Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  4. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  5. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  13. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  14. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  15. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter

"Wo bleibt das Fleisch?"

23. Mai 2023 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Otti's Optik: Vollendung, nicht Verwesung - Kommentar von Franz Norbert Otterbeck


Rom (kath.net)

"Where is the beef?" Um 1984 war dieser Werbespruch in USA in aller Munde. Die Burger, für die damit geworben werden sollte, waren es damals nicht und sind es heute nicht. Der Kraftspruch wehte sogar durch die Politik, als sich Gary Hart (eigentlich: Hartpence) und Walter Mondale beharkten. Das sind heute vergessene Politiker, die vielleicht schon die Verwesung schauen. Wo bleibt es nur, das welke Fleisch? Ach ne, gerade 'gegoogelt': der coole 'Hartpfennig' im 88. Lebensjahr wandelt noch unter uns, hineingerettet in die vegane Ära fleischloser Propheten. Aber die Tage werden kürzer.

Vorige Tage wollte ich einer Freundin klarmachen, dass die Sakramente der Kirche, hier speziell die Krankensalbung, eine wirkliche Realität transportieren. Es blieb ihr unbegreiflich. Sie räumte ein, dass eine Art Autosuggestion zwar vorliegen könne. Wer früh ein Geschwisterkind verloren habe, beispielsweise, sei vielleicht aufgeschlossener für naiven Selbsttrost, bis hin in die Bierzelte der Wies'n: "Ein Münch'ner im Himmel!" So drollig, so originell, wie er da auf seinem Wölkchen sitzt!

Da die Krankensalbung sündenvergebende Wirkung hat, kann sie nur vom Priester gespendet werden, wie es schon der Jakobusbrief festhält. Und das bedeutet, für die Ohren der heutigen Geschlechtsmodellierer -  infamerweise: nur von einem zum Priester geweihten Mann. Denn der schnöde Realismus der Kirche Christi in Ost und West verlangt, dass es zur realen Repräsentanz Christi als des 'Hauptes der wahren Kirche', nach seiner Weisung, erforderlich ist, dass auch der Ausspender der, auf die Autorität des Herrn gestützten, zentralen Gnadengaben exakt der "materiellen Basis" bedarf, die den einzigen Erlöser der Menschheit kennzeichnet. Jesus ist Mann. Das aber keineswehs zufällig, sondern sinnstiftend, normativ auch für die Relation von Männern und Frauen in der Kirche.


Denn die Erlösung ist fleischlich. Die materielle Schöpfung kippt am Ende der Zeiten nicht in ein Nirwana, einen Morphiumrausch, betäubt, verloren. Uns erwartet eine neue Welt, die aber keine "new world order" im Knast der Zeit ist, die nicht bleibt. Der Himmel ist oben, nicht vorne. Denn kein Mensch in der Geschichte erreicht je das, was "vorne" ist. Die 'vanitas' rächt sich: 'carpe diem'; und trau' um kein Haar dem nächsten Tag. In Wahrheit liegen Zeit und Ewigkeit als zwei Aspekte der Realität allein in Gottes Hand. Der Mensch stirbt nicht an einer Krankheit, sondern weil Gott der Herr ein Leben in sein Reich abberuft. Daran ist schwer zu knacken. Doch gerade das ist der Sinn der christlichen Existenz. Diese Kluft ist nicht nur auszuhalten, versehen mit der "Tröstungen" der heiligen Kirche, sondern zu schließen. Der tröstliche Weinkeller im Priesterhaus ist nicht das höchste der Gefühle, als ob es zu frommen Zeiten dort keine "Kultur" gehabt hätte, ohne fette Zusatzaltersversorgung, nach gelangweilt durchgestandenem Nichtstun. "Gotteslohn" war früher kein Spottwort. Übrigens: Ein Amtsgerichtsdirektor belastete sich unaufgefordert selbst, als er, ohne jede Kritik von mir, an seiner dilatorischen Verfahrensleitung, genervt beteuerte: "Ich sitze ja nicht den ganzen Tag im Büro und tue nichts." Nein. Nach Feierabend tut er auch zuhause nichts (oder fast nichts). Schlimmer noch die Domschattengewächse. Die bringen es vielleicht auf eine Viertelstunde "pastoraler Wirkung" am Tag. Klar. Dass der Verfallenheit preisgegebene Menschenfleisch bedarf keiner Seel-Sorge mehr. Warum dann nicht gleich Menschen an Menschen verfüttern, wie im Film 'soylent green' schon für 2022 prophezeit? Kann ja auch noch ein paar Jahre später eintreffen. Denn der Malthusianismus wurde bisher immer und immer wieder widerlegt. Nicht die "Bevölkerungsexplosion" ist die zentrale Gefahr für die Menschheit, sondern die Anbetung des Todes. Wenn "alles aus" ist, am Tag X, erübrigt sich ja jedes Rechtfertigungsgeschwätz, das inzwischen "progressive" Protestanten wie Katholiken gleichermassen gelangweilt fallen lassen. Anstatt die wirkliche Nachfrage zu befriedigen - wo ist Gott und wohin pilgert mein Fleisch? - schickt uns der "synodale Ausschuss" (10% Ausschuss hat man immer!) auf die Reeperbahn der Selbstvergottung.

Gegen fleischloses Essen ist nichts sagen, bei denen, denen es guttut. Gegen die "fleischlose" Ewigkeit protestiere ich. Sie ist kein Abstraktum, kein spekulativer "Ineinsfall aller Zeitpunkte". Unsere Vorstellungen müssen anthropomorph bleiben. Denn wir leben in dieser Welt und ohne die fünf, sechs oder sieben Sinne erfahren wir nichts aus der wirklichen Welt. Where is the beef? Der Leib Christi wird es uns erweisen! Für unsere liebe Mutter (86), die am Festtag der hl. Sophie von Rom, am 15. Mai, ganz friedlich von uns ging, war der Fall klar. Maria ist im Himmel und bittet für uns. "Denn sonst könnte sie ja nicht, wie in Fatima, auf Erden erscheinen." Das ist eine logische Aussage, die von ihrer Richtigkeit nichts einbüßt, wenn man ihr die matten Glaubenszweifel dieser Welt entgegenhält. Unsere Zukunft in Christus ist "real" eine ziemlich harte Währung. Und was lange währt, das wird endlich gut. Niemand kann mir die fromme Meinung rauben, dass dieses "alte Schlachtross" kaum mehr als drei Tage "purgatoire" zu durchleiden hatte. "Resurrexi - et adhuc tecum sum ..." ließ sie 2017 ihrem eher treulosen Gatten auf das Gebetsbild drucken, immer noch eine treue Seele. Der Philosoph, der mit Papst Paul VI. eng befreundet war, Jean Guitton, zitierte gern J.H. Newman, wenn auch ins Französische übertragen: 'Dix mille problèmes ne font pas un doute." Zehntausend Probleme - in Glaubensdingen - ergeben noch keinen Zweifel." Wir wissen fast nichts über die jenseitige Welt. Aber wir hegen keinen Zweifel: Am Schluss kommt wieder "Fleisch dran" an die oder das 'Lebens-geschichte'. So Gott will und wir ewig leben.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Otti's Optik

  1. Salzburg '23: Die "letzte" Hochschulwoche?
  2. Kein Himmel mehr voller Geigen
  3. Anmache oder Mache oder beides - kreuz und queer?
  4. "Veni Sancte Spiritus"
  5. "Die nächste Messe? Am Sonntag!"
  6. "Der Lauf der Welt"
  7. Hirtensorge und Selbstmästung
  8. 'Klappe zu, Affe tot!'
  9. Ein gutes Zeugnis für Papst Benedikt
  10. Die "volltrunkene" Vollversammlung







Top-15

meist-gelesen

  1. Die Würde des Menschen kennt keine Grenze: In den Augen Gottes ist niemand unsichtbar
  2. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  3. „Die hl. Märtyrer von Międzyrzecz waren Menschen aus Fleisch und Blut, die bereit waren…“
  4. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  5. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  6. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  7. Wer ist der Mann auf dem Tuch?
  8. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  9. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  10. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  11. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  12. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  13. Fast der gleiche Glaube?
  14. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  15. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz