Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  3. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  4. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  5. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  6. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  7. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  8. Wir können NICHT schweigen!
  9. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  10. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  11. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  12. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  13. Christliche Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter bei Autounfall tötete
  14. Ägyptisch-amerikanischer Pastor warnt vor ‚unheiliger Allianz‘ zwischen Linken und Islamisten
  15. Diözese Linz: In der Hälfte der Klassenzimmer in der Stadt Wels fehlten die Kreuze

Vor 50 Jahren erschien der ‚Osservatore Romano’ erstmals auf Deutsch

7. Oktober 2021 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Zuverlässige journalistische Informationsquelle aus dem Vatikan. Von Johannes Schidelko


Rom (KAP/as) 8. Oktober – ein historisches Datum, dies nicht nur wegen des Festes Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz und des Sieges im Lahr 1571 der heiligem Allianz bei Lepanto über die Osmanen. Am 8. Oktober 1971 erschien dann ein neues vatikanisches „Schlachtschiff“ auf den Meeren der Zeit: zum ersten Mal wurde die deutschsprachige Ausgabe der Zeitung „L’Osservatore Romano“ veröffentlicht. Die vatikanische Zeitung ihrerseits vestand seit dem 1. Juli 1861. Unter dem Zeitungskopf ist das noch heute verwendete Motto zu sehen: „Unicuique suum – non praevalebunt“ („Jedem das Seine – sie werden sie nicht überwältigen“ – Mt 16,18).

***

Als sich die Kirche mit dem Konzil in den 1960er Jahren zur Welt öffnete, immer mehr zur „Weltkirche“ und der Vatikan zunehmend internationaler wurde, sollte der „Osservatore Romano“ diesen Weg ebnen und begleiten. So gründete der Konzilspapst Paul VI., Sohn eines Politikers und Zeitungsverlegers, neben seinem italienischsprachigen Tagesblatt mehrere Wochenzeitungen. Sie sollten seine wichtigen Ansprachen und Anordnungen sowie Vorgänge aus der römischen Kurie in großen Weltsprachen dokumentieren - und journalistisch aufbereiten.

Bereits 1950 kam eine wöchentliche Kurzfassung des „Osservatore“ auf Französisch heraus, der internationalen Diplomatensprache. Nach dem Konzil folgten 1968 Wochen-Ausgaben auf Englisch, bald danach auf Spanisch und etwas später auf Portugiesisch. Am 8. Oktober 1971 - vor 50 Jahren - erschien die Papstzeitung dann erstmals auch auf Deutsch. Verantwortlich für die neue deutsche Wochenzeitung wurde der Jesuit Karl Heinz Hoffmann, der zuvor die Katholische Fernseharbeit in Deutschland und seit 1969 die deutschsprachige Redaktion von Radio Vatikan geleitet hatte.


Die erste offizielle Ausgabe am 8. Oktober erschien mit Bedacht zu einem kirchlichen Top-Ereignis, der Eröffnung der Zweiten Allgemeinen Bischofssynode. „Hoffnung der Kirche, Erwartungen der Welt“ stand auf dem Titel. Darunter begrüßte Paul VI. "mit Freude ... die neue Wochenausgabe des 'Osservatore Romano'“. Ihr Ziel sei es, „den Geist brüderlicher Verbundenheit im Gottesvolk zu fördern“ und den Geist des Petrusamtes gegenüber den Gläubigen besser bekannt zu machen.

Kerngeschäft des neuen Blattes war und blieb die sorgfältige Übersetzung der Reden, Predigten und Verfügungen des Papstes. Dazu scharte die Redaktion wöchentlich einen illustren (aber geheimen) Übersetzerkreis aus theologischen Experten um sich, der die gelieferten Rohübersetzungen diktionssicher überarbeitete.

Aber der deutsche "Osservatore" sollte nicht nur eine Kurzfassung der italienischen Tagesausgabe sein. Er verstand sich als eigenes journalistisches Organ aus dem Vatikan für den deutschen Sprachraum - und genoss innerhalb der Osservatore-Familie manchen Freiraum. Der deutsche "Ossi" brachte regelmäßig Berichte aus den Ortskirchen seines Einzugsbereichs, informierte über die Versammlungen von Bischofskonferenzen - und manche diözesane Kirchenzeitung wollte hier eine gewisse Konkurrenz sehen.

