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Das Zeichen des Jona

9. März 2022 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: die entscheidende Wirklichkeit der Geschichte überhaupt. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Es wird dieser Generation kein anderes Zeichen gegeben werden als das Zeichen des “. Mittwoch der ersten Woche der Fastenzeit: „Die Zuhörer Jesu haben ein Zeichen vom Himmel verlangt (Lk 11,16), ein Zeichen, das jeder Diskussion und jedem Zweifel ein Ende macht. Die Forderung ist unsinnig, und Jesus weist sie ab. Die Bekehrung muss eine persönliche Entscheidung sein, die Gott dem Menschen nicht abnehmen kann. Das Zeichen ist in Wirklichkeit die Person Jesu selbst, so wie es für die Einwohner von Ninive kein anderes Zeichen gab als die Anwesenheit und die Botschaft des Propheten. Bei Matthäus ist der Hinweis auf  ausführlicher als bei Lukas, und der Akzent wird von der prophetischen Verkündigung mehr auf das prophetische Schicksal verlagert. Diese „böse Generation“ wird Jesus verwerfen und töten, aber nach drei Tagen wird er auferstehen. Das wird das endgültige Zeichen sein. Aber wer nicht bereit ist, dem Wort Jesu zu glauben, dem wird auch das Zeichen nichts nützen“ (Schott).

 

„Wir müssen“, so Benedikt XVI. auf de Islinger Fels bei Regensburg am 12. September 2006, „unsere Sendung in der Geschichte wahrnehmen und versuchen, dieser unserer Sendung zu entsprechen“.

Evangelium vom Mittwoch der ersten Woche der Fastenzeit:

Als immer mehr Menschen zusammenkamen, begann er zu sprechen: Diese Generation ist eine böse Generation. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein Zeichen gegeben werden außer das Zeichen des . Denn wie  für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. Die Königin des Südens wird beim Gericht mit den Männern dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo. Die Männer von Ninive werden beim Gericht mit dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie sind auf die Botschaft des  hin umgekehrt. Und siehe, hier ist mehr als “ (Lk 11,29-32)


Benedikt XVI., aus der Predigt zur heiligen Messe auf dem Islinger Feld bei Regensburg, 12. September 2006:

Gericht – wird uns da nicht doch wieder Angst gemacht? Aber wollen wir nicht alle, daß einmal all den ungerecht Verurteilten, all denen, die ein Leben lang gelitten haben und aus einem Leben voller Leid in den Tod gehen mußten, daß ihnen allen Gerechtigkeit widerfährt? Wollen wir nicht alle, daß am Ende das Übermaß an Unrecht und Leid, das wir in der Geschichte sehen, sich auflöst; daß alle am Ende froh werden können, daß das Ganze Sinn erhält? Diese Herstellung des Rechts, diese Zusammenfügung der scheinbar sinnlosen Fragmentstücke der Geschichte in ein Ganzes hinein, in dem die Wahrheit und die Liebe regieren: das ist mit dem Weltgericht gemeint. Der Glaube will uns nicht angst machen,aber er will uns zur Verantwortung rufen. Wir dürfen unser Leben nicht verschleudern, nicht mißbrauchen, es nicht einfach für uns selber nehmen; Unrecht darf uns nicht gleichgültig lassen, wir dürfen nicht seine Mitläufer oder sogar Mittäter werden. Wir müssen unsere Sendung in der Geschichte wahrnehmen und versuchen, dieser unserer Sendung zu entsprechen. Nicht Angst, aber Verantwortung – Verantwortung und Sorge um unser Heil, um das Heil der ganzen Welt ist notwendig. Jeder muß seinen Teil dazu beitragen. Wenn aber Verantwortung und Sorge zu Angst werden möchten, dann erinnern wir uns an das Wort des heiligen Johannes: „Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Anwalt beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten“ (1 Joh 2, 1). „Wenn unser Herz uns auch verurteilt – Gott ist größer als unser Herz, und er weiß alles“ (1 Joh 3, 20).

***

Benedikt XVI. – Joseph Ratzinger, Jesus von Nazareth I, Freiburg 2007, S. 258:

Dieser wirkliche Lazarus ist auferstanden – er  ist gekommen, um es uns zu sagen. Wenn wir so in der Lazarus-Geschichte Jesu Antwort auf die Zeichenforderungseiner Generation sehen, finden wir uns im Einklang mit der zentralen Antwort, die Jesus auf diese Forderung gegeben hat. Bei Matthäus lautet sie: „Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein Zeichen gegeben werden außer das Zeichen des Propheten . Denn wie  drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein“ (Mt 12, 39f)

Bei Lukas lesen wir: „Diese Generation ist eine böse Generation. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein Zeichen gegeben werden außer das Zeichen des . 30 Denn wie  für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein“ (Lk 29,f).

Wir brauchen hier nicht die Unterschiede dieser beiden Versionen zu analysieren. Eines ist klar: das Zeichen Gottes für die Menschen ist der Menschensohn, ist Jesus selbst. Und er ist es zutiefst in seinem Pasca-Mysterium, im Geheimnis von Tod und Auferstehung. Ihr selber ist „das Zeichen des “. Ja, der gekreuzigte und Auferstandene, ist der wahre Lazarus: ihm, diesem großen Gotteszeichen, zu glauben und zu folgen, legt das Gleichnis uns ein, das mehr ist als ein Gleichnis. Es spricht von Wiederkehr, von der entscheidenden Wirklichkeit der Geschichte überhaupt.

 


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