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Erzbischof Hans-Josef Becker bittet Papst vorzeitig um Entpflichtung von seinen Aufgaben

10. Juni 2022 in Deutschland, 8 Lesermeinungen
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Er ist nun 74 Jahre alt - „In den vergangenen Monaten habe ich intensiv über diesen Schritt nachgedacht und im Gebet Kraft für diese Entscheidung gesucht“


Paderborn (kath.net/pbp) Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat Papst Franziskus in einem persönlichen Schreiben um die Entpflichtung von seinen Aufgaben als Erzbischof von Paderborn gebeten. Das teilte Erzbischof Becker am Freitagmorgen, 10. Juni, in Paderborn mit. „Ich spüre, dass der Zeitpunkt einer verantwortungsvollen Übergabe meines Amtes gekommen ist“, begründet Erzbischof Becker seine Entscheidung in einer schriftlichen Erklärung.

Erzbischof Becker hält es an der Zeit, sein Amt und die damit verbundenen Aufgaben in jüngere Hände zu geben. Die nächsten großen Aufgaben und kommenden Herausforderungen sollen von jüngeren Generationen in der Leitung der Kirche getragen und gestaltet werden. „In den vergangenen Monaten habe ich intensiv über diesen Schritt nachgedacht und im Gebet Kraft für diese Entscheidung gesucht“, schreibt Erzbischof Becker, der mit seinem Geburtstag am vergangenen Mittwoch, 8. Juni, in das 75. Lebensjahr eintrat.


Er sei „voller Zuversicht“, dass die jüngeren Generationen auf dem eingeschlagenen Weg, namentlich dem Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland und dem Synodalen Weg 2030+ des Erzbistums Paderborn, „mutig vorangehen und unserer Kirche starke Führung geben können“. Wofür die Kirche stehe, welche Relevanz sie heute besitze und welche Rolle der Glaube für die Menschen spielen könne, seien dringliche Fragen, denen viele Gläubige mit großem Engagement und Ideenreichtum begegneten, erläutert Erzbischof Becker: „Für den nicht immer einfachen, aber stets fruchtbaren und fairen Dialog bin ich sehr dankbar.“

„Im Kern steht unser fortwährender Auftrag, mit unserem Herrn Jesus Christus zu gehen und seine Frohe Botschaft von der Liebe Gottes zu verkünden“, betont Erzbischof Becker. Die Frohe Botschaft müsse Bestand haben in einer Phase epochalen Wandels. „Sie muss die tragende Säule aller Veränderungsprozesse in der Kirche sein. Und sie muss in Zeiten einer Pandemie, eines Kriegs mitten in Europa und des immer deutlicher werdenden Klimawandels mit lauter und kraftvoller Stimme verkündet werden.“

Vieles sei von seiner Generation geordnet und angelegt, schreibt Erzbischof Becker. „Die jüngeren Generationen mögen den Weg nun weiter ausbauen und das pilgernde Volk Gottes mit neuer Kraft, mit Gottvertrauen und Glaubensfreude in die Zukunft führen. Dafür bitte ich um Gottes Hilfe und Seinen reichen Segen.“

Über das Emeritierungsgesuch von Erzbischof Becker wird jetzt Papst Franziskus zu entscheiden haben. Erst mit Annahme des Gesuchs durch den Heiligen Vater tritt Erzbischof Becker in den Ruhestand.

Foto Erzbischof Becker (c) Besim Mazhiqi/Erzbistum Paderborn


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