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„Der Herr ruft nicht dazu auf, eure Träume aufzugeben, sondern sie zu läutern und zu erleuchten“

vor 1 Stunden in Chronik, keine Lesermeinung
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Dikasteriumspräfekt Kardinal Semeraro ermutigt bei Seligsprechung polnischer Salesianer-Märtyrer junge Menschen, „keine Angst davor zu haben, auf die Stimme Christi zu hören, der die tiefsten Sehnsüchte des menschlichen Herzens kennt“


Krakau (kath.net/Polnische Bischofskonferenz/pl) „Der Herr ruft euch nicht dazu auf, eure Träume aufzugeben, sondern sie zu läutern und zu erleuchten“, sagte Kardinal Marcello Semeraro zu jungen Menschen während der Seligsprechung salesianischer Märtyrer in der Zeit des Zweiten Weltkriegs, die am 6. Juni in Krakau stattfand. Der Präfekt des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse verwies auf die neuen Seligen als Vorbilder der Treue zu Christus und erinnerte zudem an ihre Verbindung zum Berufungsweg des heiligen Johannes Paul II.

Wir feiern nicht den Tod, sondern den Sieg Christi

Während der Seligsprechungsmesse für Pater Jan Świerc SDB und acht seiner Mitbrüder betonte Kardinal Marcello Semeraro, dass die Kirche heute nicht in erster Linie der tragischen Umstände ihres Todes gedenke, sondern der „Herrlichkeit Jesu Christi“, die im Zeugnis der neuen Seligen aufleuchte. Der Präfekt des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse hob hervor, dass die salesianischen Märtyrer Christus und ihrer Berufung bis hin zur Hingabe ihres Lebens treu geblieben seien.

Der Kardinal erinnerte daran, dass der selige Jan Świerc und seine Gefährten engagierte Jugenderzieher waren, die sich besonders um Arme und Bedürftige kümmerten. Er bezeichnete ihr Martyrium als ein Zeugnis der Liebe, das in Zeiten von Gewalt und Verfolgung zu einem „Samen des Friedens und der Geschwisterlichkeit“ geworden sei.


Junge Menschen sind die Gegenwart der Kirche

Kardinal Semeraro widmete einen wesentlichen Teil seiner Predigt den jungen Menschen. Er betonte, dass die Kirche sie nicht bloß als ihre Zukunft betrachte, sondern als lebendige und aktive Gegenwart. „Die Welt spricht oft zu euch von Freiheit ohne Wahrheit, Glück ohne Verantwortung und Erfolg ohne Opfer. Das Evangelium zeigt das genaue Gegenteil“, stellte er fest.

Er ermutigte die jungen Menschen, „keine Angst davor zu haben, auf die Stimme Christi zu hören, der die tiefsten Sehnsüchte des menschlichen Herzens kenne“, betonte er. Er fügte hinzu, dass Gott die verborgenen Wunden, die Fragen und die Sehnsucht, geliebt und geschätzt zu werden, kenne. „Und genau deshalb ruft Er euch zu einem Leben, das erfüllt und authentisch ist und zur Gabe werden kann“, unterstrich er. 

Die Salesianer, die Johannes Paul II. prägten

Kardinal Semeraro erinnerte zudem an die besondere Verbindung zwischen den neuen Seligen und der Berufungsgeschichte des heiligen Johannes Paul II. Salesianer wirkten in der Pfarrei St. Stanislaus Kostka im Krakauer Stadtteil Dębniki, wo die Berufung des jungen Karol Wojtyła heranreifte.

Unter Berufung auf das Buch *Geschenk und Geheimnis* zitierte der Kardinal das Zeugnis Karol Wojtyłas: „Diese Pfarrei wurde von Salesianerpatres geleitet, die eines Tages von den Nationalsozialisten in ein Konzentrationslager verschleppt wurden. Nur der betagte Pfarrer und der Provinzial blieben zurück, während alle anderen nach Dachau deportiert wurden. Ich glaube, dass das salesianische Umfeld eine bedeutende Rolle bei der Formung meiner Berufung gespielt hat.“

Eine Antwort auf die digitale Einsamkeit

Angesichts der Herausforderungen der heutigen Zeit warnte der Präfekt des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse vor dem Phänomen der „digitalen Einsamkeit“, die eine Illusion von Nähe und Verbundenheit erzeuge. „Heilig wird man vor allem, indem man auf die Stimme Gottes hört und mit Ihm in den Dialog tritt – durch die konkreten Formen, die uns das Leben der Kirche bietet“, sagte der Kardinal und ermutigte die Gläubigen, sich nicht entmutigen zu lassen. „Lassen wir uns nicht entmutigen, wenn wir uns als Gemeinschaften bisweilen müde und ohne Motivation fühlen. Von uns wird lediglich erwartet, dass wir die Fähigkeit wiedererlangen, die Stimme des Guten Hirten zu erkennen, damit wir Ihm immer stärker angehören und als wahre Jünger Christi und seines Kreuzes mutige Entscheidungen treffen können“, erklärte er.

Abschließend rief Kardinal Semeraro zum Gebet für den Weltfrieden auf. Er betete darum, dass es auf die Fürsprache der neuen Seligen hin nicht an Menschen fehle, die fähig seien, das Licht der Hoffnung, der Liebe und der Geschwisterlichkeit zu bringen – selbst inmitten von Krieg, Gewalt und Leid.

23. Mai – Liturgischer Gedenktag der neuen Seligen

Die Patres Jan Świerc, Ignacy Dobiasz, Franciszek Harazim, Kazimierz Wojciechowski, Ignacy Antonowicz, Ludwik Mroczek, Włodzimierz Szembek, Karol Golda und Franciszek Miśka wurden als neue Selige der katholischen Kirche anerkannt. Ihr Gedenktag wird jährlich am 23. Mai begangen, wie in der Seligsprechungsformel verkündet wurde, die während des ersten Teils der Heiligen Messe verlesen wurde.

Da die Reliquien der Märtyrer nicht erhalten geblieben sind, wurden mit ihnen verbundene Erinnerungsstücke – darunter ein Testament, Anträge auf zeitliche oder ewige Gelübde, Ernennungsurkunden, ein Doktordiplom, ein Andachtsbild zur Primiz sowie ein Brief aus dem Lager – während einer besonderen Prozession im Rahmen der Heiligen Messe zum Altar gebracht. Auch eine symbolische Urne mit Asche aus Auschwitz wurde in der Prozession mitgeführt.

Mehr als zwanzig Bischöfe aus dem In- und Ausland wohnten der Seligsprechungsfeier bei, darunter der Metropolit von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx. Auch der Präsident der Republik Polen, Karol Nawrocki, nahm an der Liturgie teil. Zahlreiche Priester, Ordensleute und Gläubige aus der Erzdiözese Krakau und aus ganz Polen. waren bei der Veranstaltung anwesend.

Foto (c)  Karolina Krzymińska/Vatican News/Polnische Bischofskonferenz


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