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Advent, Advent ein Lichtlein brennt

13. Dezember 2008 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür - Von Susanne Möhring.


München (www.kath.net)
Dieses alte Kinderlied kennt jeder von uns. Viele haben bereits einen Adventskranz heimgetragen oder einen selbst gestaltet. Vier wunderschöne Kerzen in Weiß, Blau, Rot, Lila oder anderen Farben haben wir auf diesem Kranz. Kinder erhalten Adventskalender mit 24 Türchen oder 24 Säckchen an einem Faden für jeden Tag bis Weihnachten ein Türchen oder Säckchen zum Öffnen. Der Adventskranz wie auch der Adventskalender sind Zeichen der Vorfreude im Advent. Ein Zeichen der Vorfreude, das alle Christen teilen, nämlich der Vorfreude auf Christi Geburt. Wir zählen alle Jahre wieder die Tage im Dezember bis zum Heiligen Abend, bis zur Geburt Christi, des "Lichts der Welt", des Erlösers.

Woher rührt diese Vorfreude ? Sind es die langen dunklen Abende des Winters, die durch das Licht der Kerzen auf dem Adventskranz aufgehellt werden ? Ist es die Freude auf Weihnachten gepaart mit dem Gedanken das alte Jahr festlich zu ausklingen zu lassen ? Ist es diese Zeit der Plätzchenbäckerei und des Geschenkepackens, die uns mit Freude erfüllt ? Mag sein, daß viele eine oder mehrere dieser Fragen mit JA beantworten. Es ist in Ordnung sich auch auf diese Momente der Wohlbefindens in der Adventszeit zu freuen, wenn Wärme, Licht, Düfte und der Gedanke anderen eine Freude machen zu wollen unser Denken und Handeln bestimmen.

Aber liegt dem Weihnachtsfest und damit der Vorfreude auf Christi Geburt in der Adventszeit nicht ein tieferer Sinn zu Grunde ?
Viele wissen heute zwar noch, daß Weihnachten nicht etwa das Fest der Geschenke ist, an welchem ein dicker, rotgekleideter Mann mit Pudelmütze durch den Schornstein rutscht, um Geschenke zu bringen, sondern das Fest von der Geburt Jesu Christi in Betlehem, dessen wir gedenken und welches wir feiern.

Aber wieso freuen wir uns so sehr auf dieses Ereignis, daß wir bereits fast vier Wochen zuvor uns darauf freuen, vorbereiten und uns danach sehnen ?
Nehmen wir allzu weltliche Aspekte des Weihnachtsfestes, wie gutes Essen, die vielen Geschenke, das Treffen der Verwandten aus. Das sind die nach außen sichtbaren Konzentrationspunkte irdischer Genüsse und Freuden, die mit diesem Fest zusammengehören. Diese könnten aber auch zu jedem anderen Anlaß gleichfalls zusammenfallen.


Nehmen wir den tiefergehenden Sinn des Festes Christi Geburt einmal in Augenschein.
Der Herrgott hat sich Maria, als Jungfrau auserkoren, selbst von Anbeginn des menschlichen Lebens, geboren als wehrloses Kind in unsere, diese Welt zu treten. Gott ist damit aus einer unseren Augen, Ohren, Sinnen fernen Wirklichkeit sichtbar, angreifbar in unser irdisches Leben getreten, wie auch jeder Mensch durch die Geburt als Erdenbürger in diese Welt tritt. Er, die unendliche Liebe, hat sich der Liebe Marias und Josefs im Irdischen anvertraut. Nur im Schutze seiner irdischen Eltern hat er sich in einen Alltag und eine Zeit begeben, in der die Welt weit entfernt war von Frieden, Freude, Herrlichkeit.

Lieben die Familien, die Eltern, die Kinder deshalb dieses Fest so sehr, anders als jedes andere ? Ist es weil Ihnen an Weihnachten durch Christi Geburt die Liebe zueinander in der Familie so gegenwärtig wird ? Oder weil die Verbundenheit mit diesem kleinen Kind in der Krippe ein jeder verspürt, egal ob arm oder reich, machtvoll oder bedeutungslos ? Schließlich hat jeder von uns als ein solch wehrloses Kind und Erdenbürger die Welt betreten.

Damals vor 2000 Jahren spürten die Hirten im Herzen, welch wichtiges Ereignis mit Christi Geburt im Stall in Betlehem stattgefunden hat. Auch die heiligen drei Könige folgten dem Stern aus innerer Bewegtheit ohne zu wissen, wer oder was sie erwarten würde. Daß die armen Hirten und die reichen Könige gleichermaßen sich auf den Weg gemacht haben, ohne den Grund ihrer Reise, Gefolgschaft bereits zu kennen, macht die besondere Botschaft von Weihnachten aus.

