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Ukrainischer Bischof bei Jugendfestival in Medjugorje: Rosenkranz ist die stärkste Waffe

2. August 2022 in Jugend, 2 Lesermeinungen
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Weihbischof von Saporischschja, Sobilo, bei "Mladifest": Sünden sind "Raketen, die Städte zerstören und den Krieg fortführen" - Medjugorje ein "geistliches Krankenhaus" mit hoher Bedeutung für die Ukraine


Medjugorje  (kath.net/KAP) Als die "stärkste Waffe" im geistlichen Kampf des Menschen zwischen Gut und Böse hat der ukrainische Bischof Jan Sobilo das Rosenkranzgebet bezeichnet. In der Ukraine seien bereits in den vergangenen Jahren Millionen Rosenkränze verschenkt worden und viele Menschen, die sonst kaum mit der Kirche zu tun hätten, hätten das Mariengebet gelernt und zu schätzen begonnen. "Wer Angst empfindet und die Hoffnung verloren hat, erfährt durch den Rosenkranz die Gewissheit des Schutzes Gottes und schöpft wieder neuen Mut", sagte der Weihbischof der römisch-katholischen Diözese Charkiw-Saporischschja am Dienstag beim Internationalen Jugendfestival in Medjugorje ("Mladifest").

Der Krieg in der Ukraine finde nicht nur im realen, sondern auch im geistigen Leben statt, betonte Sobilo. "Jede schwere Sünde ist wie eine Rakete, die Städte zerstört und dazu beiträgt, dass der Krieg weitergeht. Hingegen können Bekehrung, Gebet, Fasten und Demut Kriege beenden und das Unmögliche möglich machen", so die Überzeugung des ukrainischen Kirchenführers, dessen Diözese den Großteil der derzeit umkämpften bzw. von Russland besetzten Gebieten umfasst. Das Gebet, die Sakramente und das Wort Gottes seien die entscheidende Hilfe, um "das Böse im Kampf zu besiegen", Gott auch in schwierigsten Umständen treu zu sein und erneut Brücken selbst zu Feinden zu bauen.


Als Indiz für diesen Zusammenhang nannte Sobilo Gespräche, die er mit Soldaten in den vergangenen Wochen und Monaten geführt habe. Viele hätten in besonders gefährlichen Momenten an der Front Hilfe und Schutz vor Verletzung oder Tod erfahren und würden dies dem Gebet und Fasten anderer Menschen zuschreiben. Die Folge: "Viele Soldaten tragen den Rosenkranz so um den Hals wie einst David seine Schleuder gegen Goliath trug", berichtete der Weihbischof. Die beim Mladifest versammelten Jugendlichen rief er dazu auf, Rosenkränze für die Ukraine zu spenden - "dort, wo sie gerade am dringendsten benötigt werden". Vermittelt hätten das Rosenkranzgebet der Ukraine in der jüngsten Vergangenheit vor allem Landsleute, die als Pilger in Medjugorje damit in Berührung gekommen sind, erklärte Sobilo. Der Wallfahrtsort in Bosnien-Herzegowina sei wie ein "geistliches Krankenhaus", indem es Menschen auf neue Weise das Beichtsakrament, die Eucharistie und das Gebet vermittle und damit zur "Heilung von Verwundungen, Neubeginn und Wiedergeburten sowie Hoffnung" beitrage.

Von den Erlebnissen der Pilger sei er sehr berührt, so der Bischof, der selbst erstmals als junger Priester in den frühen 1990er-Jahren in den bosnischen Wallfahrtsort gekommen war. Als Folgewirkungen von Medjugorje für die Ukraine nannte Sobilo viele geistliche Berufungen, die dort ihren Ursprung genommen hätten; darunter etwa diejenige einer ukrainischen Karmelitin, die als jugendliche Teilnehmerin beim Mladifest schon 1999 den Ruf verspürt habe, als Ordensfrau hinter Klostermauern für den Frieden zwischen Ukraine und Russland zu beten. Seine eigene Bischofsernennung 2010 hatte Sobilo ereilt, als er sich gerade mit einer Pilgergruppe in Medjugorje befand. Nach 2014, als der Krieg im Osten der Ukraine begann, sei er vielen Soldaten und Witwen begegnet, die Gräueltaten wie Vergewaltigung, Folter und Mord miterlebt hätten und nach einer Pilgerfahrt zurückgekehrt seien mit dem Wunsch, sich selbst und auch anderen zu vergeben.

"Nirgendwo kann man so schnell und heilsam vergeben wie in Medjugorje", befand der Bischof. Dass es dort so viele Lebensveränderungen zum Positiven gäbe, führte er auf die Anwesenheit und Unterstützung durch die Gottesmutter Maria zurück. Als im Zuge der Corona-Pandemie die weltweiten Pilgerströme nach Medjugorje fast ersiegten, gab es eine Ausnahme: "Die Zahl der Ukrainer stieg noch weiter. Nach Weihnachten 2021 waren rund 3.000 Pilger aus meiner Heimat vor Ort, so viele wie noch nie." Auch die berichteten Botschaften Mariens - über deren Echtheit die Kirche bislang noch kein Urteil getroffen hat - würden in der Ukraine rückblickend als Vorbereitung auf den damals noch bevorstehenden Krieg gedeutet, darunter der Aufruf vom 25. November 2021, "Träger des Friedens zu sein".

 

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