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Gesellschaftliche Logik: 'Kinderfreundlichkeit'

31. Juli 2012 in Kommentar, 6 Lesermeinungen
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"Ist eine Gesellschaft wirklich kinderfreundlich, deren Botschaft im Klartext lautet: Gehe arbeiten, mache Karriere, bleibe bloß nicht zu Hause, lebe mit Kindern so, als hättest Du keine!" Ein Kommentar von Bastian Volkamer


Berlin (kath.net/EchoRomeo) Was ist eine kinderfreundliche Gesellschaft? Die heutige Definition sagt: das ist eine Gesellschaft, in der Kinder nicht zum Nachteil werden, eine Gesellschaft, in der man den Mut hat, Kinder in die Welt zu setzen. Kinder zu bekommen soll keine finanziellen Einbußen bedeuten und keinen Ausschluss aus dem Berufsleben. Es soll keine Abkoppelung von der beruflichen Weiterentwicklung geben: auch eine Karriere muss möglich sein. Kurz: Beruf und Familie sollen vereinbar sein. Alles wichtig. Aber: ist das kinderfreundlich?

Ist eine Gesellschaft wirklich kinderfreundlich, deren Botschaft im Klartext lautet: Gehe arbeiten, mache Karriere, bleibe bloß nicht zu Hause, lebe mit Kindern so, als hättest Du keine! Gerade in der Forderung, Kinder dürften kein Hindernis sein, wird der kinderlose Zustand als der erstrebenswerte hingestellt. Das Verständnis gilt nicht denen, die sich Kinder wünschen, sondern denen, die sie notfalls in Kauf nehmen.


Die Willkommensbotschaft an die Kinder lautet: wir haben deine Existenz ermöglicht, indem wir alles getan dafür haben, dass du nicht störst. Deshalb bezahlen wir dafür, dass du ganz schnell in einer Krippe von anderen versorgt werden kannst und später möglichst den ganzen Tag in der Schule bist und gefördert wirst.

Gefördert? Warum? Reicht das Kind denn nicht, wie es ist? Nein, es reicht nicht. Die Gesellschaft verlangt Qualifikationen, die ohne Förderung für viele nicht erreichbar sind, die wir aber brauchen. Kinder sind unsere Zukunft! Kindergeschrei ist bekanntlich Zukunftsmusik.

Moment, wessen Zukunft? Nun, unsere. Um es klar zu sagen: damit wir unseren eigenen Lebensstandard halten können, brauchen wir die Kinder. Nicht um ihrer selbst willen. Das Leben, dass die Gesellschaft möglichst wenig von Kindern beeinträchtigt wissen will, soll ihr im Alter von ebendiesen Kindern weiter ermöglicht werden. Die Kinder sollen die Folgen ihrer eigenen Ausgrenzung finanzieren. Dazu werden sie präpariert und gefördert, dafür bekommen sie Zuwendung. Finanzielle Zuwendung. Die Gesellschaft klopft sich derweil ob derart viel Fürsorge und Kinderfreundlichkeit stolz selbst auf die Schulter.

Wann wird diese Gesellschaft wirklich kinderfreundlich sein? Sie wird es an dem Tag, an dem sie unsere Kinder nicht einplant, sondern sie willkommen heißt, wie sie sind. Sie wird es an dem Tag, an dem sie nicht mehr sagt, die Zukunft werde durch Kinder ermöglicht, sondern sagt, die Gegenwart werde durch sie lebenswert.
Kinder sind unsere Gegenwart.

Link zum Blog "Echo Romeo"


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Lesermeinungen

 Ringelblume 1. August 2012 
 

Das Problem ist...

dass durch die gegenwärtige Regelung in Deutschland ein Umdenken stattgefunden hat. Noch vor 10 Jahren war es die Norm, dass Kleinkinder bei ihrern Müttern aufwuchsen und mit 3 Jahren in den Kindergarten kamen. Damals gab es noch das Erziehungsgeld, das 2 bzw. in manchen Bundesländern auch 3 Jahre lang gezahlt wurde. Auch damals gab es schon Kinder, die früher in eine Krippe gegeben wurden, aber das war die Ausnahme. Durch die heutige Regelung wird den Eltern suggeriert, dass es die Norm ist, ein 12 Monate altes Kind den ganzen Tag in Fremdbetreuung zu geben. Und allmählich wird das zur Norm. Es ist ja auch viel bequemer, das Kind abzugeben und sich in ein sauberes Büro zu setzen und mit Erwachsenen zu tun zu haben. Man muss sich gar nicht erst auf das Kind einstellen, das Kind läuft nebenher. Diese Kinder erleben Familie nur am Wochenende. Das wird bleibende Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft haben.


1
 
 M.Schn-Fl 31. Juli 2012 
 

Besser kann man es gar nicht sagen.

Herzlichen Dank, Bastian Volkamer.
Daß, was @ GudrunOOE vollig richtig sagt über die heutigen Versorgungsverhältnisse, ist eben ein Teil dieser Kinderfeindlichkeit und hat auch einen Ursprung darin, daß sehr viele von den (Berufs)Politikern, die heute über die Familienpolitik entscheiden, selbst keine Kinder haben und auch kein Verhältnis zu Kindern.
Andere Politiker, wie Ursula von der Leyen, sind eben so gestellt, dass sie mühelos 2 liebevolle Nannies beschäftigen können, die wie beim alten englischen Adel für die Kinder wichtiger sind als die eigenen Mutter.
Bastian Volkamer hat vollkommen recht. der ganzen Gesellschaft ist erst wieder geholfen, wenn wir aus vollem Herzen die Kinder mit Liebe willkommen heissen als unsere Freude; denn aus diesen Kinderaugen schaut uns der Ewige Vater an.


2
 
  31. Juli 2012 
 

Mein Vater konnte mit seinem Gehalt die Familie

noch ernähren. Unsere Generation kann das nur mehr schwer, und nicht alle leben im Absoluten Luxus. Viele Familien haben es schwer ihren Kinder Essen,Glauben, Dach und Ausblidung zu ermöglichen. Positiv sehe ich aber schon das sich heute auch Männer um ihre Kinder kümmern.


5
 
 Herbert Klupp 31. Juli 2012 
 

Segen Gottes

Kinder sind ein Segen Gottes. Wer den Segen Gottes für sich verwirft, hat seinen Untergang gewählt. Wer sich gegen eigene Kinder entscheidet, hat sich automatisch dafür entschieden, niemals Enkelkinder haben zu können.

Die so \"frauenfreundlich\" und \"modern\" argumentierenden Emenzipations-Ideologen sind in Wahrheit Vertreter der Kultur des Todes (JPII)


2
 
 Fels 31. Juli 2012 

Herzlichen Dank für das Bekenntnis dieses weitsichtigen Standpunktes!

\"Gerade in der Forderung, Kinder dürften kein Hindernis sein, wird der kinderlose Zustand als der erstrebenswerte hingestellt. Das Verständnis gilt nicht denen, die sich Kinder wünschen, sondern denen, die sie notfalls in Kauf nehmen.\"

Wie wahr!
Präzesierend würde ich vielleicht noch sagen:
Das Verständnis gilt nicht denen, die sich Kinder BEKOMMEN, sondern denen, die sie notfalls in Kauf nehmen...


2
 
 Ringelblume 31. Juli 2012 
 

\"die Gegenwart werde durch sie lebenswert.\"

Das ist der Knackpunkt. Niemand wird ein Kind in die Welt setzen, damit die Gesellschaft weiter besteht. Mir blutet das Herz, wenn ich die kleinen Einjährigen in der Krippe sehe, und ich verstehe die Eltern nicht, die es übers Herz bringen, so ein kleines Kind den ganzen Tag abzugeben.


2
 

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