Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  2. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  3. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  6. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  7. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  8. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  9. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  10. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  11. US-Vizepräsident Vance wird erneut beim „March for Life“ teilnehmen und sprechen
  12. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  13. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!
  14. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  15. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"

Kredit-Verweigerung durch Vatikanbank kostete 24 Millionen Euro

20. März 2023 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Neue Erkenntnisse bei Prozess um Vatikanbank


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Beim Prozess um mutmaßlichen Betrug und Unterschlagungen im Vatikan sind am Freitag neue Details bekannt geworden. In Vernehmungen am 52. Prozesstag am Freitag im Vatikan wurden unter anderem unklare Kompetenzen und handwerkliche Fehler deutlich, die zu millionenschweren Verlusten führten.

So soll nach Angaben eines Zeugen allein die sogenannte Vatikanbank IOR einen Schaden von 24 Millionen Euro verursacht haben, indem sie dem Staatssekretariat einen dringend benötigten Kredit verweigerte. Da der Kredit ausblieb, musste die Behörde im Zusammenhang mit dem Immobiliengeschäft knapp zwei Jahre lang monatlich eine Million Euro an Kreditraten und Zinsen zahlen.

Die Weigerung der Bank sei derart unverständlich und schädlich gewesen, dass die Vatikanpolizei beauftragt wurde, gegen die eigene Bank zu ermitteln, um herauszufinden, was der wahre Grund für dieses Verhalten sei. Nach 18 Monaten habe das Staatssekretariat dann aber mithilfe der vatikanischen Güterverwaltung APSA einen anderen, günstigen Kredit erhalten.


Wichtigster Zeuge am 52. Prozesstag war die Nummer drei im Vatikan, der sogenannte Substitut, Erzbischof Edgar Pena Parra. Sein Vorgänger, Kardinal Angelo Becciu, ist der prominenteste Angeklagte in dem Strafprozess. Mit Becciu steht erstmals in der Kirchengeschichte ein Kardinal als Angeklagter vor einem vatikanischen Gericht.

Am Vortag hatte Pena Parra beim 51. Prozesstag zu verstehen gegeben, dass der Vatikan bei dem verlustreichen Immobiliengeschäft offenbar Betrügern aufgesessen ist. Pena Parra sprach von einer "Täuschung". Der Vatikan habe für Millionenbeträge Anteile an einer Investmentgesellschaft erworben, die aber in Wahrheit nur aus "leeren Schachteln" bestanden habe.

Letztlich geht es in dem Prozess um die Finanzierung einer Londoner Geschäftsimmobilie, die vom vatikanischen Staatssekretariat ab 2014 als Anlageobjekt für einen dreistelligen Millionenbetrag erworben wurde. Später wurde sie unter hohen Verlusten wieder verkauft.

Pena Parra, der seit Oktober 2018 im Staatssekretariat tätig ist, wurde nach der Absetzung seines Vorgängers Becciu durch den Papst mit der Abwicklung und mit dem Ausstieg aus dem verlustreichen Geschäft beauftragt.

Pena Parra legte am 51. Pozesstag dar, dass der frühere Verwaltungsleiter, Erzbischof Alberto Perlasca, entscheidende Dokumente ohne Genehmigung und Vollmacht unterzeichnet habe. Er selbst habe, als er die Leitung im Staatssekretariat übernahm, von seinem Vorgänger keine Informationen bekommen. Solche Übergaben bei Wechseln im Amt seien im Vatikan nicht üblich.

Im Dezember 2018 habe es ein Treffen mit Papst Franziskus und externen Finanzexperten gegeben, so Pena Parra weiter. Der Papst habe die Anweisung gegeben: "Fang von vorne an und verliere so wenig Geld wie möglich." Am Ende habe der Vatikan 15 Millionen Euro zahlen müssen, um aus dem Deal auszusteigen.

In dem Strafprozess, der im Juli 2021 begonnen hat, sind neben Becciu noch neun weitere Personen angeklagt. In dem Verfahren geht es um Unterschlagung, Korruption, Erpressung, Geldwäsche, Betrug, Amtsmissbrauch und Urkundenfälschung.

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  6. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  7. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  8. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  9. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  10. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  11. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  12. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  13. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom
  14. "Ich glaube, dass Gott das erste Selfie geschossen hat.“
  15. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz