Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  2. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  3. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  4. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  5. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  6. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  7. Papstprediger: KI zeigt „gewisses Etwas auf, das nur wir tun können“
  8. Nicht nur Kardinäle an der Spitze: Papst ändert Vatikanverfassung
  9. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan
  10. 'Für mich gilt: Mein Leben liegt in der Hand Gottes'
  11. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  12. Cantare amantis est. Der Chor: Ikone der Kirche. Die Freilegung des Glaubensgeheimnisses im Gesang
  13. R.I.P. Martin Lohmann
  14. "Hassprediger und Hofnarr"
  15. Britische Gesundheitsbehörde gibt Zahlen zu Covid-Impfung und Übersterblichkeit nicht bekannt

Was ist das "Dritte Geheimnis von Fatima“?

22. April 2023 in Buchtipp, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Bitte des Papstes vor 500 000 Menschen in Fatima hatte etwas Beschwörendes. - Auszug 4 aus dem neuen Benedikt-Bestseller-Buch von Peter Seewald


München  (kath.net)

Am 11. Mai 2010 brach Benedikt nach Portugal auf, um Lissabon und Fatima zu besuchen. Der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa zeigte sich von der Reise so beeindruckt, dass er den Papst als einen der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart bezeichnete, dessen „neue und kühne Reflexionen“ Antwort gäben „auf die moralischen, kulturellen
und existenziellen Probleme unserer Zeit“.

In Lissabon hatten sich 300 000 Gläubige versammelt, um mit dem Papst Gottesdienst zu feiern. Benedikt XVI. hob dabei die oft so mühevoll erreichten sozialen und kulturellen Errungenschaften des Christentums hervor. Bei der Begegnung mit Kulturschaffenden forderte er angesichts der immer schwerer zu erfassenden Phänomene der Moderne nicht nur den interreligiösen, sondern auch einen interkulturellen Dialog. Angelpunkt dieses Dialogs müsse es sein, „eine Weltbürgerschaft zu bilden, die auf die Menschenrechte und die Verantwortung der Bürger gegründet ist, unabhängig von ihrer ethischen und politischen Zugehörigkeit und respektvoll gegenüber ihrer religiösen Überzeugung“.

Im „Dritten Geheimnis von Fatima“, so hatte Benedikt bereits auf dem Hinflug nach Portugal erklärt, würden auch „Realitäten der Zukunft der Kirche aufgezeigt, die sich nach und nach entfalten“.

Die Botschaft von Fatima, wo am 13. Mai 1917 die Muttergottes drei Hirtenkindern erschienen war, nannte Ratzinger einmal die prophetischste Vision der Moderne. Die Weissagungen, die von einem der Seherkinder aufgeschrieben wurden, durften lange Zeit nicht veröffentlicht werden. Beim ersten ging es um einen Blick in die Hölle, beim zweiten um die Vorhersage, dass dem Ersten Weltkrieg ein zweiter folgen würde, falls die Menschen nicht aufhörten, Gott zu beleidigen und Russland sich nicht bekehre. Das „Dritte Geheimnis von Fatima“, das einen Bischof in Weiß beschreibt, der „halb zitternd und mit wankendem Schritt“ durch eine zerstörte Stadt zieht und von Soldaten getötet wird, als er vor einem Kreuz niederkniete, deutete Ratzinger als Sinnbild für den Weg der Kirche durch das 20. Jahrhundert – und als eine weiter gültige Warnung vor der Entfremdung vom Glauben. An diesem Ort sei etwas geschehen, „um uns an Wahrheiten des Evangeliums zu erinnern“. Fatima sei „ein Werk der liebenden Vorsehung Gottes“, das im Übrigen nicht die Kirche „durchgesetzt hat“, sondern „es war Fatima, das sich in der Kirche
behauptet hat“.

Christus habe vorausgesagt, „dass die Kirche auf verschiedene Weise immer leiden würde bis zum Ende der Welt“. Gerade heute könne man in der Botschaft von Fatima „auf wahrhaft erschreckende Weise“ eine altbekannte Tatsache erkennen. Sie laute: „Die größte Verfolgung der Kirche kommt nicht von den äußeren Feinden, sondern erwächst aus der Sünde in der Kirche.“ Darum sei es für die Kirche „zutiefst notwendig, dass sie neu lernt, Buße zu tun, die Reinigung anzunehmen; dass sie einerseits zu vergeben lernt, aber auch die Notwendigkeit der Gerechtigkeit sieht“.

Die Bitte des Papstes vor 500 000 Menschen in Fatima hatte etwas Beschwörendes.

Er sagte: „Seien wir realistisch darauf gefasst, dass das Böse immer angreift, von innen und von außen, aber dass auch die Kräfte des Guten immer gegenwärtig sind, und dass letztlich der Herr stärker ist als das Böse.“ Und weiter: „Wer glaubt, dass die prophetische Mission Fatimas beendet sei, der irrt sich.“ Dabei sprach er einen Satz aus, der viele schockieren musste: „Dem Menschen ist es gelungen, einen Kreislauf des Todes und des Schreckens zu entfesseln, den er nicht mehr zu durchbrechen vermag.“ Umso wichtiger sei es deshalb, sich zu vergegenwärtigen, dass die Botschaft von Fatima „nicht auf bestimmte Andachtsübungen abzielt, sondern auf die grundlegende Antwort, das heißt die ständige Umkehr, die Buße, das Gebet und die drei göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe“.


kath.net Buchtipp
Benedikts Vermächtnis. Das Erbe des deutschen Papstes für die Kirche und die Welt
Von Peter Seewald
ISBN: 9783455012583
Hoffmann und Campe Verlag 2023
Hardcover, 400 Seiten
Preis: Euro 25,70


Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Chris2 23. April 2023 
 

@winthir

Vielleicht, dass es oft nicht genügt, ein wenig zu fasten und zu beten, wenn man sein Leben nicht ändern will und die Liebe zu Gott nicht entfacht? Dass es erst recht nichts bringt, nichts davon zu tun, ist sowieso klar...


1
 
 proetcontra 23. April 2023 

@winthir

Ich interpretiere das so, dass - nicht wie oft zu lesen - das Beten des Rosenkranzes (allein) im Vordergrund der Botschaft steht, sondern die "die ständige Umkehr, die Buße, das Gebet und die drei göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe“.


0
 
 winthir 22. April 2023 

Die Botschaft von Fatima ziele nicht auf bestimmte Andachtsübungen ab -

was meinte Papst Benedikt wohl damit?


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Martin Lohmann
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  4. Fairer Streiter für die Wahrheit – Ein Nachruf auf Dr. h.c. Martin Lohmann (14.3.1957-24.11.2025)
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  7. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  8. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  9. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  10. Nicht nur Kardinäle an der Spitze: Papst ändert Vatikanverfassung
  11. "Hassprediger und Hofnarr"
  12. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  13. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  14. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  15. "Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt"

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz