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Bethlehem im Gefängnis

20. Dezember 2006 in Österreich, keine Lesermeinung
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Eine vorweihnachtliche Messfeier gab es mit Bischof Manfred Scheuer in der Justizanstalt Innsbruck.


Innsbruck (www.kath.net / pdi)) „Zu Weihnachten schreibt Gott das Hoheitszeichen seiner Liebe und Würde auf die Stirn eines jeden Menschen, gerade auf die Stirn und in das Leben derer, die sonst hören: Du bist nicht viel wert.“ Dies sagte Bischof Manfred Scheuer zu den Häftlingen der Justizanstalt Innsbruck, mit denen er am Dienstagnachmittag eine vorweihnachtliche Messe feierte.

Der Bischof hob hervor, dass vielen Menschen - und eben auch Häftlingen - in unserer Gesellschaft signalisiert werde: „Du bist nichts wert, du bist hier nicht erwünscht, du bist der letzte Dreck, ein Abfallprodukt.“ Der Wert eines Menschen werde „bei uns meist in Zahlen und in Kategorien des Geldes gemessen“. Wer keine Erfolge oder kein Geld vorzuweisen habe, gelte nicht viel.

Ganz anders Gott. Scheuer: Im Menschen Jesus Christus werde Gottes Antlitz sichtbar. Weihnachten, das Fest seiner Geburt, heiße: „Gott gibt uns Menschen ein Ansehen, einen unendlichen Wert.“

Vielleicht ereigne sich „Bethlehem live“ im Schmerz der Häftlinge und ihrer Angehörigen, zu Weihnachten nicht zusammen sein zu können. Scheuer wörtlich zu den Häftlingen: „Gerade mit der Menschwerdung tritt Gott in ein lebendiges Beziehungsgeschehen mit uns. Jene, die euch tragen, sind dem Krippengeschehen sehr nahe. Von diesen Krippenfreunden kann viel an Herz, an Sympathie und an Solidarität bei uns ausgehen.“

Die Messfeier war vom Team der Gefangenenseelsorge vorbereitet worden. Die Priester des Teams konzelebrierten. An der Messe nahmen auffallend viele junge und ausländische Häftlinge teil. Nach der Messe traf der Bischof auch mit Justizwachebeamten zusammen.



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