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14. November 2022 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: der Glaube an Jesus Christus führt – wenn er richtig verstanden und praktiziert wird – die Menschen und Völker zur Freiheit in der Wahrheit, oder zur Versöhnung, zur Gerechtigkeit. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Montag der dreiunddreißigsten Woche im Jahreskreis: „Herr, ich möchte wieder sehen können“. Das Kirchenjahr nähert sich seinem Ende. Am kommenden Sonntag feiert die Kirche das Fest Christkönig, das Papst Pius XI. im Jahr 1925 mit der Enzyklika „Quas primas“ eingeführt hat. Die Kirche bekennt das Königtum Christi ohne Einschränkung und sagtn Gott Dank, an seiner Ausbreitung mitarbeiten zu dürfen. Das Königtum Christi ist nicht etwas, das in eine Zukunft verlegt wäre. Das Reich ist nicht von dieser Welt, es ist ein Reich der Wahrheit, ein Reich des Sehens der Wahrheit.

„Es geschah aber: Jesus kam in die Nähe von Jericho, da saß ein Blinder an der Straße und bettelte. Er hörte, dass viele Menschen vorbeigingen, und fragte: Was hat das zu bedeuten? Man berichtete ihm: Jesus von Nazaret geht vorüber. Da rief er: Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Die Leute, die vorausgingen, befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich herführen. Als der Mann vor ihm stand, fragte ihn Jesus: Was willst du, dass ich dir tue? Er antwortete: Herr, ich möchte sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dich gerettet. Im selben Augenblick konnte er sehen. Da pries er Gott und folgte Jesus nach. Und das ganze Volk, das dies gesehen hatte, lobte Gott (Lk 18,35-43).

Benedikt XVI., aus der Predigt zur Eucharistiefeier im Petersdom zum Abschluss der Zweiten Sondersynode für Afrika, 25. Oktober 2009


Gottes Plan ändert sich nicht. Durch die Jahrhunderte und die Wirren der Geschichte steuert er immer dasselbe Ziel an: das Reich der Freiheit und des Friedens für alle. Darin zeigt sich seine Vorliebe für all jene, denen es an Freiheit und Frieden fehlt, und für jene, die in ihrer Menschenwürde verletzt wurden. Wir denken insbesondere an die Brüder und Schwestern in Afrika, die unter Armut, Krankheit, Unrecht, Krieg, Gewalt und Zwangsmigration leiden. Diese bevorzugten Kinder des himmlischen Vaters sind wie Bartimäus, der blinde Mann aus dem Evangelium, der am Stadtrand von Jericho an der Straße saß und bettelte (vgl. Mk 10,46). Eben diese Straße nimmt auch Jesus von Nazaret. Es ist die Straße nach Jerusalem, wo sich das Pascha erfüllen wird – sein Pascha-Opfer, in dem sich der Messias für uns hingibt. Es ist der Weg seines Exodus, der auch der unsrige ist: der einzige Weg, der in das Land der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens führt. Auf diesem Weg trifft der Herr auf Bartimäus, der sein Augenlicht verloren hat. Ihre Wege kreuzen sich und werden zu einem einzigen Weg. »Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir«, ruft der Blinde voll Vertrauen aus. Jesu spricht: »Ruft ihn her« und stellt ihm danach die Frage: »Was soll ich dir tun?« Gott ist Licht, und er ist Schöpfer des Lichts. Der Mensch ist Kind des Lichts, geschaffen, um das Licht zu sehen, aber er verlor sein Augenlicht und ist gezwungen zu betteln. An seiner Seite geht der Herr, der sich für uns zum Bettler gemacht hat: er sehnt sich nach unserem Glauben und unserer Liebe. »Was soll ich dir tun?« Gott weiß die Antwort darauf, aber er stellt diese Frage, weil er will, daß der Mensch selbst spricht. Er will, daß er aufsteht und wieder den Mut findet, zu fragen, was ihm seiner Würde entsprechend gebührt. Der Vater will aus dem Munde des Sohnes den freien Willen hören, daß er wieder das Licht sehen will, jenes Licht, für das er geschaffen ist. »Rabbuni, ich möchte wieder sehen können.« Und Jesus sprach zu ihm: »Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg« (Mk 10,51–52).

(...)

Liebe Mitbrüder, laßt uns dafür danken, daß sich diese »geheimnisvolle Begegnung zwischen unserer Armut und der Größe« Gottes auch bei der Afrikasynode ereignet hat, die heute zu Ende geht. Gott hat von neuem seinen Ruf an uns gerichtet: »Hab nur Mut, steh auf…« (Mk 10,49). Und auch die Kirche in Afrika hat, vertreten durch ihre Hirten, die aus allen Teilen des Kontinents, aus Madagaskar und von den Inseln im Indischen Ozean kamen, die Botschaft der Hoffnung und das Licht aufgenommen, um auf dem Weg zum Reich Gottes voranzugehen. »Geh! Dein Glaube hat dir geholfen« (Mk 10,52). Ja, der Glaube an Jesus Christus führt – wenn er richtig verstanden und praktiziert wird – die Menschen und Völker zur Freiheit in der Wahrheit, oder, um die drei Worte des Synodenthemas zu gebrauchen, zur Versöhnung, zur Gerechtigkeit und zum Frieden. Bartimäus, der nach seiner Heilung Jesus auf seinem Weg nachfolgt, ist das Bild für die Menschheit, die sich, vom Glauben erleuchtet, auf den Weg ins Gelobte Land macht. Bartimäus wird seinerseits Zeuge für das Licht, und er erzählt und zeigt so an seiner eigenen Person, was es heißt, geheilt, erneuert und neugeboren zu werden. Das ist die Kirche in der Welt: eine Gemeinschaft von versöhnten Menschen, die für sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen, »Salz und Licht« inmitten der Gemeinschaft von Menschen und Nationen. Deshalb hat die Synode nachdrücklich bekräftigt, daß die Kirche die Familie Gottes ist, in der es keine Trennung aus ethnischen, sprachlichen oder kulturellen Gründen geben darf. Bewegende Zeugnisse haben uns gezeigt, daß der Heilige Geist selbst in den dunkelsten Momenten der menschlichen Geschichte am Werk ist und die Herzen der Opfer und Täter verwandelt, so daß sie sich als Geschwister erkennen. Die versöhnte Kirche ist ein machtvoller Sauerteig, der zwischen den Ländern und Völkern des afrikanischen Kontinents Versöhnung bewirkt.

 


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