Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  2. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  3. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  4. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  5. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  6. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  7. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  8. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  9. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  10. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  11. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  12. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  13. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  14. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  15. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!

„Doctor, will you pray for me?”

30. Dezember 2024 in Chronik, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Krankenhäuser und Pflegeheime sollen mehr in die spirituelle Betreuung investieren. Davon profitieren nicht nur Patienten sondern auch das medizinische Personal, zeigen aktuelle Studien.


Wien (kath.net / imabe) In der Betreuung schwerkranker und sterbender Menschen sind nicht nur medizinische Behandlungen gefragt, sondern auch spirituelle Begleitung. Das geht aus einem Beitrag des österreichischen IMABE-Instituts (Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik) hervor.

Im klinischen Alltag fehle es oft an Zeit, Wissen oder Mut, um Patienten auf ihre existenziellen Bedürfnisse anzusprechen. Experten plädieren deshalb für eine gezielte Ausbildung des Gesundheitspersonals sowie eine Aufwertung von Seelsorgern im klinischen Alltag.

Auf spirituelle Nöte einzugehen, könne helfen, mit Krisen besser umzugehen, aber das Gesundheitspersonal schätzt seine eigenen Kompetenzen dafür nur mäßig ein, zeigt eine in der Fachzeitschrift „Medizinische Klinik – Intensivmedizin und Notfallmedizin“ veröffentlichte Studie. Es brauche entsprechende Ressourcen, resümiert das interdisziplinäre Forscherteam des Universitätsklinikums Düsseldorf.

Die Wissenschaftler untersuchten die spirituellen Kompetenzen von Notfall- und Intensivpersonal mithilfe des Spiritual Care Competence Questionnaire (SCCQ). Insgesamt nahmen 465 Ärzte (50 Prozent Frauen, durchschnittlich 4 Berufsjahre) und 86 Pflegefachkräfte (80 Prozent Frauen, durchschnittlich 12,7 Berufsjahre) an der Studie teil.


Das Ergebnis: Das Notfall- und Intensivpersonal schätzt die eigenen spirituellen Kompetenzen als eher niedrig ein. Die persönliche Spiritualität und Gläubigkeit bzw. Distanz dazu beeinflussten dabei ihre Spiritual-Care-Kompetenzen. Zeitmangel, Konzentration auf medizinische Befunde und „Unwohlsein“ wurde seitens des Gesundheitspersonals als Barrieren genannt.

Das Eingehen auf spirituelle Nöte kann Patienten und Angehörigen helfen, zeigen Studien. Spiritual Care sei deshalb „nicht bloß Sache der Krankenhausseelsorge, sondern auch eine Aufgabe des Gesundheitspersonals“, schreiben die Wissenschaftler. Angesichts der sinkenden konfessionellen Bindung in der Bevölkerung brauche es „verstärkte Schulungen im Bereich Spiritual Care“.

Diakonie und Caritas entwickelten vor vier Jahren ein interprofessionelles Fortbildungscurriculum namens „Spiritual/Existential Care interprofessionell“, welches Pflegekräfte auf die spirituellen Bedürfnisse ihrer Patienten vorbereitet. 85 Prozent der Teilnehmenden gaben an, nach der Schulung häufiger auf die spirituellen Anliegen ihrer Patienten einzugehen; sie wünschten sich jedoch mehr Zeit für Gespräche über spirituelle Themen.

In den USA forscht Robert Klitzman, Professor für Psychiatrie an der Columbia University, an der Rolle von Seelsorgern im Gesundheitssystem. Die Ergebnisse seiner Studie erschien 2024 unter dem Titel „Doctor, will you pray for me? Medicine, chaplains, und healing the whole person“. Auch er ermutigt Krankenhäuser und Pflegeheime, mehr in spirituelle Betreuung zu investieren.

Die meisten Menschen fürchten den Tod und haben in herausfordernden Momenten ein starkes Bedürfnis, über spirituelle Themen oder ihr eigenes Leben zu sprechen. „Angesichts neuer Technologien, schwindender Religionen, sich wandelnder Glaubensrichtungen, zerfallender Gesundheitssysteme, einer alternden Bevölkerung und des Burnouts des Gesundheitspersonals nach Covid sind Seelsorger wichtiger denn je. Aber sie werden oft nicht wertgeschätzt“, bedauert Klitzmann.

Häufig seien Seelsorger die einzigen Mitarbeiter, die Zeit hätten, ausführliche Gespräche mit Patienten und Angehörigen zu führen. Dadurch gewinnen sie das Vertrauen der Patienten und erlangen tiefere Einsicht in deren körperliche, emotionale und spirituelle Bedürfnisse. Somit sind sie wertvolle Vermittler zwischen Ärzten und Patienten und Angehörigen, betont Klitzman. Außerdem würden Seelsorger auch eine Stütze für das medizinische Personal sein, das mit körperlichen und moralischen Belastungen zu kämpfen hat.

Eine Studie des „Journals of Religion and Health“ von 2017 zeigt, dass Menschen, die ursprünglich keinen Besuch eines Seelsorgers gefordert hatten, die Gespräche später als sehr wertvoll bezeichneten. In einer 2009 veröffentlichten Studie des „Journals of Clinical Oncology“ zeigte sich, dass unheilbar krebskranke Patienten, die Unterstützung eines Seelsorgers erhielten, eine um 28 Prozent höhere Lebensqualität erlebten als diejenigen, die sie nicht erhielten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Wir machen da was mit Medien
  2. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  3. Die Ehe: Lebens- und Liebesgemeinschaft - Die Familie: Grundlage der Gesellschaft
  4. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  5. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  6. Spanischer Nationaltrainer legt WM-Pokal der berühmten Marienstatue in Saragossa zu Füßen
  7. Der Rosenkranz als Schule der Christusbetrachtung
  8. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  9. Belgien: Anteil der Euthanasiefälle in den letzten fünf Jahren verdoppelt
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  12. Patrozinium im Mailänder Dom, während draußen Explosionen und Sirenen zu hören sind
  13. War der katholische Soldat Gus March-Phillipps (+1942) ein Vorbild für die Filmfigur James Bond?
  14. „Lourdes ganz nah: Komm und begegne der heiligen Bernadette“
  15. Papst beruft Wiener Uni-Professor Tück in die Internationale Theologenkommission

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz