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Äthiopien: Verhaftete Salesianer wieder freigelassen

17. November 2021 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Erleichterung im Orden über Befreiung des Provinzials, weiterer Ordensleute sowie internationaler Volontäre, zugleich jedoch Sorge um weitere noch inhaftierte Laienmitarbeiter, die aus dem Tigray stammen


Wien/Addis Abeba (kath.net/KAP) Teilentwarnung im Fall der Priester und Mitarbeiter der Salesianer Don Boscos, die die vergangene Woche in der äthiopischen Hauptstadt von Militärpolizisten verhaftet worden sind, hat am Montag die Leitung des weltweiten Ordens gegeben. Alle Ordensmänner und die meisten Mitarbeiter seien vor dem Wochenende freigelassen worden, einige weitere Mitarbeitende, die aus der Bevölkerungsgruppe Tigray stammen, würden jedoch weiterhin festgehalten, bestätigte der Salesianer-Generalobere Don Angel Artime laut Angaben der österreichischen Ordensprovinz vom Montag.

Am 5. November waren 14 Salesianerpriester und etwa zwanzig Laien von den Behörden im Zuge einer Polizeirazzia im Provinzialat des Ordens in Addis Abeba verhaftet worden. Darunter befand sich auch der Regionalobere des Ordens in Äthiopien, P. Hailemariam Medhin Tesfay, sowie Volontäre des internationalen salesianischen Freiwilligendienstes VIS. Sie wurden verdächtigt, der Region Tigray zu helfen, zumal die Salesianer Finanzmittel für Entwicklungs- und Sozialprojekte erhalten haben.


Nach und nach wurden alle Salesianer und einige Laien, darunter die Volontäre des internationalen salesianischen Freiwilligendienstes, mit Hilfe diplomatischer Verhandlungen und der Zahlung einer Kaution freigelassen. "Sie sind bei guter Gesundheit, aber sehr müde", gab der äthiopische Provinzvikar P. Ignacio Jose Laventure Otegui an.

So froh man im Orden auch über die Freilassung der Mitbrüder sei, bleibe dennoch die Sorge um die noch inhaftierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, erklärte der Provinzial der österreichischen Salesianer-Provinz, P. Siegfried Kettner. "Mit Erschrecken müssen wir feststellen, dass politische Konflikte keine Rücksicht nehmen auf jene, deren klare Option die Sorgen für die Ärmsten ist. Trotz Einschüchterung und Gewalt sind die Salesianer Don Boscos und ihre Mitarbeitenden nicht bereit, sich von ihrem Einsatz für die Straßenkinder in der Provinz Tigray zurückzuziehen", so Kettner weiter.

Die Salesianer Don Boscos sind der zweitgrößte katholische Männerorden weltweit und seit 1975 auch in Äthiopien tätig, unter anderem in der derzeit umkämpften Region Tigray. Auf dem Onlineportal des Ordens heißt es, dass 100 Don-Bosco-Mitglieder in 14 Häusern in ganz Äthiopien leben, wo sie Schulen und Berufsbildungszentren sowie Heime für Straßenkinder betreiben. Auch das österreichische Hilfswerk "Jugend Eine Welt" zählt zu den Unterstützern und hatte bereits in der Vorwoche heftig gegen die Verhaftung seiner Projektpartner protestiert. Das von der Razzia betroffene Salesianer-Zentrum in Addis Abbeba steht allen Jugendlichen ohne Unterschied nach ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder sozialer Schicht offen.

Zugespitzt hatte sich die Situation in Äthiopien nach den schon einjährigen Kämpfen in der abtrünnigen nordäthiopischen Region Tigray, da die Rebellen der Volksbefreiungsfront TPLF und verbündete Milizen laut Medienberichten einen Vormarsch auf die Hauptstadt Addis Abeba angekündigt hatten. Ministerpräsident Abiy Ahmed erklärte daher Anfang November einen sechsmonatigen Notstand und rief die Bevölkerung zu den Waffen.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 Alle Rechte vorbehalten

 


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