Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  2. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  3. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  4. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  5. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  6. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  7. Beschließen ohne zu entscheiden?
  8. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  9. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  10. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  11. Der stumme Gott unserer Zeit
  12. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  13. Frankreich: Neues Gesetz bestraft Versuch, von Suizidhilfe abzuhalten
  14. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  15. Junge Katholiken suchen in der Kirche lehramtliche Klarheit und nicht Anpassungsfähigkeit

‚Untergräbt die katholische Lehre’ – Kardinal Burke warnt vor ‚populistischer Rhetorik’

23. August 2023 in Weltkirche, 26 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Barmherzigkeit und Gerechtigkeit würden zu Gegensätzen gemacht, ebenso Zuhören und Lehren. Tatsächlich hätten die rechtliche und die pastorale Dimension der Kirche das gleiche Ziel.


Vatikan (kath.net/LifeSiteNews/jg)
Raymond Kardinal Burke, der frühere Präfekt der Apostolischen Signatur, hat in einem Artikel auf seiner Internetseite Kritik an der „populistischen Rhetorik“ geübt, die sich auch in der Sprache von Papst Franziskus finde. Diese enthalte „Parolen einer Ideologie, die das ersetzt, was für uns unersetzbar ist: die Lehre und Ordnung der Kirche“.

In einem auf den 9. Mai datierten Artikel mit dem Titel „Ordnung und Lehre: Das Gesetz im Dienst von Wahrheit und Liebe“, der Anfang August auf seiner Internetseite veröffentlicht worden ist, beschreibt Burke die Aushöhlung der kanonischen Ordnung der Kirche. Seit der Periode kurz vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil und noch verstärkt in der Zeit nach dem Konzil seien die Grundlagen der kanonischen Ordnung der Kirche in Frage gestellt worden.

Die Krise habe die selben Wurzeln, welche eine moralische und kulturelle Revolution inspiriert hätten, die das Naturrecht, die Moral und das gesellschaftliche Leben zugunsten eines historischen Ansatzes in Frage gestellt hätten, der die Natur des Menschen und die Natur selbst neu definiert habe. An Stelle einer substantiellen Identität sei eine veränderliche Identität getreten, von der manche in naiver Weise angenommen hätten, sie verändere sich stets zum Besseren. Der so genannte „Geist des Konzils“, der eine politische Bewegung sei, die sich von der ewigen Lehre und Ordnung der Kirche getrennt hätte, habe die Situation noch verschärft, analysierte der Kardinal.


In den letzten Jahren seien das Gesetz und die Lehre der Kirche wiederholt in Frage gestellt worden, weil sie eine wirksame Pastoral unter den Gläubigen unmöglich machen würden. Vieles der Unordnung sei im Zusammenhang mit einer „populistischen Rhetorik“ über die Kirche und ihre Ordnung entstanden.

Es seien neue kirchenrechtliche Regeln veröffentlicht worden, welche nach Burkes Ansicht außerhalb der kanonischen Tradition stehe. Als Beispiel nannte er den Prozess der Annullierung einer Ehe. Diese betreffe eine Grundlage des Lebens in der Kirche und der Gesellschaft, nämlich Ehe und Familie.

In der Folge bezog sich Kardinal Burke auf verschiedene Stichworte, die jetzt in der Kirche in einer Weise verwendet würden, welche die ständige Lehre und Ordnung der Kirche zu ersetzen scheinen. Worte wie „Pastoral“, „Barmherzigkeit“, „Zuhören“, „Unterscheidung“, „Begleitung“ und „Integration“ hätten ihren Platz in der Lehre und Ordnung der Kirche. Sie würden aber jetzt in einer neuen Bedeutung und ohne Bezug zur Tradition verwendet, kritisierte Burke. Lehre und Ordnung der Kirche würden hingegen als „pharisäisch“ dargestellt, als kalte oder harte Reaktion auf Gläubige, die in irregulären Situationen leben würden. In dieser Sichtweise würden Barmherzigkeit und Gerechtigkeit als Gegensätze gelten, ebenso wie Zuhören und Lehren. Die Perspektive des ewigen Lebens werde zugunsten einer populären Sicht der Kirche aufgegeben, in der sich alle „zu Hause fühlen“ sollten, selbst wenn ihr tägliches Leben in offenem Widerspruch zur Wahrheit und Liebe Christi stehe.

Kardinal Burke scheute auch nicht zurück, Papst Franziskus als eine der Personen anzusprechen, welche die kritisierte „populistische Rhetorik“ verwenden. Sie gehöre zur Sprache von Franziskus, wenn dieser sich umgangssprachlich ausdrücke, beispielsweise bei Interviews im Flugzeug oder mit Nachrichtenmedien oder in spontanen Ansprachen an verschiedene Gruppen. Der Kardinal betonte dabei den Unterschied zwischen der Kritik an der Person Franziskus und am Papst. Kritik an Franziskus werde oft als Kritik am Heiligen Vater ausgelegt. Franziskus spreche oft als Person. Sogar in manchen Dokumenten weise Franziskus darauf hin, dass er keine lehramtliche Stellungnahme vorlege, sondern seine persönlichen Gedanken. Die Unterscheidung zwischen den „beiden Stimmen von Franziskus“ sei keine Respektlosigkeit gegenüber dem Papsttum, betonte der Kardinal.

Gleichzeitig warnte er davor, dass die unkorrekte Verwendung der „populistischen Rhetorik“ zur Verwirrung in der Kirche beitrage.

Eine authentische Interpretation des Verhältnisses zwischen Gesetz und Pastoral habe Papst Johannes Paul II. in seiner Ansprache an die römische Rota im Jahr 1990 gegeben. Johannes Paul II. habe festgestellt, dass die rechtliche und die pastorale Dimension in der Kirche auf Erden untrennbar miteinander verbunden seien. Sie seien in Harmonie, weil sie ein gemeinsames Ziel hätten, nämlich die Rettung der Seelen.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Glaube

  1. Spanische Bischofskonferenz beleuchtet Verhältnis von Verstand und Emotion im persönlichen Glauben
  2. „Broken Mary“ - Papst segnet die außergewöhnliche Marienstatue „Unsere Mutter der Beschädigten“
  3. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970
  4. Rekordjahr für Alpha-Glaubenskurse in Österreich
  5. Wird der katholische Kinohit „Sacré Cœur“ auch in deutscher Version kommen?
  6. Pater Dominikus Kraschl OFM: „Extra Christum nulla salus?“
  7. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  8. Entfremdung und Annäherung – Für einen Katholiken in Deutschland gibt es doch immer noch Rom
  9. Ich bin Staatsanwältin – und ich bete
  10. "Der Wind dreht sich. Es gibt immer mehr Menschen, die sich die Frage nach Gott stellen"







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  4. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  5. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  6. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  7. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  8. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  9. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  10. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  11. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  12. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  13. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  14. Beschließen ohne zu entscheiden?
  15. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz