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Weltsynoden-Treffen 2023: der Berg wird kreißen und eine Maus gebären

26. Juli 2022 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Der Publizist Ed Condon beschwichtigt Befürchtungen über einen Umsturz der kirchlichen Lehre bei der Synode in Rom. Trotz Fokus der Vorbereitungen auf Stimmen am Rande der Kirche würden die Progressiven letztlich am enttäuschtesten sein.


London (kath.net/mk) Ed Condon, Kirchenrechtler und Herausgeber der amerikanischen katholischen Internetzeitung „The Pillar“, äußerte sich in einem Interview mit dem britischen Magazin „The Spectator“ klärend zu den Vorbereitungen der nächstes Jahr in Rom tagenden Synode über Synodalität. Eine wesentliche Basis dafür sollen ja die Laienbefragungen bilden, die in den einzelnen Diözesen mittlerweile stattfanden, aber meist nur eine winzige Zahl der Kirchgänger erreichten (in England etwa 10 %). Die Art der Befragung war in den einzelnen Diözesen höchst unterschiedlich, zwischen einem versteckten Link auf der Diözesanhomepage bis zu einer intensiven thematischen Auseinandersetzung in den Pfarreien samt ausführlichem Abschlussdokument. Links-liberale, progressive Ansichten dürften in den Antworten  überrepräsentiert sein.


Condon stützt den Befund, dass die Synode von Anfang an mehr Interesse an Stimmen am Rande der Kirche gezeigt habe, an Menschen, die Probleme mit deren Lehre hätten, als an lehrtreuen Gläubigen mit missionarischem Eifer. In England etwa seien von Gläubigen kommende Themen wie die Alte Messe oder die Plattheit der modernen Kirchenmusik von der Diözese abgelehnt worden, da sie „zu spalterisch“ seien. Das römische Synodensekretariat habe dafür Anleitungen für „unorthodoxe“ Gruppen im liberalen Spektrum vorgesehen, wie sie ihre Themen wie Frauenweihe trotz Widerstands des Ortsbischofs nach Rom bringen könnten.

Dennoch sieht Condon nicht schwarz und weist auf die eigentliche Funktion der Weltbischofssynoden hin. Während diese bis zu Papst Franziskus zumeist unspektakulär einmütig und von der Öffentlichkeit großteils unbeachtet über die Bühne gegangen seien, habe man sie unter Franziskus mit hohen Erwartungen überfrachtet. Synoden seien als beratende Bischofstreffen gedacht, die dem Papst in seiner Regierungsgewalt Hilfestellungen geben sollen. In letzter Zeit habe sich jedoch auch unter manchen Kurienmitgliedern eine Strömung verbreitet, die die Synode als Gesetzgebungsorgan sieht, ähnlich wie in der anglikanischen Kirche.

Das eigentliche Thema der nunmehrigen Synode sei eben die Frage, wie eine Synode in der heutigen Zeit aussehen, welche Teilnehmer und welche Kompetenzen sie haben solle und wie sie den Papst unterstützen könne. Viele lehrtreue Katholiken würden laut Condon befürchten, dass das Treffen von Progressiven für deren Themen gekapert und im Endeffekt ein Umsturz der gesamten (Moral-)Lehre beschlossen werden könnte. Dass das Drehbuch bereits in diesem Sinne geschrieben sei, glaubt Condon jedoch nicht, und verweist auf die gerade zu Ende gegangene australische Nationalsynode, wo sehr verschiedene kirchliche Stimmen zu Wort gekommen seien und Anträge gestellt hätten. Die Abschlussdokumente habe dann so gut wie jeder unterschreiben können, und so könnte es auch nächstes Jahr in Rom laufen: am Ende viel Papier, aber keine wirkliche Änderung. Vielleicht würden also – ähnlich wie bei der Amazonas-Synode – die Progressiven schließlich am meisten enttäuscht sein, meint der Journalist abschließend.

Link zum Nachhören des Interviews: https://www.spectator.co.uk/podcast/why-the-pope-s-synod-on-synodality-has-become-a-joke


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