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Der verunglückte Rombesuch der deutschen Bischöfe

27. November 2022 in Kommentar, 31 Lesermeinungen
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„Es ist gut, dass die offiziellen Statements der Kardinäle Ladaria und Ouellet anlässlich des Ad-limina- Besuches der deutschen Bischöfe nun veröffentlicht worden sind. Denn mündige Katholiken haben ein Recht zu wissen…“ Von Gerhard Card. Müller


Vatikan (kath.net) Es ist gut, dass die offiziellen Statements der Kardinäle Luis Ladaria und Marc Ouellet anlässlich des Ad-limina- Besuches der deutschen Bischöfe nun veröffentlicht worden sind. Denn mündige Katholiken haben ein Recht zu wissen, ob und welche Bedenken seitens des römischen Lehramtes an den offen häretischen und schismatischen Texten des deutsch-synodalen Weges geäußert worden sind. Das Wort der beiden Kardinäle hat nicht nur wegen ihres Amtes Gewicht, sondern auch weil es sich um differenzierte Ausführungen von anerkannten Theologen handelt. Denn im Unterschied zur lautstarken Mehrheit der synodalen Weggenossen wissen sie, worum es im katholischen Glauben geht und wie in der katholischen Theologie Wahrheit und Irrtum voneinander zu unterschieden sind. Nicht von ungefähr wird das II. Vatikanische Konzil zitiert mit der grundlegenden Einsicht, dass die Selbst-Offenbarung Gottes in Jesus Christus in ihrer ganzen Fülle gegeben ist und im Heiligen Geist durch die Kirche vermittels der Heiligen Schrift, der Apostolischen Tradition und des kirchlichen Lehramtes unverkürzt und unverfälscht vergegenwärtigt wird (vgl. Dei verbum 1-10).

Anstatt nach dem Motto „Haltet den Dieb!“ eine durch und durch verlogene Verleumdungswelle gegen Kurienkardinal Kurt Koch loszutreten, wäre es ehrlicher gewesen, sich in Rom mit seinen Argumenten auseinanderzusetzten, was aber – die beleidigte Leberwurst spielend – von ihren Betreibern mangels fachlicher Kompetenz peinlichst vermieden wurde. Die These der Barmer Theologische Erklärung (1934) gegen die „Deutschen Christen“, die übrigens schon vor der Nazi-Zeit ihr Unwesen trieben, ist und bleibt auch für Katholiken von heute aktuell: „Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung annehmen. […] Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen.“


Die Erklärung des Heiligen Stuhls vom 21. Juli 2022 formulierte es so: „Der ‚Synodale Weg‘ in Deutschland ist nicht befugt, die Bischöfe und Gläubigen zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten“.

Es ist auch bezeichnend, dass die in der dogmatischen Theologie höchstqualifizierten Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz und des Synodalen Wegs zur (diffamierten) Minderheit gehören, die mit vernünftiger Argumentation gegen die ideologische Verblendung ihrer Kollegen wenig Chancen haben. Den beiden hochqualifizierten Texten der Kardinäle Ladaria und Ouellet wird es ähnlich ergehen. Sie sind einerseits zu vornehm im Ton und zum anderen im theologischen Niveau zu hoch, als dass sie ein Umdenken bei ihren Adressaten erreichen können. Im internen Kreis wurden sie mit einer verächtlichen Handbewegung als pensionsreife Aussteiger abgetan („bald weg vom Fenster“) ebenso wie signalisiert wurde, dass man die Einwände des Papstes mit denselben Tricks vom Tisch fegen wird wie man sein „Schreiben an das Pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ (2019) in der Schweigespirale versenkt hatte.

Wenn es für diese Perfidie der verweigerten Anerkennung des römischen Lehramtes (vgl. Lumen gentium 18; 23) noch eines Beweises bedurft hätte, musste man nicht lange warten.

Zwei Tage nach ihrer Rückkehr von den Gräbern der Apostelfürsten hat die DBK das kirchliche Arbeitsrecht im vollkommenen Gegensatz zur christlichen Anthropologie in die Richtung des atheistisch-materialistischen Menschenbildes der LGBT-Ideologie gedreht.

Der Vorsitzende beharrte stur auf seiner Forderung der Frauenordination, als ob die Glaubenslehre der Kirche nicht von objektiven Kriterien abgeleitet werden müsste, sondern sich am Ende aus dem längeren Atem der sie unentwegt Fordernden ergäbe. Andere Bischöfe beharren in typisch deutscher Präpotenz und Arroganz, mit der sie sich dem Papst und großen Teilen des Weltepiskopates überlegen fühlen, auf dem Weg in den Abgrund.

Viele gutgläubige Katholiken in Deutschland und auf der ganzen Welt fragen sich, ob die Deutsch-Synodalen ernsthaft an eine Erneuerung der Kirche in Christus glauben, indem sie die heilsgeschichtliche Selbstmitteilung Gottes in seinem Sohn Jesus Christus relativieren und uns die grobe Verletzung der göttlichen Gebote als deren befreiende Neuinterpretation verkaufen wollen.

Ohne auf die einzelnen gravierenden Irrtümer der bisher vorliegenden Synodal-Texte in den Fragen der Glaubens- und Sittenlehre der katholischen Kirche einzugehen, scheint mir folgende Erklärung naheliegend:

Das Hauptziel der gesamten Aktion ist der Erhalt des Christentums als Zivilreligion des säkularen Staates und der religiös weitgehend agnostischen und indifferenten Gesamtgesellschaft.

Deshalb biedert man sich der „modernen Welt“ – was immer das sein soll – an als eine sozialpsychologisch nützliche religiös-soziale Dienstleitungsorganisation.

Man tut so, als ob die Kirche nicht von Gott gestiftet wurde, um das Sakrament des Heils für die Welt in Christus zu sein (Lumen gentium 1; 48; Gaudium et spes 45), dass sie sich also keineswegs vor Atheisten legitimieren muss entsprechend ihrer Zweckmäßigkeit für den Wohlfahrtsstaat oder ein irdisches Paradies sozialistischer (rotchinesisches Gesellschaftmodell) und kapitalistischer Prägung (Great Reset bis 2030). Alles, was dieser Einordnung der Kirche in ein innerweltliches Programm der Menschheitsbeglückung nicht hineinpasst, wird in diesem Masterplan der Selbstsäkularisierung nach außen verschwiegen und nach innen umgedeutet, um jeden Kontrast oder gar prophetischen Widerspruch zum „Humanismus ohne Gott“ oder zum nihilistischen Posthumanismus zu vermeiden.

Man kann also – gemäß dem genannten Beschluss zum kirchlichen Arbeitsrecht – auch mit einem Lebensstil, der konträr ist zu den Geboten Gottes und zur Nachfolge Christi, irgendwie den „liebenden Gott“ (im deistischen Sinn den „Vater überm Sternenzelt“) repräsentieren und nebenbei noch den (innerweltlichen) Zielen der katholischen Kirche dienen. Man müsse nur die Kirche als gesellschaftlich nützliche Organisation akzeptieren, während man gleichzeitig das Geheimnis ihres göttlichen Ursprungs, ihres sakramentalen Wesens, ihrer instrumentalen Heilsnotwendigkeit und universalen Mission leugnen darf.

Die einzigen Mitglieder, die es – gemäß dieser weltlichen Logik – verdient haben, aus der Kirche hinaus geekelt zu werden, sind nur diejenigen Katholiken, die noch („fundamentalistisch“, „traditionalistisch“, „konservative-rigid“ etc.) ihrem Taufbekenntnis treu sind. Und nur diejenigen Bischöfe, die an ihrem Weihesprechen festhalten, werden in Rom als Ursache der gegen sie in ihren eigenen Diözesen angezettelten Kampagnen böswillig diffamiert und von ihren Mitbrüdern systematisch diskreditiert. Beim Ad-limina-Besuch haben sich „falsche Brüder“ (Gal 2, 4) nicht gescheut im Beisein des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Woelki, den Heiligen Vater zu einem eklatanten Bruch des ius divinum des Bischofsamtes zu nötigen, nämlich dass er einen unbescholtenen Bischof absetzen solle – nur um den Jagdinstinkt und den Machttrieb von Ideologen zu befriedigen, die mit dem Christentum in tieferen Sinn der Gleichgesinntheit mit Christus schon längst gebrochen haben.

