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Der Stern: Er ist hell, er ist für alle sichtbar und er weist einen Weg

6. Jänner 2025 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Franziskus an Dreikönig: Gott offenbart sich nicht exklusiven Kreisen oder einigen wenigen Privilegierten, sondern er bietet seine Begleitung und Führung jedem an, der ihn mit aufrichtigem Herzen sucht


Rom (kath.net) Feier des Festes der Erscheinung des Herrn mit der heiligen Messe in der Petersbasilika zusammen mit rund 5.000 Gläubigen unter dem Vorsitz von Papst Franziskus.

„Der Stern, der am Himmel sein Licht allen darbietet, erinnert uns daran, dass Gott, der Mensch geworden ist, in die Welt kommt, um jedem Mann und jeder Frau auf der Erde zu begegnen, ganz gleich, welcher Ethnie, welcher Sprache oder welchem Volk sie angehören (vgl. Apg 10,34-35; Offb 5,9), und dass er uns die gleiche universale Sendung anvertraut (vgl. Jes 60,3). Er ruft uns auf, alle Formen der Selektion, Ausgrenzung und Ablehnung von Menschen zu ächten und bei uns selbst und in der Umgebung, in der wir leben, eine starke Willkommenskultur zu fördern, in der die Sperren der Angst und Ablehnung durch offene Räume der Begegnung, der Integration und des Austauschs ersetzt werden; durch sichere Orte, an denen alle Geborgenheit und Schutz finden können.“

„Gemeinsam zu gehen, »ist typisch für diejenigen, die sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens machen« (Bulle Spes non confundit, 5). Und wir können uns beim Anblick des Sterns auch wieder neu dafür entscheiden, Männer und Frauen „des Weges“ zu sein, wie die Christen in den Anfängen der Kirche genannt wurden (vgl. Apg 9,2 und Parallelstellen), immer bewegt von einer gesunden Unruhe, die uns antreibt, neue Gelegenheiten zu suchen, um unsere Herzen weit zu machen und die Bande zu vertiefen, die uns in der Liebe miteinander verbinden.“

Predigt von Papst Franziskus zur heiligen Messe in der Petersbasilika am Hochfest der Erscheinung des Herrn 2025:

»Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen« (Mt 2,2): Das ist das Zeugnis, das die Sterndeuter den Bewohnern Jerusalems geben und mit dem sie ihnen verkünden, dass der König der Juden geboren wurde.

Die Sterndeuter bezeugen, dass sie sich auf den Weg gemacht und ihrem Leben eine neue Richtung gegeben haben, weil sie ein neues Licht am Himmel gesehen haben. Wir können innehalten und über dieses Bild nachdenken, jetzt, da wir das Fest der Erscheinung des Herrn im Heiligen Jahr der Hoffnung feiern. Ich möchte drei Eigenschaften des Sterns hervorheben, von dem uns der Evangelist Lukas erzählt: Er ist hell, er ist für alle sichtbar und er weist einen Weg.

Zunächst einmal ist der Stern hell. Viele Herrscher zur Zeit Jesu nannten sich „Sterne“, weil sie sich für wichtig, mächtig und berühmt hielten. Doch es war nicht ihr Licht – von keinem von ihnen –, das den Sterndeutern das Wunder von Weihnachten offenbarte. Ihr Glanz, künstlich und kalt, das Ergebnis von Berechnung und Machtspielen, war nicht dazu angetan, dem Bedürfnis dieser suchenden Menschen nach etwas Neuem und nach Hoffnung zu entsprechen. Es war vielmehr eine andere Art von Licht, symbolisiert durch den Stern, der erleuchtet und wärmt, indem er brennt und sich verzehren lässt. Der Stern spricht zu uns von dem einzigen Licht, das allen den Weg des Heils und des Glücks zeigen kann: das der Liebe.


An erster Stelle steht die Liebe Gottes, der Mensch geworden ist und sich für uns hingegeben hat, indem er sein Leben geopfert hat. Und dann, als ein Widerschein davon, die Liebe, mit der auch wir füreinander da sein sollen, um mit seiner Hilfe füreinander zu einem Zeichen der Hoffnung zu werden, auch in den dunklen Nächten des Lebens. (…)

So wie der Stern die Sterndeuter mit seinem Leuchten nach Betlehem führte, so können auch wir mit unserer Liebe die Menschen, denen wir begegnen, zu Jesus führen, indem wir ihnen im menschgewordenen Gottessohn die Schönheit des Antlitzes des Vaters (vgl. Jes 60,2) und seine Art zu lieben, die aus Nähe, Mitgefühl und Zärtlichkeit besteht, zeigen. (…) Und das schaffen wir ohne außergewöhnliche Hilfsmittel und ausgeklügelte Methoden, sondern dadurch, dass wir unsere Herzen im Glauben erstrahlen lassen, dass unsere Augen Gastfreundlichkeit ausstrahlen, unsere Gesten und Worte geschwisterlich, voller Güte und Menschlichkeit sind.

Während wir also die Sterndeuter beobachten, die mit zum Himmel gerichteten Augen den Stern suchen, wollen wir den Herrn bitten, dass wir für einander zu Lichtern werden, die zu einer Begegnung mit ihm führen (vgl. Mt 5,14-16). (…)

Und damit kommen wir zur zweiten Eigenschaft des Sterns: Er ist für alle sichtbar. Die Weisen folgen nicht den Angaben eines Geheimcodes, sondern einem Stern, den sie am Firmament leuchten sehen. Sie bemerken ihn; andere, wie Herodes und die Schriftgelehrten, bemerken seine Anwesenheit nicht einmal. Der Stern ist jedoch immer da, für jeden zu sehen, der in den Himmel blickt und nach einem Zeichen der Hoffnung Ausschau hält.

Auch das ist eine wichtige Botschaft: Gott offenbart sich nicht exklusiven Kreisen oder einigen wenigen Privilegierten, sondern er bietet seine Begleitung und Führung jedem an, der ihn mit aufrichtigem Herzen sucht (vgl. Ps 145,18). Ja, oft nimmt er unsere Fragen vorweg und sucht uns, noch bevor wir ihn darum bitten (vgl. Röm 10,20; Jes 65,1).

Genau aus diesem Grund stellen wir in der Krippe die Heiligen Drei Könige mit Merkmalen dar, die alle Altersstufen und Ethnien umfassen – einen jungen Menschen, einen Erwachsenen, einen älteren Menschen, mit den äußeren Merkmalen der verschiedenen Völker der Erde –, um uns daran zu erinnern, dass Gott alle sucht, immer, alle, alle.

Und wie gut tut es uns, heute darüber nachzusinnen, in einer Welt, in der die Menschen und Nationen, obwohl sie mit immer leistungsfähigeren Kommunikationsmitteln ausgestattet sind, anscheinend immer weniger bereit sind, einander in ihrer Vielfalt zu verstehen, zu akzeptieren und zu begegnen!

Der Stern, der am Himmel sein Licht allen darbietet, erinnert uns daran, dass Gott, der Mensch geworden ist, in die Welt kommt, um jedem Mann und jeder Frau auf der Erde zu begegnen, ganz gleich, welcher Ethnie, welcher Sprache oder welchem Volk sie angehören (vgl. Apg 10,34-35; Offb 5,9), und dass er uns die gleiche universale Sendung anvertraut (vgl. Jes 60,3).

Er ruft uns auf, alle Formen der Selektion, Ausgrenzung und Ablehnung von Menschen zu ächten und bei uns selbst und in der Umgebung, in der wir leben, eine starke Willkommenskultur zu fördern, in der die Sperren der Angst und Ablehnung durch offene Räume der Begegnung, der Integration und des Austauschs ersetzt werden; durch sichere Orte, an denen alle Geborgenheit und Schutz finden können.

Deshalb steht der Stern am Himmel: nicht, um fern und unerreichbar zu bleiben, sondern im Gegenteil, damit sein Licht für alle sichtbar ist, damit es jedes Haus erreicht und jede Barriere überwindet und Hoffnung in die entlegensten und vergessensten Winkel der Erde bringt. Er steht am Himmel, um allen mit seinem gütigen Licht zu sagen, dass Gott sich niemandem verweigert und niemanden vergisst (vgl. Jes 49,15). Denn er ist ein Vater, dessen größte Freude es ist, seine Kinder aus allen Teilen der Welt vereint nach Hause kommen zu sehen (vgl. Jes 60,4), zu sehen, wie sie Brücken bauen, Wege ebnen, die Verlorenen suchen und diejenigen auf ihren Schultern tragen, die nur mühsam gehen können, so dass niemand ausgegrenzt ist und alle an der Freude in seinem Haus teilhaben.

Der Stern spricht zu uns von Gottes Traum: dass die ganze Menschheit in ihrem Reichtum an Unterschieden eine einzige Familie bilden und in Wohlergehen und Frieden einmütig zusammenleben wird (vgl. Jes 2,2-5).

Und damit sind wir bei der letzten Eigenschaft des Sterns angelangt: Er weist einen Weg. Auch das ist ein wichtiger Denkanstoß, vor allem im Kontext des Heiligen Jahres, das wir begehen und zu dessen charakteristischen Merkmalen das Pilgern gehört.

Indem er den Weg markiert, sagt uns der Stern nämlich, dass Gott uns dort erreicht, wo wir sind, um uns einzuladen, uns auf einen Weg zu begeben, mit ihm in der Liebe zu wachsen, bis sie zum Sinn unseres Daseins wird. Und er erinnert uns daran, dass auf diesem Weg, in der Kirche, niemand von uns jemals sagen kann, er sei „angekommen“, sondern dass wir alle Teil eines Volkes auf dem Weg sind (vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution Sacrosanctum Concilium, 2), das demütig, Tag für Tag, der Spur Jesu, des Herrn folgt.

Das Licht des Sterns lädt uns ein, einen inneren Weg zu gehen, der, wie der heilige Johannes Paul II. zum Großen Jubiläum des Jahres 2000 schrieb, unser Herz von allem befreien möge, was nicht Liebe ist, damit wir »zu einer vollkommenen Christusbegegnung befähigt werden, indem wir unseren Glauben an ihn bekennen und uns von der Fülle seiner Barmherzigkeit beschenken lassen« (Brief über die Pilgerfahrt zu den Stätten, die mit der Heilsgeschichte verbunden sind, 29. Juni 1999, 12). Nur so werden wir, wenn wir uns bekehrt haben und uns vergeben wurde, in der Lage sein, allen mit missionarischer Begeisterung »die Nähe des Reiches Gottes« zu verkünden (vgl. ebd.; vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 23).

Gemeinsam zu gehen, »ist typisch für diejenigen, die sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens machen« (Bulle Spes non confundit, 5). Und wir können uns beim Anblick des Sterns auch wieder neu dafür entscheiden, Männer und Frauen „des Weges“ zu sein, wie die Christen in den Anfängen der Kirche genannt wurden (vgl. Apg 9,2 und Parallelstellen), immer bewegt von einer gesunden Unruhe, die uns antreibt, neue Gelegenheiten zu suchen, um unsere Herzen weit zu machen und die Bande zu vertiefen, die uns in der Liebe miteinander verbinden.

Möge der Herr uns auf diese Weise zu Lichtern machen, die auf ihn hinweisen, wie Maria, großzügig in der Hingabe, offen in gegenseitiger Annahme und demütig im gemeinsamen Gehen, damit wir ihm begegnen, ihn erkennen und anbeten können und von ihm erneuert wieder aufbrechen, um das Licht seiner Liebe in die Welt zu tragen.

Foto (c) Vatican Media

 


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