Gott ist immerwährend da in unseren Herzen. Wir können und konnten seiner Stimme immer lauschen. Aber zu allen Zeiten hörten und hören die Menschen mit dem Herzen selten, schlecht oder nur in der Not. Aber in der Nacht Christi Geburt, als der Herrgott als Jesus Christus, Sohn und Heiland in unsere Welt getreten ist, da hörten die Hirten und die Könige diese Stimme. So sind an Weihnachten Gottes immerwährende Präsenz und seine Greifbarkeit zusammengefallen und die Engel haben dieses Wunder verkündet.

Alle Christen seither wissen um die Lebensgeschichte Jesu Christi. Zwar nur die Höhepunkte und Botschaften seines Wirkens, abseits des Alltags eines jeden von uns, den er offenbar auch geteilt hat. Wir wissen, daß er an Ostern nach einem irdischen, menschlichen Leben für uns zur Tilgung unserer Sünden gestorben ist.

Umso mehr erfreut uns das Fest Christi Geburt in jedem Jahr aufs Neue, da wir uns gewahr werden, daß damit der dreieinige Gott uns auch die Gewißheit auf Liebe und Erlösung gleichermaßen geschenkt hat.
Wenn wir in jedem Tag unseres Lebens aufgerufen sind, den Nächsten zu lieben wie uns selbst, wie auch der Herrgott uns endlose und ewige Liebe schenkt, dann wird zumindest im Advent und zu Weihnachten diese Botschaft wieder lebendig und hinausgetragen in die Welt. Nehmen wir die Spendenaufrufe, Benefizveranstaltungen, aber auch die kleinen Gesten, wie Besuche in Altenheimen oder die Plätzchen für den Nachbarn.

Wir lieben die Adventszeit und als Höhepunkt das Fest Christi Geburt auch so sehr, weil uns in dieser Zeit der langen dunklen Nächte, der Kälte, der Jahreszeit der Ruhe und des Todes um uns herum, die Herzenswärme, die Liebe des Nächsten, die Abende bei Kerzenschein und der sanften Musik uns ein Stück näher an die Liebe Gottes rücken. Nur müssen wir wie unsere Vorfahren vor mehr als hundert Jahren wieder uns dieser Chance den Klängen Gottes und des Herzens zu lauschen, um Liebe zu empfangen und zu schenken, öffnen und danach suchen.

Solange wir in die teuflische Hast nach überteuerten Geschenken an verkaufsoffenen Adventssonntagen verfallen und die Adventszeit damit füllen alle "Pflicht-"Besuchstermine zu Weihnachten bei den Verwandten zu organisieren, ist uns der wahre Wert dieser Zeit und des eigentlichen Festes der Geburt des Heilands abhanden gekommen.

Vor mehr als hundert Jahren bastelten Mütter und Väter für ihre Kinder kleine Adventskalender mit kleinen Gesten der Liebe für jeden Tag bis Weihnachten. Zu Weihnachten wurde neben dem Besuch in der Kirche, noch musiziert, etwas gespielt und ein gutes Essen gereicht. Die Kinder standen mit glänzenden Augen vor der Krippe in der Kirche oder auch daheim und freuten sich wie die ganze Familie am herrlichen Kerzenschein des Weihnachtsbaumes. Hier und da ein Plätzchen gehörte auch dazu, aber nicht die Frage, wer wohl das teuerste, größte, ausgefallenste Geschenk gesandt hatte.

Erinnern wir uns an schöne Fensterbilder und Zeichnungen in Weihnachtsbüchern aus dem 19.Jahrhundert. Romantisch zeitweise verklärt, haben diese Bilder vom Weihnachtsfest alle eines gemeinsam : Zusammenhalt in der Familie, Liebe, Wärme, Freude, Ruhe, Besinnlichkeit, Dankbarkeit ...

Freuen wir uns in der Adventszeit auf das Kommen des Herrn. Nutzen wir diese Zeit als Zeit der Stille, Wärme, des Innehaltens, der Ruhe, der Herzenswärme bei jedem Geschenk das wir packen und jeder Karte die wir schreiben.
Entzünden wir die Lichter am Adventskranz, eines nach dem anderen, im Bewußtsein, daß zwar die Zeit bis Weihnachten verstreicht, das Ende dieses Jahres näher rückt und die Geburt Jesu Christi bevorsteht, aber die Zeit bis zur Wiederkehr des Heilands bereits angebrochen ist und er uns bis zum Jüngsten Tag in unserem Herzen beisteht und Liebe schenkt.


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