Den Propagandisten einer Christus-fernen und ver-weltlichten Kirche, die mit der Zerstörung der natürlichen und geoffenbarten Anthropologie und Sexualmoral die Verstöße gegen sie wie den Teufel mit Beelzebub austreiben wollen, schreibt der Verfasser des 1. Johannes-Briefes ins Stammbuch: „Alles, was in der Welt ist, die Begierden (concupiscentia) des Fleisches, die Begierde der Augen und der Hochmut, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.“ (1 Joh 15ff).

Archivfoto Kardinal Müller (c) Bistum Sandomierz


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Lesermeinungen

 Salvian 28. November 2022 

Deutsche Politiker und Bischöfe im Gleichschritt

Kardinal Müller hat vollkommen recht. Mit dem neuen kirchlichen Arbeitsrecht bezeugen die deutschen Bischöfe ihren Gehorsam gegenüber dem Zeitgeist und ihre Verachtung für den Katechismus. Insbesondere der Zeitpunkt der Bekanntgabe direkt nach dem Rombesuch soll vollendete Tatsachen schaffen. Was für ein schmutziges Spiel. Etwas anderes war von einer Ortskirche, die Stellenausschreibungen selbst für ihre Seelsorger mit dem Zusatz "m/w/d" versieht, allerdings auch nicht mehr zu erwarten.
Erschütternd bleibt der Gleichschritt des linksgrünen Staates und der Kirche in Deutschland. In der Schule hatte ich noch gelernt, dass der Schutz von Ehe und Familie mit einer grundgesetzlichen "Ewigkeitsgarantie" versehen sei. Diesen Schutz haben Politiker und Juristen in den letzten Jahrzehnten restlos ausgehöhlt. Die Bischöfe leisten dagegen nicht nur keinen Widerstand mehr, sondern zeigen eine totale Unterwürfigkeit und Anpassungsbereitschaft, indem sie nun auch den Katechismus umschreiben wollen.


5
 
 Smaragdos 28. November 2022 
 

Schisma bei der letzten Synodalversammlung?

Ich vermute, dass sich bei der nächsten und letzten Synodalversammlung im März die deutsche Bischofskonferenz und mit ihr die Kirche in Deutschland spalten wird in romtreue und schismatische Bischöfe. Für die schismatischen Bischöfe dürfte dann die Stunde der Gründung einer deutschen Nationalkirche geschlagen haben.


2
 
 Coburger 28. November 2022 
 

Die Kirche ist schon weithin lange ein Selbstbedienungsladen und innerlich in großen Teilen schwer krank. Man ist gerade Zeuge ihres vollständigen Ausverkaufs. Je mehr und schneller desto besser m. Er., denn hier gibt es kein Halten mehr, Rom und auch die sehr guten Analysen von Kardinal Müller hin oder her. Wichtig wäre die Immunisierung durch unbedingten Glauben an den Herrn, Sakramentenempfang, Gebet und Werke der Liebe.


3
 
 Ulrich Motte 28. November 2022 
 

Ottokar

Ich denke, daß Sie recht haben, daß nicht 90 % der deutschen Katholiken "synodal" denken. Nach vielerlei Hinweisen, auch hier, auch und gerade auf Umfragen, könnte es aber gut eine Mehrheit, teils deutliche, sein, was natürlich gar nichts aussagt, ob das Maßstab für Entscheidungen Zuständiger sein darf.


2
 
 Zeitzeuge 27. November 2022 
 

Im Link ein Buchtipp zum Thema "Deutsche Kirche"

von Walter Kardinal Brandmüller!

Ich wünsche der Redaktion und allen hier

eine gesegnete, gnadenreiche Adventszeit!

www.fe-medien.de/epages/fe-medien.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/fe-medien/Products/50488


3
 
 ottokar 27. November 2022 
 

Eine Lüge wird von den Synodalen verbreitet:

Die Behauptung,90Prozent der deutschen Katholiken unterstützen die Forderungen des Synodalen Weges ist eine erfundene Behauptung und durch keine statistische Erhebung belegt. Bätzing und Marx beziehen sich wohl ausschliesslich auf das Stimmenverhältnis unter den Synodalen, insbesondere unter den ZDK-Mitgliedern, die kein Recht haben vorzugeben, sie würden die deutschen Katholiken vertreten. Aber das wissen die Römer wohl. Es ist gut, dass Eminenz Müller in der Welt umher reist und solche Vorträge hält. Hoffen wir, dass er dadurch Stimmen für eine eventuelle Papstwahl gewinnt.


7
 
 Smaragdos 26. November 2022 
 

Gott sei Dank nimmt Rom die deutschen Exzesse endlich wahr und reagiert darauf... es ist zwar vermutlich schon zu spät, aber besser spät als nie!

Danke, Kardinal Müller, für Ihre klarsichtigen Kommentare. Gott segne Sie!


6
 
 Chris2 26. November 2022 
 

Fast alle bayrischen Bischöfe hatten den Mut,

sich dem "neuen Evangelium" des Synodalen Weges mehr oder weniger offen entgegenzustellen: Neben Kardinal Müller, dem früheren Regensburger Bischof und Präfekten der Glaubenskongregation, zähle ich in Bayern 3 Bischöfe, die gegen die Häresien des SWeg und damit für den Erhalt von Glaube und Moral gestimmt haben, einen Bischof, der den SWeg eigentlich kritisch sieht, aber zugestimmt hat, nachdem man die Beschlüsse statt als neue "regionale Dogmen" nur als Bitten an Rom umformuliert hat (immerhin ein gewisser Erfolg) und nur einen, der alles mitmacht. Doch auch hier hat einer seiner Weihbischöfe sich bei allen 4 Abstimmungen enthalten - sicher nicht zur Freude seines Vorgesetzten.
Außerhalb Bayerns (und Kölns) dagegen muss man katholisch gebliebene Bischöfe inzwischen mit der Laterne suchen...


5
 
 bücherwurm 26. November 2022 

@Tin Martin:

Ich habe Ihre Bemerkungen gelöscht. Wenn Sie bitte an Ihrer Tonlage feilen könnten, wäre das künftig sehr angenehm.


2
 
 FNO 26. November 2022 

@Uwe Lay

Das ist der zentrale Punkt: Die Umdeutung der Liebe Gottes zu den Menschen als Sündern, die in Christus erlöst sind von der Sünde, in eine allgemeine Ermächtigung dafür, zu tun, was man will, also auch als Ermächtigung zur Sünde. Nicht Erlösung von der Sünde, sondern Verführung zur Sünde. Denn "Gott" will mich "so"? Eben nicht: Er will mich zu sich bekehren.


5
 
 Benediktus2018 26. November 2022 
 

Der desolate Zustand – die Gründe – Bravo, Kardinal Müller!

Die klarste und schonungsloseste Analyse zum desolaten Zustand der katholischen Kirche in Deutschland und den Schuldigen daran! Kardinal Müller spricht die Wahrheit aus: Marx und Bätzing haben maßgeblich diesen Zustand befördert. Es gibt in der DBK nur noch eine Einheitsmeinung und alle, die diese nicht vertreten, werden beschimpft und ausgegrenzt. Höhepunkt dieser Haltung der sogenannten Amtsbrüder ist die immer wieder angefachte Hexenjagd auf glaubensstarke Bischöfe wie Woelki und andere.

Die Früchte dieser Aktivitäten zeigen sich auch daran, dass Bistümer, die früher durch Glaubensstärke gekennzeichnet waren wie z. B. Paderborn, heute nur noch im Bezug auf den synodalen Weg als reine „Mitläufer-Bistümer“ bekannt sind und sogar bereits den Nachfolgekandidaten des Bischofs Becker ausdrücklich nach dem Motto auswählen wollen, den synodalen Weg als oberste Priorität durchsetzen zu wollen.


7
 
 Bene16 26. November 2022 
 

An die Redaktion

Die Äusserungen von Tin Martin sind unerträglich! Ich bitte darum, seinen Beitrag zu entfernen.


3
 
 H. Müller 26. November 2022 
 

römisch katholisch nur noch restkatholisch in Deutschland?

