Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  8. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  9. „Das Ende von Maria 2.0“
  10. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  11. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  12. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  13. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  14. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  15. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus

Mutmaßlicher Organspende-Skandal soll 'schonungslos aufgeklärt' werden

23. Juli 2012 in Deutschland, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Am Göttinger Universitätsklinikum soll ein Mediziner im großen Umfang Krankenakten gefälscht haben, um ausgewählten Patienten eine Spenderleber zu verschaffen.


Berlin (kath.net/KNA) Der mutmaßliche Organspende-Skandal am Göttinger Universitätsklinikum hat zu einer Debatte über die Struktur der Organspende in Deutschland geführt. Der Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums, Christian Albrecht, forderte eine «schonungslose Aufklärung» und nötigenfalls «massive Konsequenzen». Die Vorfälle drohten die mit der Reform des Transplantationsgesetzes angestrebte Steigerung der Spendenbereitschaft massiv zu beeinträchtigen.

Nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» (Freitag) soll ein Mediziner am Universitätsklinikum im großen Umfang Krankenakten gefälscht haben, um ausgewählten Patienten eine Spenderleber zu verschaffen. Es soll sich um etwa 25 Fälle handeln. Demnach hatten Ermittlungen der Ständigen Kommission Organtransplantation ergeben, dass Protokolle gefälscht oder frei erfunden wurden und Laborwerte manipuliert wurden. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt.


Es sei nicht nur gesetzeswidrig sondern «respektlos und ethisch verwerflich», wenn Organe nicht nach Dringlichkeit vergeben würden, betonte Albrecht. Allerdings zeige der Vorfall auch, dass die Aufklärungsmechanismen offenbar funktionierten.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte, die Verantwortlichen «sehr hart und abschreckend» zu bestrafen, sollten sich die Vorwürfe erhärten. Gegenüber den Zeitungen der WAZ-Gruppe (Samstag) sprach er aber von einem «krassen Einzelfall». «Hier haben weder die Ärztekammer noch die Göttinger Uniklinik versagt», so Lauterbach weiter.

Die Grünen forderten hingegen stärkere Kontrollen im Spendensystem. Die Pflegepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Elisabeth Scharfenberg, machte «erhebliche Kontrolldefizite» für die Vorfälle verantwortlich. Diese hätten «auch strukturelle Ursachen», sagte Scharfenberg der Tageszeitung «Die Welt» (Samstag).

Die niedersächsische Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU) forderte strukturelle Konsequenzen: «Wir brauchen in den Richtlinien der Bundesärztekammer für die Wartelistenführung und Organvermittlung noch intensivere Kontrollmechanismen, um zu verhindern, dass Einzelne mit krimineller Energie die Regelungen umgehen», sagte Özkan der Tageszeitung «Die Welt» (Samstag). Konkret verlangte Özkan, das Vier-Augen-Prinzip einzuführen. Durch die «Verpflichtung zur Hinzuziehung einer zweiten Person» könne man eine «größere Sicherheit vor unrichtigen Einträgen schaffen».

Nach Einschätzung des Geschäftsführers der Deutschen Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, zeigen die Vorfälle hingegen: «Die privaten Akteure im Transplantationssystem sind mit der Organentnahme und Organverteilung überfordert.» Er verlangte die Verantwortung für die Organentnahme und Organvergabe in staatliche Hand zu überführen. Ansonsten würden die Menschen in Deutschland dem System nicht vertrauen.

Weiterführende Links:
Dr. Armin Schwibach: Hirntod als endgültige Definition des Todes? Eine notwendige Anfrage
und:
Organspende. Hat ein Toter lebendige Organe? (Interview)

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Organspende

  1. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  2. Organspende - "Schweigen bedeutet keine Zustimmung"
  3. Staat greift aus Sicht der CDL selbstherrlich in Leben und Tod ein
  4. Nein zur Widerspruchslösung bei Organspende
  5. Papst wirbt für Organspende
  6. Mutter trägt todgeweihtes Baby aus: Für Organspende
  7. „Die ‚doppelte Widerspruchslösung‘ ist ein dreifacher Betrug“
  8. Organspende „berührt das Tötungstabu“
  9. Ablehnung der Organspende ist nicht weniger christlich als Zustimmung
  10. Der blinde Fleck in der Debatte um die Organspende







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Papst Leo erstaunt über hohe Zahl von Erwachsenentaufen in Frankreich
  5. Wo Begegnung zur Zivilisation der Liebe wurde. Die Armen als Fleisch Christi
  6. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  7. Junge Französin bekennt vor Papst: „Wie der heilige Paulus sagt: ‚Für uns ist Christus das Leben‘“
  8. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  9. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  10. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  11. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  12. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  13. Die Menschheitsfamilie zwischen Babel und Pfingsten
  14. Der Mensch ist mehr als eine Maschine - Die Würde des Menschen vor dem Angesicht Gottes
  15. Frankreichs neue „Generation Leo“: Warum die Jugend plötzlich wieder zum Papst strömt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz