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Exorzisten-Vereinigung warnt vor falschen Praktiken

19. Jänner 2025 in Chronik, 5 Lesermeinungen
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Warnung vor Exorzisten ohne bischöflichem Auftrag, vor Aberglaube und vor fehlender vorangehender Abklärung durch Medizin und Psychologie - "Kein Akt des Schreckens".


Rom (kath.net/ KAP)
Die Internationale Vereinigung der Exorzisten (AIE) hat auf "falsche und unzulässige Praktiken im Exorzismus" hingewiesen. Die 1994 gegründete Organisation betont die Notwendigkeit von "Unterscheidung, Ausbildung und dem Handeln unter kirchlichem Mandat", um Verwirrung und Schaden zu vermeiden. Ausdrücklich wird in einer aktuellen Mitteilung gewarnt vor Sensationalismus und improvisierten Methoden, die nicht von der Kirche autorisiert sind. Immer müsse ein Exorzismus im Namen und in Vertretung der Kirche ausgeübt werden, zudem handle der Exorzist als "Diener Christi, der allein Macht über alle Dämonen besitzt".
Besonders kritisiert wird, dass einige Personen ohne die notwendige Ausbildung oder ohne Auftrag des jeweiligen Bischofs eigenständig Exorzismen durchführen. "Manche bringen die Gläubigen sogar davon ab, den offiziellen Exorzisten der Diözese aufzusuchen", so die AIE. Stattdessen würden sie auf angeblich "mächtigere" Exorzisten verweisen oder unnötige Angst vor Dämonen schüren.


Auch der Aberglaube wird als großes Problem identifiziert. Die AIE verurteilt Praktiken wie das "Diagnostizieren" von dämonischen Einflüssen anhand von Fotos oder Kleidungsstücken sowie den Missbrauch geweihter Gegenstände wie Wasser oder Öl. Solche Methoden seien "nicht nur theologisch falsch, sondern fördern eine magische Denkweise".
Ein weiteres Problem sei die Vernachlässigung der modernen Wissenschaften. Die AIE erinnert daran, dass Exorzisten Experten aus Medizin und Psychologie einbeziehen sollten, um andere Ursachen von Leiden auszuschließen. "Jede Form von Angst schwächt den Glauben und die Zuversicht in Gott", betont die Organisation.

Akt des Glaubens und der Freude
Exorzismus sei kein Akt des Schreckens, wie oft in Filmen dargestellt, sondern des Glaubens und der Freude, weshalb ein von manchen Exorzisten praktizierter Fokus ausschließlich auf den Teufel falsch sei, heißt es weiter. "Es geht darum, die mächtige befreiende Handlung des auferstandenen Christus sichtbar zu machen." Exorzisten sollten sich am Beispiel des barmherzigen Samariters orientieren und den Leidenden mit Hoffnung und Demut begegnen.
Laut der rund 900 Mitglieder weltweit umfassenden Vereinigung ist in den letzten Jahren die Zahl der Menschen, die Exorzisten aufsuchen, gestiegen. Immer mehr Menschen glaubten, Opfer übernatürlicher dämonischer Einflüsse wie Besessenheit oder Obsession zu sein.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

 


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