Was können wir eigentlich der Gesellschaft noch anbieten, was sie nicht schon verwirklicht hat? Warum gibt es uns eigentlich noch? Das neue Arbeitsrecht ist doch nur eine Blaupause dessen, was die Gegenwartsgesellschaft schon verwirklicht hat. Sollten wir uns nicht besser abschaffen? Oder alt-katholisch werden wie der ehemalige Speyrer Generalvikar Andreas Sturm? Bätzing meint ja auch, dass "90 Prozent der Gläubigen wollen, dass dieser Weg gelingt". Was er verschweigt, dass das alles schon in der altkatholischen Kirche verwirklicht ist. Warum also das Rad neu erfinden? Auf meinem Einkommenssteuerbescheid steht immer noch r. k. Heißt das vielleicht bald „restkatholisch“ in Deutschland? Auf einer Brasilienreise haben Gesprächsteilnehmer auf den synodalen Weg nur kopfschüttelnd reagiert. Klar, wer adveniatfinanziert ist, der reagiert anders. Meint Bätzing vielleicht solche Katholiken, wenn er weltweite Zustimmung zum synodalen Weg anführt?


5
 
 ThomasR 26. November 2022 
 

auch in Rom sind inzwischen die eher miserablen Zustände im Berufungsapostolat

in den meisten deutschen Diözesen bekannt
(im Berufungsapostlat geht es nicht um Schaffung von gutbezahlten Stellen am Schreibtisch im Ordinariat- diese gibt es ausreichend)
und damit Rückgang der Anzahl der Seminareintritte unter Pontifikat von Papst Franziskus (als Ausdruck der falschen Interprätationen von deisem Pontifikat- man hat dieses Pontifikat oft falschlich verstanden als Einladung zur Beliebiegkeit und es ist umgekehrt
Statt Priesternachwuchses wird an vielen Orten weiterhin Priestermangel gefordert- kaum jemand (niemand?) hält sich inzwischen an die römischen Richtlinien zum Einsatz der Ministranten und Ministrantinnen, sondern werden selbst die Regelungen von Motu proptrio Spiritus domini von Papst Franziskus zum Einsatz der Frauen ale Lektorinnen und Akolythinnen in der Liturgie überschritten.
Papst Franziskus hat bis dato auch die Regelungen zur Ausbildung in beiden liturgischen Ordnungen des RR (auch in der alten Messe) in den Priesterseminaren nicht zurückgezogen.


3
 
 JP2B16 26. November 2022 
 

@DrFelix, das Projekt "neuer Anfang" von Bernhard Meuser ist sehr zu empfehlen...

... als Einstieg hier die "Synodalen Zitate" (Dokumente als .pdf zum download).
Gesegneten 1. Advent!

neueranfang.online/


5
 
 jabberwocky 26. November 2022 

@Dr. Felix

Es existiert tatsächlich ein Buch, das Ihre Vorschläge aufgegriffen hat. Ich verlinke Ihnen mal den Titel. Im link ist es als Ebook angegeben. Da ich aber eine Print-Ausgabe hier vor mir liegen habe (die ich geschenkt bekam), kann man sicher danach fragen oder recherchieren.
Das Buch ist übrigens sehr gut, was angesichts der Autoren nicht überrascht. Auch Kardinal Müller hat einen Text beigesteuert, so wie mancher andere auch, der in der echten katholischen Theologie Rang und Namen hat.

www.pustet.de/shop/article/45443677/was_er_euch_sagt_das_tut_.html


5
 
 JP2B16 26. November 2022 
 

Mt 24,2 Amen, das sage ich euch: Kein Stein wird hier auf dem andern bleiben;...

... Dann werden viele zu Fall kommen und einander hassen und verraten. (Mt 24,10).
Regensburg ist gesegnet. Gerhard Ludwig Kardinal Müller ist brillant, wie sein Vorgänger Papst Benedikt XVI. bereits heute ein unter uns weilender Kirchenlehrer. Seinem mutigen und standhaften Nachfolger Bischof Rudolf erweist er hier ausdrücklich als höchstqualifiziertem Dogmatiker die ihm gebührende Ehre.
Die (hochmütigen) Deutschen Bischöfe mögen sich dagegen einmal die hier verlinkte, filmisch exzellent gemachte Dokumentation, vorurteilsfrei, sich auf ihren früheren, wohl noch intakten Hausverstand besinnend, anschauen. Den Film dazu gibt es ebenfalls vom selben Filmproduzenten "Mater Spei" gratis im Internet, mit deutschen Untertiteln. Sehr sehenswert.

m.youtube.com/watch?v=pXT35wUqcdI


6
 
 Uwe Lay 26. November 2022 
 

Eine kleine Nebenbemerkung

Das viel zitierte Barmenwort von dem einen Wort, auf das die Kirche allein zu hören habe, hatte 1934 eine antilutherische Spitze gegen Luthers Unterscheidung von Gottes Wort als Gesetz und als Evangelium, daß auf Beides zu hören ist. Die Wirkungsgschichte: Das eine Wort soll nun nur noch das Ja Gottes zu allen Menschen sein, sodaß statt auf das Gesetz Gottes zu hören nur noch das sog. Indikativ-Imperativ-Schema gelten soll: Weil Gott alle Menschen liebe, ist der christliche Glaube nur noch die universalistische Menschenliebe, die dann auch ein Ja zur Homosexliebe verlange und das Recht, geschieden, sich neu zu verheiraten usw.Denn nur noch die Liebe, nicht Gottes Gesetz und Kirchenlehren gelten nun!
Uwe Lay Pro Theol Blogspot


3
 
 Chris2 26. November 2022 
 

Ein Löwe wie Kardinal von Galen, Bischof Sproll und Erzbischof Dyba.

Endlich haben wir wieder einen Bonifatius, der die Axt an die Wurzel des Zeitgeistes legt! Der Herr möge ihn segnen und behüten, damit er den Treffen der regionalen Bischöfe noch lange den Spiegel ihrer Irrwege vorhalten kann...


11
 
 Chris2 26. November 2022 
 

Appeasement adé?

Gott sei Dank scheint die Appeasment-Politik in der Kirche so langsam zu Ende zu gehen. Jahrzehntelang sah man weitgehend tatenlos zu, wie Millionen Gläubige in Deutschland langsam erst in die religiöse Ahnungslosigkeit und dann in Unglauben abdrifteten - oder sogar aktiv dorthin geführt wurden (z.B. durch meinen letzten Reli-Lehrer). Regelmäßige Katechesen wie in meiner Pfadfinderzeit (nein, nicht BDKJ) gab es schon damals in den Pfarreien kaum noch. Heute wissen viele Gläubige und sogar Bischöfe in Deutschland gar nicht mehr, was katholisch zu sein bedeutet und sind de facto längst Protestanten geworden. Mehr noch: Für wirklich gläubige Protestanten ist Gott der wichtigste Maßstab (auch, wenn sie essentielle Stellen im NT wie etwa den Auftrag Jesu zur Sündenvergebung oder zur Unauflöslichkeit der Ehe übersehen), für moderne Katholiken der Zeitgeist und eine verque(e)re und hochgefährliche Logik (noch mehr Homosexualität als Mittel gegen den Missbrauch von Männern an zumeist Buben)...


4
 
 PXX 26. November 2022 
 

Warum nicht wie in der Wirtschaft?

Wenn denn schon alles nach weltlichen Masstäben geregelt werden soll, warum denn nicht konsequent?
Wenn in einem Betrieb ein Mitarbeiter den Regeln und Interessen des eigenen Betriebes zuwiderhandelt wird er in der Regel entlassen. Warum trennt man sich in der Kirche nicht einfach von den Häretikern, die permanent der Kirche und den Gläubigen Schaden zufügen?


11
 
 ottokar 26. November 2022 
 

Klare ,aber sehr traurige Analyse eines Mannes, der die Situation überblickt

Traurig deshalb, weil sich kirchnetreue Persönlichkeiten, wie die Kardinäle Ladaria, Quellet oder Müller den abtrünnigen Kardinälen ,wie Marx oder Hollerich gegenüberstehen. Letzterer ist der Koordinator der Weltsynode und sagte vor 2 Wochen: "danach sei die katholische Kirche nicht wiederzuerkennen".Wenn man jetzt nach dem Rombesuch das weitere Vorstürmen der Bätzingmaffia betrachtet (Frauenpriestertum ist ein Muss und davon weichen wir nicht ab>), dann ist sich diese Gruppe offensichtlich sehr sicher, dass "die alten Männer" im Vatikan bald keine Macht mehr haben werden.Wenn man nur wüsste, auf welcher Seite Papst Franziskus tatsächlich steht, ein Papst, zu dessen engsten Beratern nach wie vor Kard.Marx gehört, der einen homosexuellen amerikanischen Jesuiten regelmässig zu Gast hat, der Atheisten und Abtreibungsbefürworter in die päpstliche Akademie beruft, der kirchliche Tradition verurteilt und der es ablehnt Stellvertreter Christi auf Erden genannt zu werden.Lasst uns innig beten!


11
 
 naiverkatholik 26. November 2022 
 

Volltreffer, versenkt!

Volltreffer, versenkt! Ladaria und Quellet drücken dasselbe vornehmer aus. Benedikt XI. hat alles in klarem freundlichen Ton tausendmal so gesagt. Klartext ist aber auch mal nötig!! Schadenfreude über die Versenkten habe ich nicht, bei einigen schwankenden Bischöfen aber eine Hoffnung auf Umlenken. Ist aber schwer. Sie müssten in ihren Kreisen, vor denen sie gut dastehen wollen, sagen, dass sie einen Schritt zu weit gegangen sind.


8
 
 2.TIM. 3,1-5 26. November 2022 
 

Warum spricht der Papst nicht ein Machtwort.

Der Papst müsste ein eindeutiges Machtwort sprechen eine eindeutige Entscheidung treffen. Wenn ich als Unternehmer immer nur den Finger hebe und unternehme ändert sich auch nichts. Oder will der Papst nichts unternehmen.


6
 
 Thomasus 26. November 2022 
 

Synodaler Weg

man kann nur hoffen das die Romtreuen Bischöfe so schnell wie möglich diesen Irrweg verlassen. So kann man ein Zeichen für die noch treuen Katholiken in Deutschland setzen . Dank an Kardinal Müller der hier noch einmal klar aufzeigt in was für einen Sumpf Bätzing und Co geraten sind .


8
 
 UnivProf 26. November 2022 
 

Schizophrenie

Eine Trennung von privatem und öffentlichen Leben wie in der neuen arbeitsrechtlichen Regelung ist totaler Unsinn. Private Untreue und Unmoral schade der Öffentlichkeit und der Glaubwürdigkeit der Kirche nicht? Eine Einladung für Wölfe im Schafspelz?


8
 
 Johannpeter 26. November 2022 
 

Die Kirchenzerstörer im Bischofsgewand erhielten eine Abfuhr!

Es wird ohne das angedachte Moratorium nicht weitergehen können. Die katholische Kiche in Deutschland benötigt einen christlichen Neuanfang! Neuevangelisierung ist unverzichtbar. bischöfe ohne Glauben, müssen abgesetzt werden.Die Kirche verträgt nicht so viele Antichristen im Bischofsamt.


8
 
 DrFelix 26. November 2022 
 

Bestätigend

Card. Müllers Darstellung überrascht nicht. Was ich mir jedoch wünschen würde: Ein kleines Bändchen oder eine Serie (hier, in der Tagespost,...), die sich mit den Grund-, Orientierungs- und Handlungstexten des "syn. Weges" theologisch dogmatisch auseinandersetzt und dem Laien (wie mir) zeigt, wie sich gegen diesen Wahn argumentieren lässt. Bitte, Eminenz!


8
 
 SalvatoreMio 26. November 2022 
 

Oh, Gott!

So kann man nur noch ausrufen nach diesem Artikel! Kardinal Müller, der dem Geschen viel näher ist als andere, zeigt uns noch klarer auf, was sich da abgespielt hat. In den Kirchengemeinden vor Ort stirbt das Glaubensleben; ringt ums Überleben! Interessant ist Kirche als "soziale Einrichtung" - wie Kardinal Müller es beschreibt.


11
 
 hape 26. November 2022 

Die Sache mit Wölki ist der Hammer.

Zeigt aber den tiefen Abgrund der verweltlichten Moral, in dem die Mehrheit der DBK hoffnungslos versunken ist. Das sind Leute, die sich über geltendes Recht hinwegsetzen, die jede Mitbrüderlichkeit vermissen lassen und jeden ausgrenzen, der nicht ihrer Meinung ist. Was wollen mir solche Leute eigentlich über Moral, über gut und böse, über Recht und Unrecht erzählen?

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass diese Typen das synodale Ruder herumreißen werden, wie es von Ladaria/Quellet verlangt wurde. Wenn Kardinal Müller mit seiner Einschätzung recht behält, dann wird Rom um die Verhängung des Moratoriums nicht herum kommen.


15
 
 Jothekieker 26. November 2022 
 

Rom muß seine Möglichkeiten nutzen

In Paderborn und Bamberg stehen Bischofsernennungen an. Hier kann Rom ein Zeichen setzen.


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