und an die deutschen Bischöfe einen Brief schrieben mit dem berühmten Satz: „Wir vergeben und bitten um Vergebung“. Gegen die Angriffe der kommunistischen Machthaber und ihrer Verbündeten in Polen habe er diese Initiative bei einer Wallfahrt vor über einer Million Menschen in Jasna Góra/Częstochowa verteidigt.

„Er leitete auch die Delegation der Polnischen Bischofskonferenz im Jahr 1978, drei Wochen vor der Wahl von Karol Woityla zum Papst Johannes Paul II., in Deutschland, die viel zur Versöhnung und Verständigung zwischen Deutschen und Polen beigetragen hat“, sagte Schick und fügte hinzu: „Mit unseren polnischen Nachbarn freuen wir uns über die Seligsprechung von Kardinal Wyszynski und bitten, dass er vom Himmel her die christlichen Wurzeln und das Evangelium der Versöhnung und des Friedens in und für Europa stärkt, zusammen mit dem heiligen Papst Johannes Paul II.“

Foto von Kardinal Karol Wojtyla (kurze Zeit später wurde er Papst Johannes Paul II.) und Kardinal Stefan Wyszynski (rechts) im September 1978 vor dem Bonifatiusgrab in der Krypta des Fuldaer Doms (c) Erzbistum Bamberg/privat

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