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Gebt Euch nicht mit der Mittelmäßigkeit zufrieden!

13. Oktober 2021 in Jugend, 1 Lesermeinung
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Wir können fliegen. Mit Christus können wir fliegen. Lasst uns gemeinsam um neuen Mut beten in den Herzen derer, die sich sehnen einen Schritt vorwärts zu gehen und es doch nicht wagen - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Magdalena Preineder


Wien (kath.net)

„Gebt Euch nicht mit der Mittelmäßigkeit zufrieden!“, dieser bekannte Ausruf von Johannes Paul II. ist es, der mir seit Tagen im Kopf herumschwirrt. Ausschlaggebend dafür war das Gespräch mit einer lieben Freundin über Träume, Sehnsüchte und Ziele.

Diese Freundin sprach etwas aus, was sich wohl viele von uns schon oft gedacht haben: Sie wünschte sich, dass Gott ihr sagt, was der richtige Weg für sie ist.  Und obwohl ich mir das auch schon oft gewünscht hatte, sah ich es bisher noch nie so klar wie in diesem Moment: Vielleicht hat er das ja schon. Vielleicht hat er ihr bereits mitgeteilt, was – aus seiner Sicht – der beste Weg für ihr weiteres Leben wäre. Gott hat in sie – wie in jeden von uns – Sehnsüchte gelegt, sie wachsen und reifen lassen – und ich wage zu behaupten, in diesem Falle hin zu reinen Sehnsüchten. Ich glaube, dass unsere tiefsten Sehnsüchte (jene die rein sind, also nicht zur bloßen Selbstverherrlichung dienen sondern letzten Endes auf die Gottesverherrlichung abzielen) oft Bände sprechen über das, wo Gott uns sieht und welches Potenzial er in uns sieht.


Wir sollen uns nicht mit der Mittelmäßigkeit zufrieden geben, dazu forderte uns Papst Johannes Paul II. auf. Doch wieso bleiben wir oft genau dort stehen? Zu diesem Thema fällt mir auch eine Aussage von Benedikt XVI. ein: „Bequem sind die Wege des Herrn nicht, aber wir sind ja auch nicht für die Bequemlichkeit, sondern für das Große, für das Gute geschaffen. […] Christus hat uns nicht das bequeme Leben versprochen. Wer Bequemlichkeit will, der ist bei ihm allerdings an der falschen Adresse. Aber er zeigt uns den Weg zum Großen, zum Guten, zum richtigen Menschenleben.“

In den vergangenen Jahren habe ich zunehmend den Eindruck gewonnen, dass viele von uns nicht daran denken, dass das Große, das sie ersehnen, auch eine Sehnsucht von Gott selbst sein kann. Ich habe überall und in allem die Möglichkeit Gott zu verherrlichen. Zu prüfen ist jedoch, wie oben angedeutet, was der Ursprung und letztendlich das Ziel meiner Sehnsucht ist.

Ich bin der Überzeugung, dass der Ruf Jesu heraus aus Bequemlichkeit und Mittelmäßigkeit nicht nur das geistliche Leben betrifft, sondern jeden Aspekt unseres Lebens. Oh, er ersehnt sich solch Großes für uns! Wer sind wir zu sagen „Bitte, lieber Gott, heute keine so große Portion von deinem Guten.“? Wer sind wir zu sagen, „Nein, heute lieber nicht. Mir passt es gerade nicht.“ ? Und warum fehlt uns so oft der Mut einzutauchen in das größte Abenteuer unseres Lebens? In das bewusste Leben mit Gott – raus aus der Mittelmäßigkeit.

Was ich für diese Gesellschaft ersehne? Neuen Mut. Mut, der sich aufschwingt wie ein kräftiger Adler, um seine Kreise am Himmelszelt zu ziehen. Er weiß, er kann fliegen. Ich ersehne, dass dieser Adler überall dort landet, wo Angst herrscht und er diese als seine Beute fortträgt. Ich ersehne, dass dieser Adler in Dein und mein Leben geflogen kommt, landet, nimmt, was nicht von Gott kommt und uns zeigt, wie wir hoch hinaus fliegen können – zu dem Großen, zu dem Christus uns beruft.

Wir können fliegen. Mit Christus können wir fliegen. Lasst uns gemeinsam um neuen Mut beten in den Herzen derer, die sich sehnen einen Schritt vorwärts zu gehen und es doch nicht wagen. Lasst uns um die Erkenntnis beten, welche Sehnsucht vor Gott Bestand hat, welche ihm entspringt.


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