Bis heute geschätzt ist auch die Berichterstattung über Kultur- und Geschichtsthemen aus der Ewigen Stadt: archäologische Entdeckungen, Porträts römischer Kunstkirchen, Gedenktage großer Baumeister und Künstler, wichtige Ausstellungen. Gelegentlich kommentierte und korrigierte er auch deutsche Medien, wenn es etwa um die Darstellung von Kirchenvorgängen hinter dem Eisernen Vorhang ging. - Im Laufe der Jahre versuchte der Chefredakteur der Osservatore-Familie freilich eine einheitliche Linie durchzusetzen. Insbesondere Mario Agnes (1984-2007) steuerte einen sehr vorsichtigen Kurs.

Zu Beginn wurde der deutsche Osservatore im Vatikan gedruckt. Aber der Transport brauchte Zeit, zudem erlaubten die in die Jahre gekommenen vatikanischen Druckmaschinen nur eine mäßige Bildwiedergabe. So wurde, auch auf Betreiben des deutschen Medienbischofs Georg Moser, der Druck 1986 zum Schwabenverlag bei Stuttgart ausgelagert. Das erlaubte schnellere Zustellwege und eine bessere Druckqualität. Die Redaktion blieb aber weiterhin in den Osservatore-Räumen am vatikanischen Sankt-Anna-Tor, nahe der Schweizergarde-Kaserne.

Seit Jahresbeginn werden die Zeitungen im Palazzo Pio gegenüber der Engelsburg redigiert, wo die drei Mitarbeiter der deutschen Ausgabe mit ihren Kollegen von Radio Vatikan zusammenrückten – und Synergien nutzen sollen. Auch von dort aus erscheint die deutsche Ausgabe der Papstzeitung unter dem heutigen Redaktions-Chef Matthias Hoch mit seinem kleinen Mitarbeiterstab regelmäßig als zuverlässige, journalistisch aufbereitete Informationsquelle über den Papst und die Zentrale der katholischen Weltkirche.

Zum 50. Geburtstag hoffte Hoch, der zusammen mit Johanna Weißenberger und Susanne Siegl-Mocavini die aktuelle Redaktion des deutschen „Osservatore“ bildet, dieser Tage im Interview mit „Vatican News“ auf viele weitere fruchtbare Jahre für die Zeitung:

„Was mich immer wieder freut in dieser Arbeit ist, dass wir bei aller Aufgeregtheit, die es manchmal bei der Berichterstattung über die Kirche und den Papst gibt, versuchen, in Ruhe die Grundlagen des Glaubens zu verkünden bzw. dem Papst bei der Verkündigung seines Lehramtes zu helfen. Und das in die deutschsprachigen Länder zu bringen“.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  3. US-Studie: Regelmäßiger Kirchgang sorgt für glücklichere Ehen und mehr Intimität
  4. USA: Monat des Respekts für das Leben im Zeichen des Kampfs gegen Abtreibungspillen
  5. Florentiner Klosterapotheke entwickelte eines der frühesten Cola-Rezepte
  6. Gericht in Tschechien rehabilitiert "Märtyrer-Kardinal" Trochta
  7. Thilo Sarrazin warnt vor Folgen der demografischen Entwicklung in Berlin
  8. Vatikan beendet Reflexionsprozess bei den Servi Jesu et Mariae
  9. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  10. Der verworfene Stein wurde zum Fundament: Gott wirft unser Leben niemals weg
  11. Diözese Linz: In der Hälfte der Klassenzimmer in der Stadt Wels fehlten die Kreuze
  12. Christliche Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter bei Autounfall tötete
  13. Ukrainischer Bischof: "Es gibt so unglaublich viel Leid"
  14. Ägyptisch-amerikanischer Pastor warnt vor ‚unheiliger Allianz‘ zwischen Linken und Islamisten
  15. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz