Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  5. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  6. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  7. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  8. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  11. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  12. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  13. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  14. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  15. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund

Gedenken an Judendeportationen in Rom - Meier: Ein Christ muss aktiv gegen Antisemitismus eintreten

16. Oktober 2024 in Chronik, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bischof Meier/DBK: „Nach dem 7. Oktober und dem Beginn des Krieges in Gaza ist der interreligiöse Dialog an vielen Orten verstummt und sind Freundschaften zerbrochen. Viele Juden fragen sich heute, ob sie wieder zu Fremden geworden sind.“


Berlin (kath.net/DBK) „Der Nationalsozialismus war eine antichristliche Ideologie und die Motive derer, die die Ermordung der europäischen Juden geplant und durchgeführt haben, widersprachen völlig allen christlichen Überzeugungen. Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass die Shoah in Europa stattfand, in einer Kultur, die zutiefst vom Christentum geprägt ist. Alle, die an der Verhaftung, Deportation und Ermordung der Juden beteiligt waren, hatten die Zehn Gebote gelernt. Sie alle kannten das Gebot ‚Du sollst nicht töten!‘. Die Shoah bleibt ein schmerzhafter Stachel im Fleisch der Christenheit.“ Diese Auffassung hat heute (15. Oktober 2024) in Rom der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Bertram Meier (Augsburg), vertreten. Er sprach beim Gedenken der Initiative „Ricordiamo Insieme“ an die Judendeportationen in Rom 1943, das heute auf dem Peterplatz stattgefunden hat. Die Razzia der Nationalsozialisten in Rom war am 16. Oktober 1943 zu Beginn des jüdischen Laubhüttenfestes. Mehr als 1.250 Jüdinnen und Juden, vor allem Frauen, Kinder und alte Menschen, wurden aus ihren Wohnungen gezerrt, verhaftet und zum größten Teil nach Auschwitz-Birkenau transportiert.


„Die Erinnerung an die Razzia des 16. Oktober erfüllt mich als deutschen Bischof mit Scham. Denn es waren Deutsche, die die Razzia geplant und durchgeführt haben. Es waren Deutsche, die jüdische Menschen verfolgt und verhaftet haben, in klarem Bewusstsein, dass sie ermordet werden, und diese Razzia fand hier in Rom, im Herzen der katholischen Kirche, statt“, so Bischof Meier. Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil habe die Kirche ihr Verhältnis zum Judentum in der Erklärung Nostra aetate grundlegend reformiert. Das bedeute heute, dass ein Christ aktiv gegen Antisemitismus eintreten müsse. Bischof Meier beklagte in seinem Grußwort, dass der Terrorangriff der Hamas und der Anstieg des Antisemitismus die jüdischen Gemeinden in Europa zutiefst verunsichere: „Nach dem 7. Oktober und dem Beginn des Krieges in Gaza ist der interreligiöse Dialog an vielen Orten verstummt und sind Freundschaften zerbrochen. Viele Juden fragen sich heute, ob sie wieder zu Fremden geworden sind.“ Deshalb bleibe der 7. Oktober auch eine Herausforderung für die Christen, so Bischof Meier. „Es ist unsere Pflicht, dem Antisemitismus im Alltag zu widersprechen, und es ist unsere Pflicht, Jüdinnen und Juden beizustehen, wenn sie angegriffen werden. Es bleibt unsere Aufgabe, den christlich-jüdischen Dialog und die Freundschaften, die zwischen Juden und Christen entstanden sind, weiter zu pflegen.“

Bischof Meier sprach auf dem Petersplatz bei der Gedenkveranstaltung der Vereinigung „Ricordiamo Insieme“. Sie ist eine Gründung von drei jüdischen Römerinnen, Grazia, Rivka und Sara Spizzichino, deren Großtante Settimia Spizzichino die einzige Frau war, die die Deportation am 16. Oktober 1943 überlebt hat, und dem deutschen Ehepaar Friederike und Tobias Wallbrecher. Seit 2012 erinnert „Ricordiamo Insieme“ mit verschiedenen Gedenkmomenten an die Shoah und an christlichen Antijudaismus. Der Gedenkveranstaltung auf dem Petersplatz schloss sich ein Fußweg zum ehemaligen Collegio militare an, wo die meisten Juden damals vor ihrer Deportation inhaftiert wurden.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Jothekieker 16. Oktober 2024 
 

Wie verträgt sich das mit der Förderung der illegalen Einwanderung?

Der aktuelle Antisemitismus in Deutschland ist grötenteils importiert. In den Stadtvierteln, in denen vom Tragen einer Kippa abzuraten ist, wohnen kaum noch Deutsche.
Wer den Antisemitismus also verhindern will, sollte als erstes die Finanzierung der Schleuserboote einstellen. Da haben einige deutsche Bischöfe noch Handlungsbedarf.


3
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Europas Zukunft im Licht des Evangeliums
  2. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  3. Der Katholik Tolkien wird in der anglikanischen Westminster Abbey ein Denkmal erhalten
  4. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  5. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  6. Was ich als Priester von Fulton Sheen gelernt habe
  7. Papst an Klausurschwestern: „Der Herr ruft euch, seine Zeuginnen in Stille, Kontemplation zu sein“
  8. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  9. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  10. „Die hl. Märtyrer von Międzyrzecz waren Menschen aus Fleisch und Blut, die bereit waren…“
  11. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  12. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  13. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  14. Wer ist der Mann auf dem Tuch?
  15. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz